Cisco Systems Inc., US17275R1023

Die Cisco-Systems-Aktie reagiert nach Quartalszahlen und KI-Strategie auf gemischte Signale

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:17 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Cisco-Systems-Aktie steht nach den jüngsten Quartalszahlen und der laufenden Transformation hin zu Abomodellen und KI-Lösungen im Fokus. Umsatzrückgang im Kerngeschäft, starkes Wachstum im Servicegeschäft und der Milliardenkauf von Splunk prägen das Bild.

Geometrisches Bauhaus-Poster mit Schriftzug Network Tech, Symbolbild für Cisco Systems Inc
Bauhaus-Poster mit geometrischen Formen und Sektor-Schriftzug repräsentiert die Branche von Cisco Systems Inc., ISIN US17275R1023, Illustration mit AI erstellt.

Cisco Systems Inc. (ISIN US17275R1023) hat mit den jüngsten Quartalszahlen einen Umsatzrückgang im traditionellen Netzwerkgeschäft gemeldet, zugleich aber die Bedeutung wiederkehrender Software- und Serviceerlöse unterstrichen. Laut Unternehmensangaben für das am 27.04.2024 beendete dritte Quartal des Geschäftsjahres 2024 erzielte Cisco einen Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar gegenüber 14,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang um rund 13 Prozent entspricht. Parallel dazu stieg der Anteil der wiederkehrenden Umsätze und die Integration der Milliardenübernahme von Splunk soll die Position des Konzerns im Bereich Sicherheits- und KI-gestützter Datenanalysen stärken.

Umsatzrückgang im Kerngeschäft, Marge bleibt robust

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024 wies Cisco einen Gesamtumsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar aus, nach 14,6 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal des Vorjahres. Der Rückgang um etwa 1,9 Milliarden US-Dollar spiegelt insbesondere eine geringere Nachfrage im klassischen Netzwerk- und Routinggeschäft wider, nachdem Kunden in den Vorquartalen ihre Lager stark aufgefüllt hatten. Gleichzeitig legten Software und Services im Jahresvergleich zu, sodass sich die Erlösstruktur weiter in Richtung planbarer Abonnements verschob.

Beim Nettogewinn zeigte sich die Profitabilität trotz rückläufiger Erlöse vergleichsweise widerstandsfähig. Für das dritte Quartal 2024 meldete Cisco einen GAAP-Nettogewinn von rund 1,9 Milliarden US-Dollar, während im dritten Quartal des Vorjahres etwa 3,2 Milliarden US-Dollar erzielt wurden. Auf Non-GAAP-Basis lag der Gewinn deutlich höher, was auf Anpassungen unter anderem für aktienbasierte Vergütungen und Abschreibungen im Zusammenhang mit Akquisitionen zurückzuführen ist. Die operative Marge blieb damit auf einem Niveau, das es Cisco ermöglicht, hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in strategische Zukäufe wie Splunk zu finanzieren.

Besonders deutlich wird die Verschiebung im Geschäftsmodell beim Blick auf die wiederkehrenden Umsätze. Cisco berichtete für das dritte Quartal 2024 wiederkehrende Umsätze aus Abonnements und Services im hohen einstelligen Milliardenbereich, die im Vergleich zum Vorjahresquartal um einen spürbaren zweistelligen Prozentsatz zulegten. Damit stieg der Anteil dieser wiederkehrenden Erlöse am Gesamtumsatz weiter an und unterstreicht die strategische Abkehr vom reinen Hardwaregeschäft hin zu einer stärker software- und dienstleistungsorientierten Struktur.

Guidance und Auftragssituation im Fokus der Anleger

Für das Gesamtjahr 2024 hatte Cisco eine Umsatzprognose abgegeben, die nach unten angepasst wurde, als sich der Lagerabbau bei vielen Unternehmenskunden abzeichnete. Während im Vorjahr noch zweistellige Wachstumsraten erzielt wurden, rechnete das Management zuletzt mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Umsätzen, bevor die Integration von Splunk und neue KI-Produkte wieder für mehr Dynamik sorgen sollen. In der Mitte der Spanne impliziert die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 damit einen leichten Rückgang der Erlöse gegenüber den 57 Milliarden US-Dollar Umsatz, die Cisco im Geschäftsjahr 2023 ausgewiesen hatte.

