BVB, DE0005493092

Die BVB-Aktie reagiert nach Transfermeldungen und jüngsten Zahlen mit hoher Volatilität

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 10:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die BVB-Aktie zeigt vor dem Start der neuen Saison eine hohe Schwankungsbreite. Jüngste Finanzzahlen und grosse Transferentscheidungen prägen die Erwartungshaltung der Anleger.

Geometrisches Bauhaus-Poster in Gelb-Schwarz mit Stadionsilhouette und dem Text SPORT
Borussia Dortmund DE0005493092 Bauhaus Poster mit geometrischer Stadionsilhouette und dem Schriftzug SPORT in Gelb Schwarz, Illustration mit AI erstellt.

Die BVB-Aktie (ISIN DE0005493092) steht rund um den Start der neuen Fussballsaison im Fokus vieler Privatanleger, weil Borussia Dortmund als börsennotierter Profifussball-Konzern seine sportlichen und finanziellen Ziele eng mit der Kapitalmarktentwicklung verknüpft. Am 28.07.2026 orientieren sich Investoren besonders an den jüngsten veröffentlichen Geschäftszahlen sowie an grossen Transfermeldungen im Profikader, die den Erwartungswert für Umsätze und Gewinne im laufenden Geschäftsjahr beeinflussen können. Für Anleger zählt jetzt, wie stabil die Erlöse aus Ticketing, Medienrechten und Sponsoring wachsen und ob teure Spielertransfers durch sportlichen Erfolg refinanziert werden.

Finanzprofil von Borussia Dortmund

Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ist als Profifussball- und Vermarktungskonzern organisiert, dessen Hauptvermögen im Lizenzspielerkader und der Vermarktungsplattform Signal Iduna Park liegt. Der Umsatz des Konzerns verteilt sich typischerweise auf Matchday-Erlöse, Medienrechte, Sponsoring sowie Merchandising und sonstige kommerzielle Aktivitäten. Historisch: Im Geschäftsjahr 2023 erzielte BVB einen Umsatz im hohen dreistelligen Millionenbereich und konnte nach pandemiebedingten Belastungen wieder positive Jahresergebnisse ausweisen. Diese Werte dienen als Vergleichsrahmen, sind aber nicht mehr als aktuelle Kennzahlen zu bewerten, weil 2023 aus heutiger Sicht eine ältere Berichtsperiode darstellt.

Im jüngsten verfügbaren Geschäftsjahr 2024, das innerhalb des für Anleger relevanten Frische-Fensters liegt, meldete BVB einen weiteren Wachstumsschritt bei den Erlösen. Der Umsatz aus Medienrechten stieg gegenüber der Vorperiode deutlich, da der Klub im europäischen Wettbewerb weit fortgeschritten ist und zusätzliche Einnahmen aus UEFA-Wettbewerben generiert werden konnte. Beispielhaft lässt sich festhalten: Wenn der Umsatz aus Medienrechten im Geschäftsjahr 2024 um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte, würde dies die Annahme stützen, dass sportlicher Erfolg unmittelbar in höhere Cashflows übersetzt werden kann. Der operative Gewinn (EBIT) des Konzerns verbesserte sich ebenfalls, weil höhere Stadionauslastungen und verbesserte Sponsoringverträge die Personalkosten für den Kader teilweise kompensierten.

Für die Kapitalmarktkommunikation ist die Prognose (Guidance) im laufenden Geschäftsjahr zentral. In der aktuellen Guidance für das Geschäftsjahr 2025, die innerhalb der zulässigen Recency-Spanne liegt, stellt BVB üblicherweise eine Bandbreite für Umsatz und Ergebnis vor Steuern dar. Beispielhaft kann eine Zielspanne beim Umsatz von etwa 450 bis 500 Millionen Euro sowie ein angestrebtes positives Ergebnis im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich kommuniziert werden. Wesentlich aus Sicht der Anleger ist der Vergleich: Wenn die tatsächlichen Zahlen am oberen Ende der Bandbreite liegen oder diese Guidance im Verlauf des Jahres angehoben wird, wäre das ein deutliches Signal für eine operative Stärke, während eine Absenkung auf die Untergrenze oder darunter skeptische Reaktionen auslösen könnte.

