Aroundtown, LU1673108939

Die Aroundtown-Aktie profitiert von höherer Prognose und stabiler Nachfrage nach Gewerbeimmobilien

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 18:22 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Aroundtown-Aktie steht nach angehobener Prognose und solider Entwicklung im operativen GeschĂ€ft im Fokus. Der Gewerbeimmobilien-Spezialist ĂŒberzeugt mit robustem Cashflow und höherer ProfitabilitĂ€t, wĂ€hrend der Kurs zugleich nahe an wichtigen Chartmarken notiert.

Bauhaus-Poster geometrisch IMMOBILIEN Schriftzug PrimÀrfarben, Aroundtown SA
Aroundtown SA LU1673108939 als Bauhaus-Grafikposter mit geometrischen Formen und dem Sektor-Schriftzug IMMOBILIEN in PrimÀrfarben, Illustration mit AI erstellt.

Die Aroundtown-Aktie (ISIN LU1673108939) bleibt fĂŒr Immobilienanleger interessant, nachdem der Luxemburger Gewerbeimmobilien-Spezialist seine ProfitabilitĂ€t steigern und zugleich die Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr anheben konnte. Im Handel an der Frankfurter Börse wird Aroundtown als Teil des SDAX und ĂŒber Xetra gehandelt, womit die Aktie auch fĂŒr deutsche Privatanleger leicht zugĂ€nglich ist. FĂŒr Investoren rĂŒcken damit vor allem der Cashflow und die Entwicklung der Mieten in den BĂŒro- und Hotelportfolios in den Mittelpunkt.

Operative Kennzahlen und Prognose im Fokus

Im GeschÀftsjahr 2023 generierte Aroundtown nach Unternehmensangaben einen bereinigten FFO, also den operativen Cashflow vor Steuern aus der Immobilienbewirtschaftung, in einer Grössenordnung von rund 0,31 Euro je Aktie und lag damit sichtbar unter dem Wert des Vorjahres 2022, in dem der bereinigte FFO je Aktie noch nÀher an 0,40 Euro je Aktie gelegen hatte. Damit spiegelte sich der Druck durch gestiegene Finanzierungskosten und selektive VerkÀufe im Portfolio in den Zahlen wider, wÀhrend das operative VermietungsgeschÀft insgesamt stabil blieb.

Auf Gruppenebene erzielte Aroundtown 2023 MietertrĂ€ge in einer Grössenordnung von rund 1,3 Milliarden Euro und konnte trotz des herausfordernden Marktumfelds die like-for-like-Mieten im Bestand um etwa 2 Prozent gegenĂŒber 2022 steigern. Dieser Zuwachs basiert vor allem auf Indexierungen und Neuvermietungen zu höheren Mieten, wĂ€hrend gleichzeitig die Leerstandsquote in wichtigen BĂŒroobjekten moderat gehalten wurde. FĂŒr Anleger signalisiert dies, dass die Ertragsbasis trotz Bewertungsdruck auf die Immobilienportfolios tragfĂ€hig bleibt.

Beim Nettoergebnis wies Aroundtown 2023 wegen Bewertungsanpassungen auf das Immobilienvermögen einen Verlust in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe aus, nachdem im Vorjahr noch ein deutliches Plus gestanden hatte. Die negative Ergebnisentwicklung ist jedoch primĂ€r auf nicht zahlungswirksame Abwertungen und nicht auf das operative KerngeschĂ€ft zurĂŒckzufĂŒhren. FĂŒr Investoren zĂ€hlt deshalb vor allem der Cashflow, wĂ€hrend Bewertungsanpassungen vor allem den bilanziellen Buchwert beeinflussen.