Auf Ergebnisebene hält Cisco dennoch an einer soliden Profitabilität fest. Das Unternehmen stellte für das Geschäftsjahr 2024 einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie im hohen einstelligen Dollarbereich in Aussicht, wobei der Schwerpunkt auf Kostendisziplin und einer Fokussierung auf margenstarke Software- und Sicherheitsprodukte liegt. Diese Orientierung spiegelt sich auch im Cashflow wider: Cisco generierte im Geschäftsjahr 2023 einen operativen Cashflow im zweistelligen Milliardenbereich und konnte damit sowohl Dividendenzahlungen als auch Aktienrückkäufe finanzieren.

Für Anleger spielt zudem der Auftragsbestand eine zentrale Rolle. Cisco hatte nach der Pandemie-Phase einen außergewöhnlich hohen Auftragsbestand aufgebaut, da es Lieferengpässe bei wichtigen Komponenten gab. Mit der Normalisierung der Lieferketten wurde dieser Bestand sukzessive abgebaut, was im laufenden Geschäftsjahr zu niedrigeren Neubestellungen führt, obwohl die installierte Basis weiter wächst. Der Auftragseingang in wesentlichen Segmenten blieb dabei zwar positiv, lag jedoch unter den Spitzenwerten der Vorjahre, als viele Kunden ihre Netzwerkinfrastruktur zugleich modernisierten und ausbauten.

Splunk-Übernahme und KI-Strategie als Wachstumstreiber

Ein zentrales Element der aktuellen Cisco-Story ist die Übernahme von Splunk, einem Spezialisten für Datenanalyse, Sicherheitsinformationen und Ereignismanagement. Cisco bezifferte das Volumen dieses Deals auf rund 28 Milliarden US-Dollar, womit es sich um eine der größten Transaktionen in der Geschichte des Unternehmens handelt. Die Akquisition soll Cisco helfen, vom reinen Netzwerkanbieter zu einem umfassenden Anbieter für Observability-, Sicherheits- und KI-Lösungen zu werden.

Durch Splunk gewinnt Cisco Zugriff auf eine breite Plattform, mit der Unternehmen riesige Datenmengen aus ihren IT- und Sicherheitsumgebungen in Echtzeit analysieren können. Die Kombination aus Ciscos Netzwerktechnologie und Splunks Datenanalyse ergänzt sich dabei vor allem im Bereich der Sicherheitsprodukte. Cisco kann Sicherheitswarnungen direkt mit Netzwerkereignissen verknüpfen und so Bedrohungen automatisiert erkennen und abwehren. Dieser integrierte Ansatz soll nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch den Bedarf an spezialisierten Analysten reduzieren und Prozesse effizienter machen.

Im Zusammenhang mit der Splunk-Übernahme betont Cisco zudem das Potenzial von generativer KI und maschinellem Lernen. Die vielen Datenpunkte, die in modernen Unternehmensnetzwerken und Sicherheitslösungen anfallen, lassen sich mit KI-Modellen analysieren, um Muster, Anomalien und Optimierungsmöglichkeiten zu erkennen. Cisco sieht in dieser Verbindung von Netzwerk, Sicherheit und KI einen zentralen Wachstumstreiber für die nächsten Jahre und verweist darauf, dass der adressierte Markt für Sicherheits- und Observability-Lösungen im zweistelligen Milliardenbereich liegt und jährlich um mehrere Prozent wächst.

Wichtige Geschäftsfelder: Netzwerke, Sicherheit, Collaboration

Traditionell erwirtschaftet Cisco den größten Teil seiner Umsätze mit Netzwerkprodukten wie Routern und Switches für Unternehmens- und Telekommunikationsnetze. Dieses Kerngeschäft stand im vergangenen Jahr unter Druck, weil Kunden nach umfangreichen Investitionen in die Modernisierung ihrer Infrastruktur zunächst ihre Budgets reduzierten. Im dritten Quartal 2024 ging der Umsatz in diesem Produktsegment im zweistelligen Prozentbereich zurück, während Software und Services zulegten.

Im Sicherheitsgeschäft verzeichnete Cisco dagegen ein Wachstum im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, gestützt durch den steigenden Bedarf an Schutzmechanismen für hybride und Cloud-Umgebungen. Sicherheitslösungen tragen eine überdurchschnittliche Bruttomarge und gewinnen im Produktmix an Bedeutung. Auch das Collaboration-Segment, zu dem Lösungen für Videokonferenzen und Zusammenarbeit gehören, stabilisierte sich nach einem Rückgang im Zuge der Normalisierung von Homeoffice- und Hybridarbeitsmodellen und dürfte von neuen KI-Funktionen profitieren.

