DÀnemark schaut wegen Drohnen verstÀrkt auf deutsche Grenze
26.09.2025 - 11:48:50"Wir sind an der dĂ€nisch-deutschen Grenze in SĂŒderjĂŒtland hinsichtlich des möglichen Transports von Drohnen ĂŒber die Grenze besonders wachsam", kĂŒndigte die Polizei von SĂŒd- und SĂŒderjĂŒtland - dem Teil DĂ€nemarks, der direkt nördlich von Schleswig-Holstein liegt - auf der Plattform X an.
In DĂ€nemark herrscht seit Tagen Drohnenalarm. Erst hatte die Sichtung mehrerer gröĂerer Drohnen zur stundenlangen Vollsperrung des Hauptstadtflughafens Kopenhagen gefĂŒhrt. Nur zwei Abende spĂ€ter tauchten erneut Drohnen ĂŒber verschiedenen FlughĂ€fen im Westen DĂ€nemarks auf, was unter anderem am Airport Aalborg zur Sperrung des Luftraums fĂŒhrte.
Regierungschefin: "Hybrider Krieg"
Wer hinter den VorfÀllen steckt, ist weiterhin unklar. Die Behörden gehen von einem professionellen Akteur mit den nötigen FÀhigkeiten aus, der damit Unruhe in dem Nato-Land stiften will. Im Raum steht die Vermutung, dass die Drohnen von einem Schiff aus gesteuert worden sein könnten.
Die Regierung spricht von einem "hybriden Angriff", zu dem MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen ihren Ton nun abermals verschĂ€rfte. Den Geheimdiensten zufolge bestehe zwar keine unmittelbare militĂ€rische Bedrohung fĂŒr DĂ€nemark, sagte sie am Abend beim Rundfunksender DR. "Aber das, was wir in diesen Tagen in DĂ€nemark erleben, ist meiner Ansicht nach hybrider Krieg."
Ăhnlich Ă€uĂerte sie sich in einer Videoansprache an das dĂ€nische Volk. Auch wenn man noch nicht wisse, wer hinter den VorfĂ€llen stecke, könne man eines feststellen: "Es ist vor allem ein Land, das eine Bedrohung fĂŒr Europas Sicherheit darstellt - und das ist Russland."
Neuer Tag - neue Drohnensichtungen
Die Vorkommnisse seien Teil eines Musters, das man auch in anderen LĂ€ndern beobachte, sagte Frederiksen bei DR. Damit verwies sie auf gefĂ€hrliche Situationen im Luftraum der weiteren EU- und Nato-Staaten Polen, RumĂ€nien und Estland. Ăberstanden sei die Situation noch lange nicht, sagte sie.
Dass sie damit Recht behalten dĂŒrfte, zeigen erneute Drohnensichtungen ĂŒber skandinavischen GewĂ€ssern: Im SchĂ€rengarten der sĂŒdschwedischen Stadt Karlskrona hĂ€tten mehrere Anwohner der Polizei am Abend gemeldet, dass sie zwei Drohnen in der NĂ€he eines MarinestĂŒtzpunktes beobachtet hĂ€tten, berichtete der Lokalsender P4 Blekinge. Die Polizei habe die Drohnen mit ihrem angeschalteten Licht selbst sehen können, sagte eine Sprecherin.
Auch ĂŒber dem Flughafen Aalborg gab es um kurz vor Mitternacht eine neue Sichtung mitsamt kurzzeitiger Luftraumsperrung. Drohnen konnten nach Polizeiangaben jedoch nicht verifiziert werden. Generell werden den dĂ€nischen Behörden im Moment ĂŒberaus viele Drohnenbeobachtungen gemeldet.
Bericht: Russisches Kriegsschiff seit Tagen in der NĂ€he
Die Boulevardzeitung "Ekstra Bladet" berichtete derweil von einem russischen Kriegsschiff, das sich mit abgeschaltetem Ortungssystem seit Tagen in der NÀhe dÀnischer GewÀsser aufhalte. Zuletzt habe das Schiff, das Teil der russischen Ostseeflotte sei, unverÀndert in einem Seegebiet nahe der Insel Langeland nördlich von Fehmarn gelegen - und damit rund 70 bis 270 Kilometer von den betroffenen FlughÀfen und anderen Anlagen entfernt, schrieb das Blatt.
Der Chef der dĂ€nischen Reichspolizei, Thorkild Fogde, wollte sich zu dem Bericht nicht im Detail Ă€uĂern. Er sagte aber, dass Daten aus dem Schiffsverkehr in die Ermittlungen einflössen - auch von auslĂ€ndischen Schiffen.

