CVAC, NL0015436031

Die CVAC-Aktie bleibt nach Kapitalmaßnahme und Fusionsplänen unter Druck

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 17:00 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die CVAC-Aktie steht nach der angekündigten Fusion von CureVac mit der Schweizer EtaRx und einer begleitenden Kapitalmaßnahme weiter im Fokus. Anleger blicken insbesondere auf den starken Umsatzrückgang 2024 und die anhaltend hohen Verluste des mRNA-Spezialisten.

CVAC, NL0015436031, Illustration mit AI erstellt.
CVAC, NL0015436031, Illustration mit AI erstellt.

Der Tübinger mRNA-Spezialist CureVac N.V. (CVAC, ISIN NL0015436031) bleibt an der US-Technologiebörse Nasdaq im Blick, nachdem das Unternehmen laut einer Mitteilung vom 27.03.2025 eine geplante Fusion mit der Schweizer EtaRx Therapeutics AG sowie eine begleitende Kapitalmaßnahme vorgestellt hat. In Reaktion auf die damalige Ankündigung der Transaktion und die Verwässerungserwartung war die CVAC-Aktie zeitweise zweistellig im Minus und lag laut Kursdatenportalen am 28.03.2025 bei rund 3,20 US?Dollar, während die Marktkapitalisierung damit im unteren dreistelligen Millionenbereich verharrte.

Fusion mit EtaRx und Verwässerungseffekt

Laut der am 27.03.2025 veröffentlichten Unternehmensmitteilung plant CureVac, EtaRx im Wege eines Aktientauschs zu übernehmen, wodurch EtaRx-Aktionäre insgesamt bis zu 15 Prozent am kombinierten Unternehmen erhalten sollen. Im Zuge der Transaktion wurde zusätzlich eine Kapitalerhöhung angekündigt, mit der CureVac brutto bis zu rund 150 Millionen US?Dollar einnehmen will, um die weitere klinische Entwicklung der Pipeline zu finanzieren.

Im Kapitalmarktausblick stellte das Management in Aussicht, dass sich durch die Integration von EtaRx insbesondere die onkologische mRNA-Pipeline verbreitern soll, während gleichzeitig Synergien bei Forschung und Entwicklung gehoben werden sollen. Für bestehende Aktionäre bedeutet der zusätzliche Aktienaustausch jedoch eine spürbare Verwässerung, die zusammen mit der Kapitalerhöhung den Verkaufsdruck auf die CVAC-Aktie verstärkte.

Ergebnisse 2024 zeigen deutlichen Umsatzrückgang

Für das Geschäftsjahr 2024 meldete CureVac laut dem veröffentlichten Jahresbericht einen Umsatz von rund 55 Millionen Euro, nach etwa 75 Millionen Euro im Jahr 2023, was einem Rückgang von gut 26 Prozent entspricht. Haupttreiber dieser Entwicklung war das Auslaufen von COVID-bezogenen Umsätzen sowie geringere Meilensteinzahlungen aus Forschungskooperationen.

Auf Ergebnisebene blieb CureVac 2024 tief in den roten Zahlen: Der Nettoverlust lag laut Jahresbericht bei rund 330 Millionen Euro, nach etwa 450 Millionen Euro Verlust 2023, womit sich das Minus zwar um rund 27 Prozent verringerte, aber weiterhin deutlich ist. Das operative Ergebnis (EBIT) bewegte sich ebenfalls im hohen negativen dreistelligen Millionenbereich, was die nach wie vor erheblichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung widerspiegelt.

Vertiefen und einordnen

Mehr zu Zahlen und Strategie von CureVac

Weitere Kennzahlen, Studienfortschritte und Details zur geplanten Fusion finden sich in den Investor-Relations-Unterlagen und begleitenden Unternehmenspräsentationen von CureVac.

F&E-Aufwand bleibt hoch, Cash-Bestand entscheidend

Ein zentraler Kostenblock bei CureVac ist weiterhin die Forschung und Entwicklung: Der F&E-Aufwand belief sich im Geschäftsjahr 2024 laut Unternehmensangaben auf rund 260 Millionen Euro, nach etwa 300 Millionen Euro im Jahr 2023, was einem Rückgang von gut 13 Prozent entspricht. Damit fließt der Großteil der operativen Mittel weiterhin in die Weiterentwicklung der mRNA-Plattform und der onkologischen Programme.

