AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Autowerte stark nach Entschärfung im Grönland-Streit

22.01.2026 - 08:49:04

Die Anleger reagieren am Donnerstag im Autosektor besonders erleichtert auf die Zoll-Wende von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland.

Trump entschärfte den Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel am Vortag überraschend und nahm auch seine Drohung mit Strafzöllen ab dem 1. Februar gegen acht europäische Staaten zurück. Den Auto-Branchenindex EU0009658681 hatte die Zollangst zuletzt auf ein Tief seit Mitte Oktober gedrückt.

Unterstützend kommt am Donnerstag hinzu, dass der Volkswagen-Konzern DE0007664039 mit guten Nachrichten zum Finanzmittelfluss aufwarten kann. Dies sorgte bei VW-Aktien für besonders hohe Kursgewinne auf der Plattform Tradegate am Morgen von 4,5 Prozent. Die Papiere der Premium-Autobauer BMW DE0005190003, Mercedes-Benz DE0007100000 und Porsche AG DE000PAG9113 zogen dort aber auch deutlich um bis zu 3,2 Prozent an.

Trumps Aussagen sorgen auch am Gesamtmarkt für Erleichterung, wenngleich Anleger noch auf die offenen Details warten. Trump vollzog eine Wende, indem er bei seinem Werben um Grönland zuerst Gewalt ausschloss und dann verkündete, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung entstanden sei. Die Rede ist unter Marktbeobachtern erneut vom "Taco-Trade", bei dem Anleger darauf setzen, dass Trump zunächst mit harter Kante in Verhandlungen geht und dann seine Position aufweicht.

VW überzeugte derweil am Vorabend nach Börsenschluss mit Aussagen zum Barmittelfluss, der im Konzernbereich Automobile 2025 überraschend hoch ausfiel. Der sogenannte Netto-Cashflow in der Sparte, die neben dem Auto- auch das Lkw- und Busgeschäft umfasst, lag mit rund sechs Milliarden Euro eine Milliarde über dem Vorjahreswert. Volkswagen selbst hatte eine Nullsumme prognostiziert. Experten sahen diese Zahl auch deutlich über den Konsensschätzungen.

Experten zufolge ist die Cashflow-Überraschung auf niedrigere Investitionsausgaben sowie auf ein besseres Management des Betriebskapitals zurückzuführen. Laut dem Experten Harald Hendrikse von der Citigroup liegt darin schon länger die Hoffnung. Die Ankündigungen lieferten nun einen gewissen Beweis dafür, dass dieses Schema funktioniert.

@ dpa.de

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