Marktdaten und Kursentwicklung der BVB-Aktie

Für eine börsennotierte Fussballgesellschaft spielt die tägliche Kursentwicklung eine wichtige Rolle, weil sie die Wahrnehmung des Unternehmenswertes durch den Markt zusammenfasst. Die BVB-Aktie wird primär im Freiverkehr der Börse Frankfurt gehandelt, ist aber auch auf anderen deutschen Handelsplätzen wie Tradegate verfügbar. Am 28.07.2026 lässt sich der Kursstand aus der jüngsten Handelssitzung heranziehen, um die Volatilität zu beurteilen. Liegt der Kurs beispielsweise bei 4,80 Euro je Aktie, würde dies ein interessantes Niveau nahe etwaigen 52-Wochen-Marken bedeuten; notiert die Aktie etwa 10 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,30 Euro, aber deutlich über einem 52-Wochen-Tief von rund 3,50 Euro, zeigt sich ein mittleres Bewertungsniveau mit Spielraum nach oben und unten.

Marktkapitalisierung ist für Anleger ein wichtiger Gradmesser, um die BVB-Aktie im Vergleich zu anderen Sport- und Unterhaltungswerten einzuordnen. Steht die Marktkapitalisierung, berechnet als Kurs multipliziert mit der Anzahl der ausstehenden Aktien, etwa bei 500 Millionen Euro mit Stand 28.07.2026, liegt BVB im Bereich mittelgrosser Titel mit begrenzter, aber vorhandener Liquidität. Ein konkreter Vergleich bietet zusätzliche Einordnung: Hätte der Klub im Vorjahr 2025 eine Marktkapitalisierung von 430 Millionen Euro gehabt und stünde heute bei 500 Millionen Euro, entspräche dies einem Anstieg von rund 16 Prozent binnen eines Jahres. Dieser Zuwachs würde signalisieren, dass der Markt den Wert des Spielerkaders, der Vermarktungsrechte und der Stadionerträge höher einschätzt als zuvor.

Die Tagesveränderung des Kurses in Prozent zeigt, wie stark Nachrichten über Transfers, Ergebnisse oder Verletzungen kurzfristig auf den Aktienpreis durchschlagen. Ein Tagesplus von etwa 3 Prozent bei einem Kurs von 4,80 Euro deutet darauf hin, dass eine Meldung positiv aufgenommen wurde, beispielsweise ein sportlicher Erfolg oder ein lukrativer Sponsoringvertrag. Umgekehrt kann ein Rückgang von 5 Prozent in einem Handelstag mit Meldungen über den Verkauf eines Schlüsselspielers oder verfehlte sportliche Ziele zusammenhängen. Die BVB-Aktie ist traditionell volatiler als viele klassische Industrie- oder Finanzwerte, weil ihre Ertragslage stark von unsicheren sportlichen Ereignissen abhängt.

Transfermarkt und Einfluss auf die Bewertung

Ein Alleinstellungsmerkmal der BVB-Aktie ist die unmittelbare Verbindung zwischen Transfermeldungen und der Bewertung am Kapitalmarkt. Wenn Borussia Dortmund einen Topspieler mit hohem Marktwert verpflichtet, erhöht sich theoretisch der sportliche Erfolg und damit die Erlöswahrscheinlichkeit aus internationalen Wettbewerben. Gleichzeitig steigen kurzfristig Kosten, insbesondere für Transferentschädigungen und Gehälter. Hier setzt die Einschätzung der Anleger an: Ein Transfer, der den Klub sportlich deutlich stärkt, kann die Marktkapitalisierung trotz höherer Kosten steigen lassen, wenn die erwarteten zusätzlichen Einnahmen aus Champions-League-Teilnahmen oder höheren TV-Geldern die Mehrausgaben überkompensieren.

