Allianz, Verzinsung

Allianz hÀlt Verzinsung von Lebensversicherungen stabil

01.12.2025 - 11:07:21

Die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge in Deutschland wird im nÀchsten Jahr stabile Zinsen bieten.

Die Allianz DE0008404005 als grĂ¶ĂŸter deutscher Lebensversicherer belĂ€sst die Gesamtverzinsung ihrer VertrĂ€ge im kommenden Jahr unverĂ€ndert bei 3,5 fĂŒr klassische Policen beziehungsweise 3,8 Prozent fĂŒr neuere VertrĂ€ge mit abgespeckter Garantie.

"Wir bleiben mit unserer Gesamtverzinsung auf einem hohen Niveau", sagte Burkhard Priebe, Vorstandsmitglied der Allianz Leben. "Das ist ein Zeichen der StabilitĂ€t in einem fordernden Umfeld." Der MĂŒnchner Dax DE0008469008-Konzern ist mit 10,7 Millionen Kunden und 14 Millionen VertrĂ€gen MarktfĂŒhrer bei Lebensversicherungen.

Garantiezins, Überschussbeteiligung und SchlussĂŒberschuss

Die deutsche Industrie ist zwar seit Jahren in einer Dauerkrise gefangen, die Finanzbranche hingegen profitierte in den vergangenen beiden Jahren vom Ende der jahrelangen Nullzinsphase. Die Gesamtverzinsung von Lebensversicherungen setzt sich aus zwei beziehungsweise drei Bestandteilen zusammen: Garantiezins und eine jĂ€hrliche Überschussbeteiligung bilden die laufende Verzinsung, zum Vertragsende kommt ein SchlussĂŒberschuss hinzu.

Die Allianz hatte ihre laufende Verzinsung nach dem Ende der Nullzinsphase 2022 vergleichsweise schnell wieder angehoben. FĂŒr klassische Lebensversicherungen zahlt die Allianz im kommenden Jahr 2,7 Prozent, fĂŒr neuere VertrĂ€ge 2,8 Prozent.

Im Branchenschnitt leicht steigende laufende Verzinsung zu erwarten

Etliche andere Versicherer waren in dieser Hinsicht zunĂ€chst zurĂŒckhaltender, ziehen aber nach. Die Ratingagentur Assekurata rechnet fĂŒr nĂ€chstes Jahr im Branchenschnitt mit einer leichten Steigerung der laufenden Verzinsung auf 2,6 bis 2,7 Prozent. In diesem Jahr waren es 2,53 Prozent, wie Lars Heermann sagte, der Bereichsleiter Analyse bei Assekurata.

Fast jeder Einwohner Deutschlands hat eine Lebensversicherung

Lebensversicherungen sind seit Jahrzehnten das meistverkaufte Produkt der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Im Jahr 2018 gab es nach Zahlen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) 83,5 Millionen LebensversicherungsvertrÀge, mehr als die damalige Einwohnerzahl von 83,0 Millionen.

Die Nullzinspolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank bis 2022 traf die Lebensversicherer jedoch ebenso wie Banken und Sparkassen. Das trieb einerseits die Kosten fĂŒr die Unternehmen in die Höhe und machte andererseits den Abschluss neuer Policen weniger attraktiv. Eine Folge war, dass die Branche flĂ€chendeckend von den ehedem ĂŒblichen klassischen VertrĂ€gen mit vergleichsweise hoher garantierter Verzinsung abrĂŒckte. 2024 zĂ€hlte der GDV noch 80,3 Millionen LebensversicherungsvertrĂ€ge.

Debatte um gesetzliche Rente fördert Nachfrage

Der RĂŒckgang erklĂ€rt sich daraus, dass im branchenweiten Saldo jĂ€hrlich mehr alte VertrĂ€ge auslaufen als neue abgeschlossen werden. Dennoch unterschreiben die Deutschen weiter alljĂ€hrlich mehrere Millionen neue Lebensversicherungspolicen.

Die Allianz profitiert nach Worten Priebes auch, aber nicht nur von der Dauerdiskussion um die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung: "Die Nachfrage ist sehr hoch", sagte der Manager. "Darunter sind junge Menschen, die mit Blick auf das Rentensystem zusÀtzliche Altersvorsorge aufbauen wollen, Familien, die sich absichern wollen, und Menschen, die bereits dem Ruhestand nah sind."

@ dpa.de