Börse Frankfurt-News: Trump versus Powell - das Sticheln geht weiter (Anleihen)
18.07.2025 - 14:28:54FĂŒr die EZB-Sitzung nĂ€chsten Donnerstag wird keine ZinsĂ€nderung erwartet. Und von den Unternehmensanleihen ziehen weiter die groĂen Namen.
18. Juli 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass US-PrĂ€sident Trump erneut die Entlassung von US-Notenbankchef Powell gefordert hat, sorgte diese Woche fĂŒr NervositĂ€t an den AnleihemĂ€rkten. "Trump fordert immer niedrigere Zinsen. Die negativen Auswirkungen der US-Wirtschaftspolitik bleiben dabei unberĂŒcksichtigt", stellt AnleihehĂ€ndler Tim Oechsner von der Steubing AG fest. Die US-Zollpolitik fĂŒhre zu höherer Inflation. "Da mĂŒsste die Fed eigentlich die Zinsen erhöhen."
Zwar ruderte Trump nach GesprĂ€chen mit republikanischen US-Senatoren etwas zurĂŒck. "Dennoch lassen sich Sorgen vor einer Einflussnahme der US-Administration auf die Fed-Entscheidung nicht ganz ausrĂ€umen", bemerkt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.
Mit den langfristigen Renditen ging es diese Woche nach oben: ZehnjĂ€hrige Bundesanleihen rentierten kurzzeitig mit ĂŒber 2,73 Prozent. Am Freitagmorgen sind es immer noch 2,70 Prozent, nach 2,65 Prozent vor einer Woche. Da die kurzfristigen Zinsen sinken, wird die Renditekurve steiler. "Einerseits fallen die kurzen Renditen im Einklang mit den sinkenden Zentralbankzinsen. Gleichzeitig scheuen Investoren Anleihen mit langer Laufzeit aufgrund der langfristigen Inflationsrisiken und der Staatsschuldendynamik", stellt Analyst Hauke SiemĂen von der Commerzbank fest.
"Abwartende Haltung der EZB"
Wenig Neues dĂŒrfte der kommende Donnerstag mit der letzten EZB-Sitzung vor der Sommerpause bringen - erwartet wird keine Zinsanpassung. "Die jĂŒngsten ?"uĂerungen von Seiten der Ratsvertreter signalisieren eine abwartende Haltung der Notenbank", erlĂ€utert Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen und deren Auswirkungen auf Wachstum und Inflation sehe sich die EZB mit dem aktuellen Leitzinsniveau gut positioniert. Nach der Sommerpause rechnet die Bank mit einem letzten Lockerungsschritt von 25 Basispunkten.
Suche nach Mehrrendite mit bulgarischen und rumÀnischen Staatsanleihen
Im Handel mit Staats- und staatsnahen Anleihen sind diese Woche Bonds der EuropÀische Union mit FÀlligkeit 2031 und aktueller Rendite von 2,65 Prozent (EU000A3L1DJ0) gesucht, wie HÀndler Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet. Ebenfalls beliebt: österreichische Anleihen mit FÀlligkeit 2034 und aktuell 2,9 Prozent (AT0000A10683).
Gut angenommen wĂŒrden zudem neue Staatsanleihen von Bulgarien: Die bis 2035 laufende Tranche bietet einen Kupon von 3,375 Prozent (XS3124345631), die bis 2045 4,125 Prozent (XS3124393367). Steubing-HĂ€ndler Oechsner meldet gute UmsĂ€tze in neuen US-Dollar-Bonds von RumĂ€nien mit Laufzeit bis 2030 und 5,75 Prozent-Kupon (XS3114901336) sowie neuen KfW-Euro-Anleihen mit Laufzeit bis 2028 und 2,125 Prozent (DE000A4R2L42).
Mercedes, Fresenius und Eon gefragt
Im GeschĂ€ft mit Unternehmensanleihen ist nicht viel los. "Es ist extrem ruhig", berichtet Marcus Mielert, der fĂŒr Oddo BHF Anleihen handelt. "Es fehlen die Impulse", bemerkt Daniel. VerkĂ€ufe gab es in der Anleihe des Wiener Immobilienentwicklers UBM Development (AT0000A2QS11), wie Daniel berichtet. "Es finden sich aber schnell wieder KĂ€ufer."
Oechsner zufolge ziehen weiter bekannte Namen. Beispiele: 2030 fÀllige Bonds von Mercedes-Benz mit aktuell 2,58 Prozent Rendite (DE000A289QR9) sowie Fresenius SE mit 2,99 Prozent (XS2698713695). Daniel zufolge sind Eon-Bonds mit FÀlligkeit 2028 und aktuell 2,24 Prozent beliebt (XS2574873266).Einiges um geht laut Ochsner auch in US-Dollar-Bonds, etwa von Pharmakonzern Johnson & Johnson mit FÀlligkeit 2030 und aktuell 4,19 Prozent (US478160DJ00) und Autobauer Ford bis 2045 und 7,16 Prozent (US345370CS72).
Von Anna-Maria Borse, 18. Juli 2025, © Deutsche Börse AG
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