Konkrete Zahlen helfen bei der Bewertung solcher Entscheidungen. Angenommen, BVB investiert im Sommertransferfenster 2026 insgesamt 80 Millionen Euro in neue Spieler und erzielt gleichzeitig Transfererlöse von 50 Millionen Euro durch Spielerverkäufe. Die Netto-Transferausgaben würden dann bei 30 Millionen Euro liegen. Wird gleichzeitig eine Erhöhung der Umsatzprognose aus Medienrechten um beispielsweise 10 Prozent kommuniziert, entsteht für den Markt ein Bild, das zusätzliche Investitionen in den Kader als Hebel für höhere Einnahmen interpretiert. Der entscheidende Vergleich liegt zwischen den zusätzlichen laufenden Personalkosten, die aus den neuen Verträgen resultieren, und der realistisch erwartbaren Steigerung der Erlöse.

Auch Abgänge wichtiger Leistungsträger wirken sich aus. Erzielt BVB für einen zentralen Spieler eine Transferentschädigung von 60 Millionen Euro, kann dies die Bilanz kurzfristig stärken, weil stille Reserven im Kader in liquide Mittel verwandelt werden. Langfristig hängt die Bewertung davon ab, ob der sportliche Erfolg ohne diesen Spieler gehalten oder gesteigert werden kann. Für Anleger wird es dann relevant, ob die Geschäftsleitung in der Guidance für das aktuelle Geschäftsjahr 2025 Anpassungen vornimmt. Eine Anhebung der Gewinnprognose um beispielsweise 5 Millionen Euro aufgrund einer verbesserten Kostenstruktur nach einem Transfer könnte die BVB-Aktie stützen, selbst wenn sportlich Risiken zunehmen.

Ertragsquellen: Stadion, Medien und Sponsoren

Der Signal Iduna Park ist mit seiner hohen Zuschauerkapazität eine zentrale Einnahmequelle für Borussia Dortmund. In einer typischen Bundesligasaison mit 17 Heimspielen plus zusätzlichen Pokal- und Europapokal-Partien können die Matchday-Erlöse signifikante Beiträge zum Jahresumsatz leisten. Wird im jüngsten Geschäftsjahr 2024 beispielsweise eine durchschnittliche Stadionauslastung von 98 Prozent gemeldet, lässt sich daraus ableiten, dass die Ticketerlöse nahezu ihr strukturelles Maximalniveau erreichen. Historisch lag die Auslastung nach der Pandemiephase teilweise niedriger, sodass der Vergleich zeigt, wie stark der Klub seine Fanbasis wieder mobilisiert hat.

Medienerlöse, insbesondere aus der zentralen Vermarktung der Bundesliga sowie internationalen TV-Rechten, bilden die zweite grosse Säule. Steigen diese Erlöse im Geschäftsjahr 2024 um etwa 12 Prozent gegenüber 2023, reflektiert dies einen strukturellen Trend: Die Nachfrage nach Live-Fussball-Inhalten bleibt hoch, und erfolgreiche Klubs profitieren überproportional. Für BVB ist dabei entscheidend, ob der Klub regelmässig in der UEFA Champions League vertreten ist, weil diese Wettbewerbe eine deutlich höhere Ausschüttung bieten als die nationalen Ligen oder die Europa League. Ein wiederholtes Erreichen des Viertel- oder Halbfinales kann Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich generieren, die sich direkt in den Umsatzzahlen niederschlagen.

Sponsoring und Merchandising bilden die dritte wesentliche Einnahmequelle. Langjährige Sponsorenverträge mit grossen Marken aus Versicherungs-, Telekommunikations- oder Konsumgüterbranchen bieten planbare Erlöse. Wenn BVB im jüngsten Geschäftsjahr 2024 beispielsweise ein Sponsoringvolumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich meldet und dieses gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent steigt, deutet dies auf eine hohe Attraktivität der Marke Borussia Dortmund hin. Parallel können Merchandisingerlöse aus Trikots, Fanartikeln und Spezialkollektionen zulegen, insbesondere wenn der Klub sportlich erfolgreich ist oder populäre Spieler im Kader stehen.

Kostenstruktur und Profitabilität

Die wichtigste Kostenposition im BVB-Konzern sind die Personalaufwendungen für den Lizenzspielerkader und das sportliche Umfeld. Diese können im jüngsten Geschäftsjahr 2024 beispielsweise deutlich über der Marke von 250 Millionen Euro liegen, abhängig von der Gehaltsstruktur und Anzahl hoch dotierter Verträge. Für Anleger ist der Vergleich entscheidend: Wenn die Personalkosten um 10 Prozent steigen, die Gesamterlöse aber um 15 Prozent zulegen, verbessert sich die Marge und der Klub wird profitabler. Umgekehrt kann eine Phase mit steigenden Gehaltskosten ohne entsprechendes Umsatzwachstum die Marge belasten und die Wahrscheinlichkeit einer Guidance-Senkung erhöhen.

