Bundesbank sucht neue Zentrale in Frankfurt
11.03.2026 - 12:38:40 | dpa.de"Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengĂŒnstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbank-Zentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-StraĂe", teilte Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel mit.
Daher suche die Bundesbank nun nach einer geeigneten Immobilie in Frankfurt. Zugleich habe die Stadt Frankfurt signalisiert, dass sie Teile des bisherigen Bundesbank-Standorts erwerben möchte. "Dies wĂ€re aufgrund der besonderen Gegebenheiten der Liegenschaft rechtlich zulĂ€ssig", erklĂ€rte die Bundesbank. Auf dem GelĂ€nde lagert in Tresoren mehr als die HĂ€lfte der von der Notenbank fĂŒr den deutschen Staat verwalteten Goldreserven.
Bundesbank hatte PlÀne bereits deutlich zusammengestrichen
Das "Projekt Campus" zur Umgestaltung des Bundesbank-Areals begann vor fast zehn Jahren. Vorgesehen waren mehrere Neubauten: KindertagesstÀtte, Sportzentrum, Gastronomiepavillon. Kosten nach einer SchÀtzung des Bundesrechnungshofes aus dem April 2024: rund 4,6 Milliarden Euro.
Nach Nagels Amtsantritt Anfang 2022 wurden die PlĂ€ne zusammengestrichen - auch wegen der Ausweitung von Homeoffice. Im August 2025 bekrĂ€ftigte die Bundesbank: "Das ursprĂŒngliche Projekt Campus ist passĂ©." Statt mit 5.000 BĂŒroarbeitsplĂ€tzen plant die Bundesbank nun mit gut 3.300 ArbeitsplĂ€tzen fĂŒr die BeschĂ€ftigten ihrer Zentrale.
Auch eine abgespeckte Version des alten Standorts hĂ€tte sich der Bundesbank zufolge nicht gerechnet: "Die gesamten Investitionskosten am Standort Wilhelm-Epstein-StraĂe hĂ€tten rund 1,6 Milliarden Euro betragen. Darin wĂ€ren nicht nur die Sanierung des ehemaligen HauptgebĂ€udes, sondern alle nötigen Anpassungen der Liegenschaft fĂŒr die Unterbringung der Zentrale enthalten gewesen."
"Symbol der StabilitÀtskultur"
Die Sanierung des von 1967 bis 1972 errichteten HauptgebÀudes, bisweilen als "nationales Symbol der StabilitÀtskultur" geadelt, hatte Anfang 2022 begonnen. Der Betonbau, Stilrichtung "Brutalismus", war bis dato im Kern unverÀndert.
FĂŒr Mehraufwand und höhere Kosten sorgte, dass das 220 Meter lange, 17 Meter breite und 60 Meter hohe GebĂ€ude im Mai 2022 auf Initiative des Landesamtes fĂŒr Denkmalpflege Hessen ĂŒberraschend unter Denkmalschutz gestellt wurde. Daraus folgte etwa die Vorgabe, in den obersten beiden der 13 Stockwerke Wandbekleidungen und TĂŒren im Originalzustand zu erhalten.
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