Die Close-Brothers-Aktie reagiert auf Umbaupläne und schwächere Zahlen
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der britische Finanzdienstleister Close Brothers Group plc (ISIN GB0007668071) hat für das am 31.07.2023 beendete Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von rund 274,2 Mio. GBP ausgewiesen, nachdem im Vorjahr noch etwa 274,8 Mio. GBP erzielt wurden, was praktisch einer Stagnation entspricht und laut Unternehmensangaben vor allem auf Druck im Banking-Segment zurückzuführen ist.
Gewinnrückgang und Portfolioanpassungen
Im Bankgeschäft verbuchte Close Brothers im Geschäftsjahr 2023 laut Unternehmensbericht einen Rückgang des bereinigten Operating Profit von rund 240 Mio. GBP im Vorjahr auf etwa 217 Mio. GBP, was einem Minus von rund 9,6 Prozent entspricht und die Belastungen aus höheren Refinanzierungskosten sowie einer vorsichtigeren Kreditvergabepolitik widerspiegelt.
Die Nettozinsmarge im Banking-Bereich lag nach Unternehmensangaben im Geschäftsjahr 2023 bei knapp 7,7 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vorjahres von etwa 7,9 Prozent, was den Druck durch Wettbewerber und Regulierung verdeutlicht, während das Kreditvolumen im Konzern insgesamt moderat ausgebaut wurde.
Kapitalausstattung und regulatorischer Druck
Die Kernkapitalquote (CET1) der Close Brothers Group lag per 31.07.2023 bei rund 14,7 Prozent und damit etwas über dem Wert von etwa 14,6 Prozent ein Jahr zuvor, was zeigt, dass der Konzern trotz Belastungen aus Problemkrediten weiterhin komfortabel über den regulatorischen Mindestanforderungen liegt.
Im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen und internen Risikoprüfungen hat Close Brothers nach eigenen Angaben einen Teil seines Portfolios im Bereich Property Finance überprüft und sich entschieden, aus einem Teil dieses Geschäfts kontrolliert auszusteigen, was zu zusätzlichen Kosten und Wertberichtigungen im laufenden Jahr geführt hat und sich im Ergebnisrückgang niederschlägt.
Weitere Fakten zur Close-Brothers-Aktie
Mehr Hintergründe und aktuelle Unternehmensmeldungen zur Close-Brothers-Aktie finden sich im Themenbereich zur ISIN sowie direkt auf der Investor-Relations-Seite des Konzerns.
Kernsegmente und Ertragsquellen
Close Brothers erwirtschaftet den Großteil seiner Erträge im klassischen Banking-Geschäft, das Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen und spezialisierte Finanzierungen umfasst und im Geschäftsjahr 2023 laut Unternehmensbericht für mehr als zwei Drittel des Konzernprofits verantwortlich war.
Daneben trägt das Wealth-Management-Segment über Vermögensverwaltung und Finanzplanung für vermögende Privatkunden zum Ergebnis bei, wobei die betreuten Kundengelder per Geschäftsjahresende 2023 im Bereich von deutlich über 10 Mrd. GBP lagen und damit im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen sind.
Produktbeispiel: Asset Finance für Unternehmen
Ein repräsentatives Produkt von Close Brothers ist das Asset-Finance-Angebot für kleine und mittelgroße Unternehmen, bei dem Maschinen, Fahrzeuge oder andere Betriebsausstattung über maßgeschneiderte Finanzierungen erworben werden können und das laut Unternehmensangaben einen wesentlichen Beitrag zum Kreditportfolio und zu den Zinserträgen leistet.
Aktienperspektive und Markteinordnung
Die Close-Brothers-Aktie ist an der London Stock Exchange gelistet und gehört zu den etablierten britischen Finanzwerten; angesichts des Gewinnrückgangs und der schrittweisen Neuordnung des Property-Finance-Geschäfts dürfte für Anleger neben der Profitabilität insbesondere die Kapitalquote und Dividendenpolitik entscheidend sein.
Fakten zur Close-Brothers-Aktie
- Unternehmen: Close Brothers Group plc
- ISIN: GB0007668071
- Ticker: CBG
- Handelsplatz: London Stock Exchange
- Sektor / Branche: Finanzdienstleistungen / Banken
- Indexzugehörigkeit: FTSE-250-Umfeld
- Nächstes Earnings-Datum: Geschäftsjahresende üblicherweise 31.07., detaillierte Termine laut Unternehmen
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