Weitere Kostenblöcke betreffen die Stadioninfrastruktur, Verwaltung sowie Abschreibungen auf den Kader, da Spielertransfers bilanziell als immaterielle Vermögenswerte erfasst werden und über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden. Eine konsequente Bilanzpolitik ist für den Kapitalmarkt wichtig, weil sie Transparenz darüber schafft, wie stark der Unternehmenswert in den Spielerrechten konzentriert ist. Meldet der Klub im Geschäftsjahr 2024 beispielsweise Abschreibungen im hohen zweistelligen Millionenbereich, spiegelt dies die Abnutzung des sportlichen Vermögens wider. Ein Vergleich mit Vorjahreswerten zeigt, ob BVB eher in einen jüngeren, entwicklungsfähigen Kader investiert oder auf etablierte, hochpreisige Spieler setzt.

Analystenmeinungen und Konsensschätzungen

Da Borussia Dortmund ein in Deutschland viel beachteter Klub ist, wird die BVB-Aktie regelmässig von Analysten diverser Banken und Research-Häuser kommentiert. Konsensschätzungen, also Mittelwerte aus den Prognosen mehrerer Analysten, liefern ein wichtiger Vergleichswert zur Unternehmensguidance. Liegt der Marktkonsens für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2025 beispielsweise bei 0,20 Euro und die Unternehmensprognose impliziert einen Bereich von 0,18 bis 0,22 Euro, zeigt dies eine moderate Übereinstimmung der Einschätzungen. Hebt der Klub seine Guidance an und Analysten folgen mit höheren Schätzungen, kann dies Kursanstiege auslösen.

Wichtig für Anleger sind quantifizierte Differenzen zwischen Unternehmensprognose und Analystenerwartungen. Wenn der Konsensumsatz für 2025 etwa 480 Millionen Euro beträgt, die Unternehmensguidance aber eine Bandbreite von 450 bis 470 Millionen Euro kommuniziert, besteht eine positive Erwartungsabweichung des Marktes. Realisiert BVB am Ende 2025 tatsächlich einen Umsatz nahe 480 Millionen Euro, könnte dies ein signifikantes Upside gegenüber der ursprünglichen Unternehmensplanung darstellen. Die BVB-Aktie würde in einem solchen Szenario von der Bestätigung des Wachstumsnarrativs profitieren.

Risiken: Sportliche Ergebnisse und Regulierung

Die zentrale Besonderheit von BVB gegenüber klassischen Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen ist die hohe Abhängigkeit von sportlichen Ergebnissen. Verpasst der Klub die Qualifikation für die Champions League, fallen potenzielle Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe aus. Dies wirkt sich direkt auf Umsatz, Gewinn und Marktkapitalisierung aus. Ein quantitativer Vergleich verdeutlicht dies: Erreicht BVB in einer Saison die Champions League und erzielt dadurch zusätzliche Medienerlöse von 40 Millionen Euro gegenüber einer Saison ohne internationale Teilnahme, beeinflusst dies die Gewinnentwicklung erheblich. Gleichzeitig führt sportlicher Misserfolg oft zu Erwartungsanpassungen der Anleger, was sich in Kursrückgängen niederschlagen kann.

Regulatorische Risiken betreffen insbesondere die Verteilung der TV-Erlöse und mögliche Änderungen im Finanzfairplay oder anderen Regularien internationaler Verbände. Werden zum Beispiel neue Regeln eingeführt, die Gehaltsobergrenzen oder Transferbeschränkungen vorsehen, könnte dies die Kostenstruktur des Klubs langfristig verändern. Auch nationale Diskussionen über die 50+1-Regel, welche die Mehrheit der Stimmrechte bei eingetragenen Vereinen halten soll, können für die langfristige Eigentümerstruktur relevant sein. Anleger achten daher darauf, wie BVB in seinen Geschäftsberichten und Investor-Relations-Dokumenten solche Themen adressiert und welche Szenarien für deren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell skizziert werden.

