AKTIEN IM FOKUS: BASF und Alzchem ĂŒberzeugen - Clariants Ausblick schockt
28.02.2025 - 12:26:29Zudem mussten die Anleger auch noch bei Lanxess DE0005470405 eine Abstufung der Papiere und bei Wacker Chemie eine Personalentscheidung verarbeiten. Unter dem Strich zÀhlte die Chemiebranche damit europaweit zu den wenigen Gewinnern in einem schwÀchelnden Gesamtmarkt EU0009658202.
Mit Blick auf die Favoriten im Chemiesektor machten die Anteilsscheine von BASF anfÀngliche Verluste von bis zu 2,7 Prozent wett und drehten ins Plus. Gegen Mittag notierten sie unter den besten Werten im deutschen Leitindex Dax DE0008469008 fast 2 Prozent höher bei 49,63 Euro.
Die Reaktionen auf die endgĂŒltigen GeschĂ€ftszahlen von BASF fĂŒr 2024 waren gemischt ausgefallen. So hĂ€tten die operativen Kennziffern seine SchĂ€tzungen nochmals wegen Rundungseffekten unterschritten, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan. Der Gewinn je Aktie jedoch liege darĂŒber wegen vorteilhafter Bilanzierungseffekten.
Ein HĂ€ndler betonte derweil, dass der Ausblick auf das laufende Jahr in dem aktuellen Marktumfeld gut genug gewesen sein dĂŒrfte, um den Aktienkurs steigen zu lassen. FĂŒr 2025 peilt BASF fĂŒr das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie SondereinflĂŒssen 8,0 bis 8,4 Milliarden Euro an. Die diesbezĂŒglichen Markterwartungen bewegen sich, je nach Lesart, am oberen Ende oder eher in der Mitte dieser Spanne.
Der Ausblick von Clariant hingegen schockierte die Anleger. Die Schweizer erwarten fĂŒr 2025 zwar unverĂ€ndert ein Umsatzwachstum in lokaler WĂ€hrung von drei bis fĂŒnf Prozent. Neu ist aber der Zusatz, dass das aktuelle wirtschaftliche Umfeld eine Wachstumsrate am unteren Ende dieser Spanne impliziert. Auch bei der ProfitabilitĂ€t macht Clariant Abstriche.
Die Aktien von Clariant waren im frĂŒhen Handel im ZĂŒrich um bis zu 12,5 Prozent auf 9,25 Franken eingeknickt. Dies war der tiefste Stand seit 2012. Zuletzt stand noch ein Minus von 9,5 Prozent zu Buche.
Der Spezialchemiekonzern Alzchem aus Trostberg im Landkreis Traunstein hingegen will nach einem Rekordjahr noch mehr erreichen. Damit zogen die Papiere an der Spitze des hiesigen Nebenwerteindex SDax DE0009653386 um fast vier Prozent an.
Alzchem habe das Jahr 2024 mit unerwartet starken Kennziffern abgeschlossen, schrieb Analyst Konstantin Wiechert von der Baader Bank. Zudem hob der Experte den um 50 Prozent erhöhten Dividendenvorschlag positiv hervor.
Die Anteilsscheine von Lanxess wiederum fielen im MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Werte um 1,3 Prozent. Hier hatte die Privatbank Berenberg die Kaufempfehlung fĂŒr die Papiere gestrichen und rĂ€t nur noch, an der Seitenlinie zu verharren. Diese sind aus Sicht des Analysten Andres Castanos-Mollor zuletzt zu stark gestiegen - getrieben von den Quartalszahlen, der Hoffnung auf Frieden in der Ukraine und niedrigere Energiepreise sowie im Nachgang des relativ positiven Wahlergebnisses in Deutschland.
In dieser Gemengelage verloren die ebenfalls im MDax gelisteten Aktien von Wacker Chemie DE000WCH8881 fast zwei Prozent. Kurzzeitig waren sie auch unter die 21-Tage-Durchschnittslinie gerutscht, die aus charttechnischer Sicht den kurzfristigen Trend beschreibt. Hier nahmen die Anleger eher am Rande zur Kenntnis, dass das Unternehmen den Vertrag mit seinem Finanzchef Tobias Ohler um fĂŒnf Jahre verlĂ€ngert hatte.

