Börse Frankfurt-News: Hoffen auf EZB und Berichtssaison (Wochenausblick)
14.10.2024 - 10:58:42 | dpa.deHöhepunkt der Woche: die EZB-Sitzung am Donnerstag.
14. Oktober 2024. Ein gelungener Auftakt der US-Berichtssaison am Freitag sorgt fĂŒr RĂŒckenwind auch hierzulande, wichtiger bleibt allerdings die Aussicht auf weiter sinkende Zinsen. "Zinsfantasie ist derzeit der Treibstoff, der die AktienmĂ€rkte am Laufen hĂ€lt", erklĂ€rt Claudia Windt von der Helaba.
Der DAX steht am Montagmorgen bei 19.367 Punkten nach knapp 19.374 ZĂ€hlern am Freitag zu Handelsschluss. Das Rekordhoch von 19.491 ZĂ€hlern von Ende September bleibt somit in Sicht. In den USA hatten Dow Jones und S&P 500 am Freitag wieder neue Allzeithochs erreicht.
"Mehr fundamentale UnterstĂŒtzung fĂŒr US-Aktien"
HeiĂ diskutiert wird weiter, ob die USA in eine Rezession rutschen werden. "In Amerika ist statt von ?hard? oder ?soft? eher von ?no landing? auszugehen", meint Robert Halver von der Baader Bank. US-Aktien erhielten angesichts zuletzt stabiler amerikanischer FrĂŒhindikatoren, solider Daten vom Arbeitsmarkt und einem stabilen Dienstleistungssektor wieder mehr fundamentale UnterstĂŒtzung. In der Eurozone sorge das dĂŒstere Konjunkturbild fĂŒr rĂŒcklĂ€ufige Inflationsraten. Daher werde die EZB auf ihrer Sitzung diese Woche ihre Zinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte senken. "Damit erhalten auch Europas Aktien mehr geldpolitischen RĂŒckenwind", betont Halver.
Historie spricht fĂŒr steigende Kurse
Nach EinschĂ€tzung der Commerzbank ist eine US-Rezession zuletzt unwahrscheinlicher geworden. "Bleibt diese tatsĂ€chlich aus, dĂŒrften beim DAX die Chancen ĂŒberwiegen", betont Analyst Bernd Weidenstein. Das zeige ein Blick in die Vergangenheit. So sei der DAX nach ersten US-Notenbank-Leitzinssenkungen, denen keine Rezession folgte - konkret 1984, 1989, 1995 und 1998 -, im folgenden Jahr regelmĂ€Ăig weiter gestiegen. Dagegen sei der Index nach ersten Leitzinssenkungen 1981, 2001, 2007 und 2019 mit folgenden Rezessionen jeweils unter Druck geraten.
"DAX noch immer moderat bewertet"
Markus Reinwand von der Helaba weist darauf hin, dass das vierte Quartal historisch betrachtet die beste Phase fĂŒr Aktien ist. "Sowohl der S&P 500 als auch der DAX legten im Durchschnitt der vergangenen 58 Jahre in diesem Zeitfenster am stĂ€rksten zu." Entscheidend ist Reinwand zufolge aber aktuell ebenfalls die Perspektive auf weiter sinkende Leitzinsen. "Insgesamt betrug die auf das Jahr umgerechnete Performance wĂ€hrend Zinssenkungsphasen im Durchschnitt 13 Prozent", berichtet der Analyst. Positiv fĂŒr den DAX sei zudem eine noch immer moderate Bewertung mit Kursen nur leicht oberhalb des fairen Werts von derzeit 18.500 Punkten. Der Helaba-BEST-Indikator - bestehend aus Kurs-Gewinn-, Kurs-Cashflow- und Kurs-Buchwert-VerhĂ€ltnis sowie Dividendenrendite - empfiehlt aktuell allerdings nur eine Halten-Position.
Höhepunkt der Woche ist die EZB-Sitzung am Donnerstag. AuĂerdem wichtig: die Berichtssaison. Am Freitag hatten in den USA bereits JP Morgan und Wells Fargo ihre Zahlen fĂŒr das dritte Quartal veröffentlicht, in dieser Woche geht es weiter mit unter anderem Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley. Hierzulande legt Sartorius die BĂŒcher offen.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Montag, 14. Oktober
USA: Columbus Day. BondmÀrkte geschlossen.
Dienstag, 15. Oktober
11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober. Der erste Stimmungstest unter den Finanzmarktanalysten hat laut DekaBank mit einer Stimmungsaufhellung ĂŒberrascht. Damit stĂŒnden die Vorzeichen auch fĂŒr die deutsche ZEW-Umfrage gut.
Donnerstag, 17. Oktober
14.45 Uhr. Eurozone: Zinsentscheid der EZB. Erwartet wird, dass die Zentralbank den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent senken wird.
14.30 Uhr. USA: EinzelhandelsumsÀtze September. Die Commerzbank prognostiziert ein solides Plus. Der private Verbrauch sei damit im abgelaufenen Quartal wieder ein wichtiger Wachstumstreiber gewesen.
Freitag, 18. Oktober
4.00 Uhr. China: BIP 3. Quartal, Industrieproduktion/Einzelhandelsumsatz September. Die Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal sowie die Monatsdaten fĂŒr September dĂŒrften der DekaBank zufolge die schlechte Verfassung der Konjunktur bestĂ€tigen.
Von Anna-Maria Borse, 14. Oktober 2024, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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