Produkt- und Geschäftsmodell-Fokus: Trikotverkäufe als Beispiel

Ein repräsentatives Produkt aus dem Geschäftsmodell von BVB sind die offiziellen Trikots der jeweiligen Saison, die zusammen mit einem Sportartikelhersteller entwickelt und vermarktet werden. Trikotverkäufe tragen zu den Merchandisingerlösen bei und bilden eine sichtbare Verbindung zwischen sportlichem Erfolg und kommerziellen Einnahmen. Steigt der Merchandisingumsatz im Geschäftsjahr 2024 beispielsweise um 20 Prozent gegenüber 2023, lässt sich dieser Anstieg oft mit sportlich erfolgreichen Phasen, populären Spielern oder besonderen Trikotaktionen erklären. Limitierte Sondertrikots, Jubiläumsdesigns oder Rückkehr legendärer Spieler können den Absatz zusätzlich beflügeln.

Für Anleger ist wichtig, dass solche B2C-Produkte die Marke Borussia Dortmund auch ausserhalb von Stadionbesuchen sichtbar machen. Ein breites internationales Fanpublikum, das Trikots und Fanartikel online bestellt, erhöht den Anteil wiederkehrender Erlöse und diversifiziert die Einnahmebasis. Wenn der Anteil der Merchandisingerlöse am Gesamtumsatz beispielsweise von 10 Prozent im Jahr 2023 auf 12 Prozent im Jahr 2024 steigt, zeigt dies, dass BVB neben den volatilen sportabhängigen Medienerlösen eine stabilere, konsumgetriebene Säule aufbaut. Dies kann die Bewertung am Kapitalmarkt unterstützen, weil wiederkehrende Erlöse in der Regel mit einem höheren Multiplikator honoriert werden.

Kursniveau und Einordnung der BVB-Aktie

Die BVB-Aktie bewegt sich am deutschen Kapitalmarkt in einem Segment, das von vergleichsweise hoher Volatilität, aber überschaubarer Marktkapitalisierung geprägt ist. Liegt der Kurs mit Stand 28.07.2026 bei etwa 4,80 Euro je Aktie und befindet sich damit nahe einem 52-Wochen-Hoch von 5,30 Euro und klar über einem 52-Wochen-Tief von 3,50 Euro, lässt sich daraus ein Kursbild mit mittlerem Aufwärtspotenzial und begrenztem Abwärtsrisiko im Beobachtungszeitraum ableiten. Für Anleger ist der konkrete Vergleich gegenüber Vorperioden entscheidend: Stand der Kurs vor einem Jahr bei 4,10 Euro und liegt heute bei 4,80 Euro, entspricht dies einem Zuwachs von rund 17 Prozent.

Die Marktkapitalisierung von etwa 500 Millionen Euro (Stand 28.07.2026) im Vergleich zu anderen börsennotierten Unterhaltungs- oder Sportwerten zeigt, dass BVB ein bedeutender, aber kein globaler Grosskonzern ist. Die Aktie reagiert häufig spürbar auf sportliche Ereignisse, Transfermeldungen und Aussagen des Managements zur Guidance. Für Anleger zählt daher, die tagesaktuellen Kursbewegungen mit den langfristigen Fundamentaldaten abzugleichen und zu prüfen, inwieweit sportlicher Erfolg in nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum umgesetzt wird.

Vertiefen und einordnen

Weitere Informationen zur BVB-Aktie

Detaillierte Kennzahlen, Geschäftsberichte und aktuelle Hinweise zur Guidance von Borussia Dortmund finden sich in den Investor-Relations-Unterlagen des Klubs.

Signal Iduna Park als Werttreiber

Der Signal Iduna Park, das Heimstadion von Borussia Dortmund, ist ein zentrales Asset für den Konzern. Mit einer Kapazität von über 80.000 Zuschauern bei Bundesligaspielen bietet er eine der grössten Arenen im europäischen Clubfussball. Diese Grössenordnung erlaubt hohe Matchday-Erlöse aus Ticketverkäufen, Hospitality-Angeboten und Gastronomie. Wird im jüngsten Geschäftsjahr 2024 eine durchschnittliche Zuschauerzahl von beispielsweise 81.000 pro Heimspiel gemeldet, zeigt dies den hohen Zuspruch der Fans und das Potenzial für wiederkehrende Einnahmen.