Finanzierung, Verschuldung und Zinskosten

Auf der Finanzierungsseite meldete Aroundtown zum Ende des GeschĂ€ftsjahres 2023 eine Nettoverschuldung im Bereich von deutlich ĂŒber 10 Milliarden Euro, wobei ein grosser Teil der Finanzierungen langfristig und ĂŒberwiegend zu festen Konditionsstrukturen abgeschlossen ist. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Schulden lag bei mehreren Jahren, wĂ€hrend der durchschnittliche Zinssatz per Jahresende im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgewiesen wurde. Dadurch wird der kurzfristige Druck durch steigende Marktzinsen begrenzt, auch wenn Refinanzierungen zu höheren SĂ€tzen anstehen.

Die Eigenkapitalquote auf Basis des Immobilienvermögens lag nach den Bewertungsanpassungen 2023 deutlich unter den Niveaus der Vorjahre, hielt sich aber im Bereich von grob einem Drittel der Bilanzsumme. Dies ist im europĂ€ischen Vergleich fĂŒr Gewerbeimmobiliengesellschaften weiterhin ein akzeptables, wenn auch nicht ĂŒberdurchschnittliches Polster. Die Kennzahl Loan-to-Value, also das VerhĂ€ltnis von Nettoverschuldung zum Immobilienvermögen, stieg dadurch im Jahresverlauf spĂŒrbar an und bewegte sich per Jahresende im Bereich von deutlich ĂŒber 40 Prozent, nachdem sie 2022 noch mehrere Prozentpunkte tiefer gelegen hatte.

FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr hat Aroundtown die operative Steuerung klar auf LiquiditĂ€t, Schuldenabbau und selektive Refinanzierungen ausgerichtet. Dazu gehören auch weitere mögliche VerkĂ€ufe von Rand-Assets, die nicht zum Kernportfolio gehören oder deren Renditeerwartung gegenĂŒber alternativen Anlagen weniger attraktiv erscheint. Ziel ist es, die Verschuldung schrittweise zu reduzieren und die Zinslast ĂŒber die Zeit abzuflachen.

Segmententwicklung: BĂŒros und Hotels als Kern

Ein wesentlicher Teil des Portfolios von Aroundtown entfĂ€llt auf BĂŒroimmobilien in Deutschland und Westeuropa. 2023 lag der Anteil der BĂŒroobjekte am Gesamtportfolio in einer Grössenordnung von etwa der HĂ€lfte des Bruttomarktwertes der Immobilien. Diese Objekte befinden sich vor allem in grossen Metropolregionen und wirtschaftlich starken StĂ€dten, was fĂŒr eine vergleichsweise stabile Nachfrage nach BĂŒroflĂ€chen sorgt. Gleichzeitig wirkt der Trend zu hybriden Arbeitsmodellen auf die FlĂ€chennachfrage und stellt das Asset-Management vor zusĂ€tzliche Aufgaben.

Das Hotelportfolio bildet einen weiteren zentralen Baustein der Strategie. Im Zuge der Erholung des Reisemarktes nach der Pandemie konnten die Auslastung und die erzielbaren Zimmerpreise in vielen Hotels deutlich gesteigert werden. FĂŒr 2023 berichtete Aroundtown aus dem Hotelbereich einen spĂŒrbaren Anstieg der MietertrĂ€ge im Vergleich zum Vorjahr, der im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich lag. Dieser Effekt trug dazu bei, dass die Gesamtmieten trotz Portfoliobereinigungen wachsen konnten.

Auch logistiknahe und sonstige Gewerbeimmobilien tragen zunehmend zur Diversifikation bei. Hier profitiert Aroundtown von robusten Nachfrage-Trends im E-Commerce und in der urbanen Logistik, die in vielen Regionen fĂŒr niedrigere Leerstandsquoten und höhere Durchsetzungskraft bei Mieterhöhungen sorgen. FĂŒr Investoren ergibt sich daraus eine breitere Ertragsbasis, die nicht ausschliesslich von klassischen BĂŒrostandorten abhĂ€ngt.

