Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt Ausblick: Nur knapp im Minus - Fokus auf wieder höherem Ölpreis

24.03.2026 - 08:23:22 | dpa.de

Die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Krieg lÀsst die Anleger nicht los.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die massive Zwischenerholung vom Montagmittag zunĂ€chst nur ein Strohfeuer war. Eine Stunde vor dem Auftakt fĂ€llt das Minus jedoch viel geringer aus als zwischenzeitlich erwartet: Der X-Dax DE0008469008 signalisierte fĂŒr den deutschen Leitindex zuletzt einen Start bei 22.632 Punkten, was ein nur knappes Minus wĂ€re.

Am Montag war der Dax mit 21.863 Punkten zunĂ€chst auf einen Tiefpunkt seit April 2025 abgesackt, bevor eine Kurznachricht von US-PrĂ€sident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social fĂŒr einen Hoffnungsschimmer sorgte. Bei anschließend widersprĂŒchlicher Nachrichtenlage war die Euphorie aber schon am Vortag schnell wieder abgeebbt. Der Preis fĂŒr ein Barrel der Ölsorte Brent, der zeitweise unter 100 Dollar stand, kostete zuletzt wieder bis zu 104 Dollar. Die davon ausgehenden Inflations- und Konjunktursorgen halten damit an.

Trump hatte am Vortag erklĂ€rt, man befinde sich in GesprĂ€chen mit dem Iran, und verlĂ€ngerte das Ultimatum fĂŒr Angriffe auf iranische Energieanlagen bis kommenden Freitag. Der Iran hat die GesprĂ€che allerdings dementiert. "Der Konflikt ist damit jedoch nicht beendet, und die wirtschaftlichen Folgen der faktischen Blockade der Straße von Hormus bleiben schwer abschĂ€tzbar", schrieb am Morgen der Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Die MĂ€rkte preisten weiterhin eine höhere Inflation, aber keine Rezession, ein. Die Gefahr einer solchen bleibe aber prĂ€sent, sollte die Situation weiter eskalieren.

Aus dem Dax werden die SAPDE0007164600-Aktien am Morgen zwei Prozent schwĂ€cher erwartet, nachdem die US-Bank JPMorgan ihr bisher optimistisches Votum fĂŒr das Dax-Schwergewicht aufgegeben hat. Toby Ogg argumentierte, das Bild einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung und Margenexpansion habe sich geĂ€ndert. Er sieht ein Problem in einer verlangsamten Auftragsentwicklung im Cloud-GeschĂ€ft und befĂŒrchtet Ergebnisschwankungen durch den Umbau des GeschĂ€ftsmodells.

Auch die BayerDE000BAY0017-Aktien könnten am Dienstag wegen möglicher Kursverluste einen Blick wert sein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, will der 2023 eingestiegene AktionÀr Inclusive Capital Partners 8,5 Millionen Aktien des Pharmakonzerns los werden. Ein HÀndler vermutet, dass der dahinter steckende aktivistische Investor Jeff Ubben das Potenzial des zuletzt deutlich angezogenen Kurses als ausgeschöpft betrachtet.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit im Zuge des Nahost-Konflikts sorgte die Deutsche Bank im Chemiesektor fĂŒr GesprĂ€chsstoff mit einer Reihe an Umstufungen. Dazu zĂ€hlt, dass Analystin Virginie Boucher-Ferte in BASF DE000BASF111 und Brenntag DE000A1DAHH0 letztlich Profiteure sieht, die sie nun zum Kauf empfiehlt. Aus dem MDax DE0008467416 wurde fĂŒr Wacker Chemie DE000WCH8881 mit einer nun neutralen EinschĂ€tzung die bisherige Verkaufsempfehlung aufgehoben.

Auf Seiten der Einzelwerte gab es am Dienstag im Nebenwertebereich Zahlen von Nagarro DE000A3H2200, Indus und DrÀgerwerk DE0005550636 auszuwerten - mit vorbörslich zunÀchst durchwachsener Tendenz.

Klare Kursgewinne bahnen sich beim Prothesenhersteller Ottobock DE000BCK2223 an nach einer Kaufempfehlung der UBS. Eine solche sprach außerdem die Privatbank Berenberg fĂŒr den IT-Dienstleister Bechtle DE0005158703 aus. Beide Aktien setzten ihre Erholung vorbörslich fort mit Gewinnen, die auf Tradegate mehr als vier Prozent groß waren.

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