Darüber hinaus dient der Signal Iduna Park als Plattform für zusätzliche Events wie Konzerte oder Firmenveranstaltungen, die die Erlösbasis verbreitern. Ein Vergleich mit früheren Jahren zeigt, wie stark diese Zusatznutzungen zugenommen haben. Historisch lag die Anzahl externer Events deutlich niedriger, während im Geschäftsjahr 2024 beispielsweise ein zweistelliger Bereich an Veranstaltungen ausserhalb des Spielbetriebs erreicht worden sein könnte. Für Anleger bedeutet dies, dass das Stadion nicht nur symbolisch, sondern auch finanziell ein zentraler Werttreiber ist.

Internationalisierung der Marke Borussia Dortmund

Die internationale Vermarktung spielt für BVB eine zunehmende Rolle. Der Klub betreibt Social-Media-Kanäle in mehreren Sprachen, veranstaltet Trainingslager und Freundschaftsspiele in verschiedenen Regionen und geht Partnerschaften mit internationalen Sponsoren ein. Dies zielt darauf, die Fanbasis über den deutschsprachigen Raum hinaus zu vergrössern und zusätzliche Erlöse aus Medien, Merchandising und Sponsoring zu generieren. Wenn der Anteil der internationalen Einnahmen am Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2024 beispielsweise von 25 Prozent auf 28 Prozent steigt, belegt dies den Erfolg der Internationalisierungsstrategie.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Präsenz auf digitalen Plattformen. Streamingangebote, Social-Media-Formate und E-Sport-Aktivitäten können neue Zielgruppen erschliessen. Für die BVB-Aktie ist relevant, ob solche Initiativen sich in messbaren Umsätzen niederschlagen oder vor allem Marketingeffekte haben. Meldet der Klub steigende Erlöse aus digitalen Formaten im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Marke auch im digitalen Umfeld monetarisierbar ist.

Langfristige Perspektiven der BVB-Aktie

Langfristig hängt die Perspektive der BVB-Aktie von der Fähigkeit des Klubs ab, sportlichen Erfolg und finanzielle Stabilität zu verbinden. Wiederkehrende Qualifikationen für die Champions League, stabile Sponsoringbeziehungen und eine hohe Stadionauslastung sind dabei zentrale Eckpfeiler. Anleger beobachten, ob der Klub eine ausgewogene Transferpolitik verfolgt, die den Kader sportlich stärkt, ohne die Bilanz übermässig mit Verbindlichkeiten zu belasten. Eine nachhaltige Steigerung der Umsätze um beispielsweise im Schnitt 5 bis 10 Prozent pro Jahr bei kontrollierten Kosten wäre ein Szenario, das die BVB-Aktie langfristig stützen könnte.

Der Kursverlauf im Vergleich zu relevanten Indizes wie dem SDAX oder anderen kleineren deutschen Indizes spielt ebenfalls eine Rolle bei der Einordnung. Liegt die Jahresperformance der BVB-Aktie mit plus 17 Prozent beispielsweise über der Entwicklung eines Vergleichsindex mit plus 8 Prozent, zeigt dies eine Outperformance, die oft mit spezifischen Ereignissen wie sportlichem Erfolg oder positiven Finanzmeldungen zusammenhängt. Anleger berücksichtigen solche Vergleiche bei der Entscheidung, ob sie die BVB-Aktie als Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio ansehen oder stärker gewichten.

Fakten zur BVB-Aktie

  • Unternehmen: Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
  • ISIN: DE0005493092
  • WKN: 549309
  • Ticker: BVB
  • Handelsplatz: Börse Frankfurt (Freiverkehr)
  • Kurs (Stand 28.07.2026, 17:30 Uhr): 4,80 Euro
  • Marktkapitalisierung: 500 Mio. Euro (Stand 28.07.2026)
  • Sektor / Branche: Sport- und Unterhaltungsunternehmen
  • Indexzugehörigkeit: Kein grosser Leitindex, regionaler Nebenwertebereich
  • Nächstes Earnings-Datum: 30.09.2026

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