Dividendenpolitik und FFO-Entwicklung

Die Dividendenpolitik von Aroundtown orientiert sich an der Entwicklung des bereinigten FFO und den Investitions- sowie Deleveraging-PlĂ€nen. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2022 lag die ausgeschĂŒttete Dividende noch bei rund 0,23 Euro je Aktie, wĂ€hrend fĂŒr 2023 eine deutlich niedrigere AusschĂŒttung oder eine Aussetzung diskutiert wurde, um Kapital fĂŒr Schuldenabbau und LiquiditĂ€tssicherung zu schonen. Dies unterstreicht den Fokus auf BilanzstĂ€rke in einem Umfeld höherer Zinsen.

Im Ausblick auf 2024 und 2025 stellt Aroundtown in Aussicht, den bereinigten FFO nach dem RĂŒckgang im Jahr 2023 durch Effizienzsteigerungen, höhere MietertrĂ€ge und eine optimierte Kostenstruktur wieder stabilisieren zu wollen. Dabei wird mit einem FFO-Beitrag aus dem Bestandsportfolio gerechnet, der sich vor allem aus Mietindexierungen und Neuvermietungen zu höheren Konditionen speist. ZusĂ€tzliche Impulse können aus möglichen OpportunitĂ€tskĂ€ufen resultieren, falls sich attraktive Kaufgelegenheiten im von Unsicherheit geprĂ€gten Marktumfeld ergeben.

FĂŒr Anleger ist entscheidend, wie stark der bereinigte FFO pro Aktie in den kommenden Jahren gegen den RĂŒckgang von rund 0,40 Euro in 2022 auf etwa 0,31 Euro in 2023 wieder ansteigen kann. Schon eine Stabilisierung auf diesem Niveau könnte in Kombination mit einem konsequenten Schuldenabbau zu einer Verbesserung des Risiko-Rendite-Profils fĂŒhren, wĂ€hrend ein erneuter RĂŒckgang die Bewertung stĂ€rker unter Druck setzen wĂŒrde.

Bewertung, Kursniveau und Marktkapitalisierung

Die Aroundtown-Aktie wird an Xetra und weiteren europĂ€ischen HandelsplĂ€tzen notiert und weist auf Basis des zuletzt veröffentlichten Kurses eine Marktkapitalisierung im niedrigen einstelligen Milliardenbereich in Euro auf. Verglichen mit der Zeit vor der Zinswende, als die Marktkapitalisierung deutlich höher lag, preist der Markt inzwischen einen erheblichen Risikoabschlag gegenĂŒber den damaligen Bewertungsniveaus ein. Das Kursniveau liegt klar unter den HöchststĂ€nden frĂŒherer Jahre, in denen das Immobilienvermögen zu niedrigeren Renditeanforderungen bewertet wurde.

Im Jahresverlauf zeigte die Aktie eine ausgeprĂ€gte Schwankungsbreite, wobei die Spannweite zwischen 52-Wochen-Hoch und 52-Wochen-Tief mehrere Dutzend Prozentpunkte betrĂ€gt. Solche Kursspannen sind typisch fĂŒr kapitalintensive GeschĂ€ftsmodelle, deren Bewertungen stark von Zinsniveau, Transaktionsvolumen und Marktstimmung fĂŒr Immobilien abhĂ€ngen. FĂŒr Investoren bedeuten sie einerseits Chancen bei RĂŒcksetzern, andererseits aber auch ein erhöhtes Risiko bei negativen Branchennachrichten oder weiteren Zinsanstiegen.

Setzt man den bereinigten FFO 2023 von rund 0,31 Euro je Aktie ins VerhĂ€ltnis zum aktuellen Kurs, ergibt sich ein FFO-Multiple, das deutlich unter den Bewertungsniveaus klassischer Wohnimmobiliengesellschaften und auch vieler BĂŒro-REITs in stabileren MĂ€rkten liegt. Dieser Abschlag reflektiert sowohl die höhere Zins- und Bewertungsunsicherheit als auch die spezifischen Risiken der Segmente BĂŒro und Hotel.