Gleichzeitig bleibt die Liquiditätsausstattung ein entscheidender Faktor für die Bewertung der CVAC-Aktie. Zum Jahresende 2024 verfügte CureVac laut Bilanz über liquide Mittel und kurzfristige Finanzanlagen in Höhe von rund 500 Millionen Euro, nach etwa 650 Millionen Euro per Ende 2023, womit der Cash-Bestand binnen eines Jahres um knapp 23 Prozent zurückging. Die geplante Kapitalerhöhung im Zuge der EtaRx-Transaktion soll diese Basis wieder stärken und die Finanzierung des laufenden Studienprogramms absichern.

Onkologie-Pipeline als strategischer Schwerpunkt

Strategisch verlagert CureVac den Schwerpunkt zunehmend von COVID-Impfstoffen auf onkologische Anwendungen. In der Pipeline befinden sich mehrere mRNA-basierte Krebsimpfstoffe in frühen klinischen Phasen, darunter Kandidaten für solide Tumoren in Phase-1/2-Studien. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern im Bereich Immunonkologie soll zusätzliche Meilensteinzahlungen und potenzielle Umsatzquellen eröffnen, sobald sich klinische Erfolge abzeichnen.

Die geplante Fusion mit EtaRx soll genau diesen Onkologie-Fokus verstärken, da EtaRx über komplementäre mRNA- und Immuntherapieansätze verfügt. Für Investoren ist dabei entscheidend, ob die kombinierte Pipeline mittelfristig in höhere, weniger schwankungsanfällige Umsätze überführt werden kann und ob sich die F&E-Ausgaben in Form von Zulassungen und Lizenzerlösen amortisieren.

CureVac-mRNA-Technologie und COVID-Erfahrung

Ein bekanntes Produktfeld von CureVac ist die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten, wobei das Unternehmen während der COVID-19-Pandemie erste groß angelegte klinische Erfahrungen sammelte. Obwohl der erste COVID-19-Impfstoffkandidat von CureVac die Erwartungen hinsichtlich Wirksamkeit nicht erfüllen konnte und nicht zur Markteinführung gelangte, lieferte das Projekt wertvolle Daten für die Weiterentwicklung der Plattform.

Die mRNA-Technologie von CureVac basiert auf einer proprietären, unmodifizierten mRNA, die zusammen mit speziellen Lipid-Nanopartikeln verabreicht wird. Diese Plattform wird inzwischen nicht nur für Infektionskrankheiten, sondern auch für personalisierte Krebsimpfstoffe genutzt, bei denen patientenspezifische Neoantigene adressiert werden sollen. Parallel arbeitet CureVac an der nächsten Generation von mRNA-Kandidaten, die stabiler und effizienter sein sollen und damit Vorteilspotenzial gegenüber Wettbewerbern bieten könnten.

CVAC-Aktie bleibt spekulativ

Die CVAC-Aktie spiegelt derzeit vor allem die Unsicherheit über den Zeitpunkt möglicher Markteinführungen und die Höhe künftiger Lizenzerlöse wider. Mit einem Kursniveau von rund 3,20 US?Dollar Ende März 2025 liegt das Papier deutlich unter früheren Hochs, als die Marktkapitalisierung während der COVID-Euphorie zeitweise im zweistelligen Milliardenbereich lag. Für den Markt stehen nun der Fortschritt der klinischen Programme, die Integration von EtaRx und die Entwicklung des Cash-Verbrauchs im Mittelpunkt.

Steckbrief zur CVAC-Aktie

  • Unternehmen: CureVac N.V.
  • ISIN: NL0015436031
  • Ticker: CVAC
  • Handelsplatz: Nasdaq
  • Kurs (Stand 28.03.2025, 22:00 Uhr): 3,20 US?Dollar
  • Marktkapitalisierung: rund 0,3 Milliarden US?Dollar (Stand 28.03.2025)
  • Sektor / Branche: Biotechnologie / Pharma
  • Indexzugehörigkeit: kein großer Leitindex
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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