Ein weiteres strategisches Feld ist die sogenannte Full-Stack Observability, also die umfassende Überwachung von Anwendungs- und Netzwerkleistung über alle Ebenen hinweg. Hier kombiniert Cisco eigene Produkte mit Splunks Technologien, um Kunden einen ganzheitlichen Blick auf die Performance ihrer IT-Umgebungen zu bieten. Dies soll Ausfallzeiten reduzieren, Probleme schneller identifizieren und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen der Lösungen steigern. Für Cisco eröffnet sich damit ein zusätzliches Umsatzpotenzial bei bestehenden Kunden, da Observability- und Sicherheitslösungen oft ergänzend zur vorhandenen Netzwerkinfrastruktur verkauft werden.

Produktbeispiel: Cisco Webex als Collaboration-Plattform

Ein prominentes Produkt im Portfolio von Cisco ist die Collaboration-Plattform Webex. Cisco Webex bietet Videokonferenzen, Messaging, Webinar-Funktionen und Telefonie aus einer Hand und richtet sich an Unternehmen jeder Größe. Für Cisco ist Webex ein Beispiel dafür, wie sich klassische Lizenzen zunehmend in abonnementbasierte Cloud-Services verwandeln, die wiederkehrende Umsätze generieren.

Im Zuge der Pandemie hatte Webex stark von der breiten Umstellung auf Remote-Arbeit profitiert und verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Nutzerzahlen. Auch wenn sich das Wachstumstempo nach dem Höhepunkt der Homeoffice-Phase abgeschwächt hat, bleibt Collaboration laut Cisco ein strategisch wichtiges Feld. Das Unternehmen integriert in Webex verstärkt KI-Funktionen, etwa für automatische Transkriptionen, Zusammenfassungen von Meetings oder intelligente Hintergrund-Geräuschunterdrückung. Diese Features sollen die Produktivität erhöhen und die Plattform im Wettbewerb mit anderen Collaboration-Lösungen positionieren.

Cisco-Systems-Aktie mit Blick auf Bewertung und Marktkapitalisierung

Die Cisco-Systems-Aktie wird an der NASDAQ in US-Dollar gehandelt und zählt zu den etablierten Technologie-Werten im US-Leitindex S&P 500. Auf Basis der zuletzt veröffentlichten Kurse lag die Marktkapitalisierung von Cisco im Jahr 2024 im Bereich von deutlich über 180 Milliarden US-Dollar. Damit gehört das Unternehmen zu den größeren Vertretern im internationalen Technologiebereich, auch wenn es gemessen an der Marktkapitalisierung hinter den ganz großen Plattformkonzernen aus den USA zurückbleibt.

Im direkten Vergleich mit rein wachstumsorientierten Softwareanbietern wird Cisco häufig mit einem niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt, was teilweise auf die reifere Marktposition und die starke Stellung im Hardwarebereich zurückzuführen ist. Die Transformation hin zu wiederkehrenden Software- und Serviceerlösen sowie der Ausbau des Sicherheits- und Observability-Geschäfts könnten mittelfristig jedoch zu einer Neubewertung führen, sofern das Unternehmen an die Wachstumsraten spezialisierter Wettbewerber herankommt. Für Anleger ist neben der Bewertung auch die Dividendenpolitik relevant: Cisco schüttet seit vielen Jahren regelmäßig Dividenden aus und hat diese in der Vergangenheit mehrfach erhöht.

Vertiefen und einordnen

Mehr Hintergründe zur Cisco-Systems-Aktie und zum Geschäftsbericht

Aktuelle Berichte, Kennzahlen und Präsentationen von Cisco Systems finden sich im Investor-Relations-Bereich des Unternehmens, der zusätzliche Details zur Strategie, zur Splunk-Übernahme und zu den mittelfristigen Zielen bietet.

Cisco Systems Inc. im Überblick

  • Unternehmen: Cisco Systems Inc.
  • ISIN: US17275R1023
  • Ticker: CSCO
  • Handelsplatz: NASDAQ
  • Sektor / Branche: Informationstechnologie / Netzwerktechnik und Sicherheitssoftware
  • Indexzugehörigkeit: S&P 500
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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