Strategie, Portfoliobereinigung und mögliche VerkÀufe

Strategisch verfolgt Aroundtown weiterhin das Ziel, sich auf qualitativ hochwertige, gut vermietete Objekte in starken Lagen zu konzentrieren. Dies umfasst sowohl Core- als auch Core-Plus-Immobilien, die langfristig stabile Cashflows liefern sollen. Im Rahmen dessen wurden in den vergangenen Quartalen bereits verschiedene Nicht-Kernobjekte verkauft, um LiquiditÀt zu generieren und die Verschuldung zu senken.

Die Gesellschaft betont, dass mögliche weitere VerkĂ€ufe selektiv und opportunistisch erfolgen sollen. Dabei werden insbesondere Objekte verĂ€ussert, deren Renditeperspektive unter dem Durchschnitt des Portfolios liegt oder bei denen ein attraktiver Verkaufspreis im VerhĂ€ltnis zur internen Bewertung erzielt werden kann. FĂŒr Anleger ergibt sich daraus ein doppelter Effekt: Einerseits sinkt der Verschuldungsgrad, andererseits kann sich die durchschnittliche QualitĂ€t des verbleibenden Portfolios verbessern.

Langfristig zielt Aroundtown darauf ab, die Bilanzstruktur zu stÀrken, die durchschnittlichen Finanzierungskosten zu begrenzen und zugleich das Portfolio so zu positionieren, dass es von Megatrends wie Urbanisierung, Tourismus und Dienstleistungswachstum profitieren kann. Ob und in welchem Tempo dieses Programm umgesetzt werden kann, hÀngt stark von der MarktliquiditÀt und der Bereitschaft institutioneller Investoren ab, auch in einem höheren Zinsumfeld in Gewerbeimmobilien zu investieren.

Produktbezug: Gewerbe- und Hotelimmobilien

Ein reprĂ€sentatives Beispiel fĂŒr das GeschĂ€ftsmodell von Aroundtown sind moderne BĂŒro- und Hotelimmobilien in grossen deutschen StĂ€dten, die langfristig an bonitĂ€tsstarke Mieter aus Dienstleistungsbranchen, Verwaltung oder internationalen Hotelketten vermietet sind. Solche Objekte erwirtschaften regelmĂ€ssige Mieteinnahmen, die in den bereinigten FFO des Konzerns einfliessen und damit die Basis fĂŒr Dividenden und Schuldenabbau bilden.

Die Aroundtown-Aktie im Überblick

Die Aroundtown-Aktie wird ĂŒberwiegend im Prime-Standard-Segment in Frankfurt ĂŒber Xetra gehandelt und ist dem SDAX zugeordnet. Der zuletzt veröffentlichte Kurs lag im unteren einstelligen Eurobereich und spiegelte damit die anhaltende Skepsis vieler Anleger gegenĂŒber Gewerbeimmobilien wider. Angesichts des deutlichen RĂŒckgangs des bereinigten FFO je Aktie von etwa 0,40 Euro in 2022 auf rund 0,31 Euro in 2023 spielt fĂŒr Investoren nun vor allem die Frage eine Rolle, inwieweit Cashflow-StabilitĂ€t, Schuldenabbau und Portfoliobereinigung in den kommenden Jahren zu einer Neubewertung der Aktie beitragen können.

Aroundtown-Aktie - Kennzahlen im Überblick

  • Unternehmen: Aroundtown SA
  • ISIN: LU1673108939
  • Ticker: AT1
  • Handelsplatz: Xetra
  • Kurs (Stand 21.07.2026, 16:00 Uhr): 2,40 EUR
  • Marktkapitalisierung: 3,3 Mrd. EUR (Stand 21.07.2026)
  • Sektor / Branche: Immobilien, Gewerbeimmobilien
  • Indexzugehörigkeit: SDAX
  • NĂ€chstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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