Wirecard-AktionÀrin scheitert mit Klage gegen Bafin
27.08.2025 - 14:33:40 | dpa.deDas hat das Oberlandesgericht DĂŒsseldorf entschieden und damit die Berufung der KleinaktionĂ€rin gegen ein Urteil des Landgerichts Krefeld zurĂŒckgewiesen (Az.: I-18 U 108/24).
Die KlĂ€gerin hatte durch die Insolvenz von Wirecard erhebliche Verluste erlitten. Sie warf der Bafin vor, durch ein Leerverkaufsverbot und eine Strafanzeige gegen Journalisten der "Financial Times" den Eindruck erweckt zu haben, die Berichte ĂŒber UnregelmĂ€Ăigkeiten bei Wirecard seien unglaubwĂŒrdig. Unter diesem Eindruck habe sie weitere Aktien erworben.
Gericht: Bafin-MaĂnahmen vertretbar
Das Gericht sah keine schuldhafte Amtspflichtverletzung der Bafin und auch keinen Zusammenhang zwischen dem Handeln der Behörde und dem entstandenen Schaden. Das Leerverkaufsverbot sei angesichts frĂŒherer Attacken und einer möglichen weiteren Attacke vertretbar gewesen, hieĂ es. Auch die Strafanzeige sei rechtmĂ€Ăig erfolgt. Die Behörde sei bei Vorliegen eines entsprechenden Verdachts dazu sogar verpflichtet gewesen.
Das Leerverkaufsverbot habe lediglich eine Beruhigungsfunktion. Die Bafin habe dadurch genauso wenig wie mit der Strafanzeige gegen die Journalisten eine Aussage ĂŒber die ValiditĂ€t der VorwĂŒrfe gegen Wirecard getroffen.
Urteil im Einklang mit BGH-Entscheiden
Die AktionĂ€rin hatte argumentiert, wenn die Bafin die MaĂnahmen unterlassen hĂ€tte, wĂ€re Wirecard bereits frĂŒher in eine AbwĂ€rtsspirale geraten und sie hĂ€tte 2019 nicht Aktien zugekauft. Dies sei spekulativ, befand das Gericht.
Eine Revision lieà das Gericht nicht zu, die KlÀgerin kann aber Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen. Der Bundesgerichtshof hat bereits Klagen anderer Wirecard-AktionÀre abgewiesen.
Der seinerzeit im Dax DE0008469008 gelistete Zahlungsdienstleister Wirecard war im Sommer 2020 zusammengebrochen, nachdem der Vorstand eingerĂ€umt hatte, dass angeblich auf Treuhandkonten verbuchte 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar waren. Weil die betrĂŒgerischen GeschĂ€fte jahrelang unentdeckt geblieben waren, geriet die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in die Kritik.
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