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Frankfurt Schluss: US-Jobdaten belasten Zinssenkungsfantasie

11.02.2026 - 18:01:54

Die Daten vom US-Arbeitsmarkt haben am Mittwoch die Stimmung auch am deutschen Aktienmarkt gedämpft.

Peter Graf, Chief Investment Officer von Amova Asset Management Americas, sagte über den Bericht, er sei gespickt gewesen mit positiven Überraschungen und "dürfte die jüngsten Bedenken hinsichtlich des Wachstums zerstreuen". Allerdings bringe er den designierten Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, in eine schwierige Lage. "Es wird noch schwieriger werden, die FOMC-Mitglieder davon zu überzeugen, dem Auftrag des US-Präsidenten zur Senkung der Zinsen zu folgen." Auch Analyst Ralf Umlauf von der Helaba sieht in den Daten einen "Dämpfer für die Zinssenkungserwartungen".

Der Dax DE0008469008 ging mit minus 0,53 Prozent auf 24.856,15 Punkte aus dem Tag, nachdem er noch am Nachmittag kurz die Marke von 25.000 Punkten getestet hatte. Letztlich aber bleibt der Leitindex auf Abstand zu seiner im Januar erreichten Bestmarke von etwas über 25.500 Zählern. Besser schlägt sich dagegen der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx EU0009658145, der nach einem Rekordhoch am Dienstag um 0,19 Prozent auf 6.035,64 Punkten nachgab.

Für den MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte hierzulande ging es um 1,07 Prozent auf 31.618,89 Zähler bergab. Die Leitindizes in Großbritannien und der Schweiz legten zu. In den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes nach einigem Auf und Ab zum europäischen Börsenschluss kaum verändert.

Unternehmensseitig war am deutschen Markt einiges los. Der Energietechnikkonzern Siemens Energy DE000ENER6Y0 lieferte laut dem Bankhaus Metzler "robuste Ergebnisse", was die Aktie auf ein Rekordhoch trieb. Mit plus 8,4 Prozent ging sie an der Dax-Spitze aus dem Tag und hat seit Jahresbeginn als bester Wert im Leitindex um knapp 36 Prozent zugelegt.

Das Commerzbank DE000CBK1001-Papier fiel dagegen auf den tiefsten Stand seit Ende November, bevor es mit minus 2,0 Prozent schloss. "Die vorgelegten Quartalszahlen waren grundsätzlich gut, aber die Erwartungshaltung einiger großer Marktteilnehmer war tatsächlich noch höher", kommentierte Aktienexperte Andreas Lipkow.

Eine Berg- und Talfahrt erlebte die T-Aktie DE0005557508 nach den Geschäftszahlen von T-Mobile US US8725901040. Die US-Mobilfunktochter übertraf im vierten Quartal beim Umsatz zwar die Erwartungen, das Ziel für den Barmittelzufluss 2026 blieb aber leicht dahinter. Nachdem sich T-Mobile US von ihrem sehr schwachen Start erholten und ins Plus drehten, zogen sie die Aktie der Deutschen Telekom mit. Sie gewann letztlich 0,6 Prozent.

Die Sorgen der Anleger, dass die Künstliche Intelligenz die Geschäftsmodelle in einigen Branchen gefährden könnte, erfasste erneut Aktien wie SAP DE0007164600, Scout24 DE000A12DM80 und Zalando DE000ZAL1111. Neu erwischte es zudem Online-Broker. So verloren Flatexdegiro DE000FTG1111 fast 11 Prozent..

Einen neuen Schock versetzte Gerresheimer DE000A0LD6E6 seinen Anlegern. Der Kurs brach im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 um etwas mehr als 31 Prozent ein, weil der Verpackungshersteller erneut seinen Geschäftsbericht verschiebt. DZ-Bank-Analyst Sven Kürten verwies neben schwachen Zahlen und einem schwachen Ausblick auf "neue, aufgedeckte Bilanzierungsprobleme". Das Vertrauen in die Bilanzqualität sei aufs Neue erheblich belastet, das Investorenvertrauen in die Aktie "völlig zerstört".

Gerresheimer-Konkurrent Schott Pharma DE000A3ENQ51 dagegen startete überraschend stark in das neue Geschäftsjahr, was der Aktie ein Plus von 6,4 Prozent bescherte. Verbio DE000A0JL9W6 legten als SDax-Spitzenwert nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um fast 10 Prozent zu. Analyst Michael Kuhn rechnet damit, dass das Biokraftstoffunternehmen seine Ziele höher stecken wird. Die Anlagestory habe sich aufgrund eines günstigeren regulatorischen Umfelds und positiver Entwicklungen bei den Rohstoffkosten deutlich verbessert, schrieb er./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

@ dpa.de

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