BVG-Chef, U-Bahn

BVG-Chef: Sind bei Berliner U-Bahn nicht ĂŒber den Berg

16.10.2024 - 17:54:40

Die Berliner U-Bahnen fahren derzeit so unzuverlÀssig wie lange nicht.

In den vergangenen Wochen fiel zwischenzeitlich deutlich mehr als jeder zehnte Zug aus, wie aus Unterlagen hervorgeht, die der Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Henrik Falk, im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses prĂ€sentierte. Schon eine Ausfallquote von mehr als zwei Prozent sei "nicht gut", betonte er vor den Abgeordneten. "Sind wir schon ĂŒber den Berg? Nein, sind wir nicht."

Eine Besserung der Situation ist derzeit nicht absehbar. Hauptgrund ist der ĂŒberalterte Fuhrpark. Im Schnitt sind die U-Bahnfahrzeuge laut BVG seit rund 30 Jahren im Einsatz, manche sind sogar doppelt so alt. Neue Fahrzeuge sind bestellt, doch wegen Verzögerungen bei der Ausschreibung und Lieferproblemen beim Hersteller Stadler gehen sie erst deutlich spĂ€ter in Betrieb, als ursprĂŒnglich geplant.

Mehr Klarheit ĂŒber Auslieferungen Ende November

Der Testbetrieb lĂ€uft bereits. Mit der Auslieferung des ersten Fahrzeugs fĂŒr den Regelbetrieb rechnet Falk aber erst fĂŒr nach der Sommerpause des kommenden Jahres. Bis ausreichend neue ZĂŒge im Einsatz sind, um den Betrieb zu entlasten, könnte es noch deutlich lĂ€nger dauern. Mehr Klarheit ĂŒber den genauen Auslieferungsplan will Falk Ende November schaffen.

Ein weiteres Problem ist die schlechte Fahrplanauskunft. Ein Abgeordneter wies im Ausschuss darauf hin, dass sich etwa die VerspĂ€tungsanzeigen in der BVG-App oft erheblich unterscheiden von den Anzeigen auf den Tafeln am Bahnsteig. Falk kĂŒndigte an, das Thema verstĂ€rkt im kommenden Jahr angehen zu wollen. "Wir mĂŒssen eine Systemlandschaft dahinter aufrĂ€umen, die ĂŒber Jahrzehnte gewachsen ist und die nicht innerhalb eines Jahres zu bereinigen ist", sagte er.

Um kurzfristig fĂŒr mehr ZuverlĂ€ssigkeit zu sorgen, hat die BVG zuletzt den Takt auf einigen U-Bahnlinien etwas verlĂ€ngert. Inzwischen laufe das neue System weitgehend stabil, unterstrich Falk. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass FahrgĂ€ste aufgrund von ZugausfĂ€llen selbst auf Hauptstrecken und zu Stoßzeiten 20 Minuten oder lĂ€nger auf ihre U-Bahn warten mĂŒssen.

@ dpa.de