Ergebnisse, Produktion/Absatz

Boeing-Krise brockt Ryanair Wachstumsdelle ein - Aktie fÀllt

04.11.2024 - 11:55:21

Die Dauerkrise bei Boeing US0970231058 macht Europas grĂ¶ĂŸtem Billigflieger Ryanair IE00BYTBXV33 weiter zu schaffen.

Wegen des Risikos zusĂ€tzlicher verspĂ€teter Auslieferungen von bestellten Maschinen stellt sich die Fluggesellschaft auf ein geringeres Passagierwachstum im nĂ€chsten GeschĂ€ftsjahr 2025/2026 ein. FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr wurde die Prognose fĂŒr diese Kennzahl am Montag bestĂ€tigt.

Das reichte nicht aus, um Anleger zu besĂ€nftigen: Die Ryanair-Aktie verlor zeitweise rund drei Prozent. Bis zuletzt halbierte sie die Verluste auf 1,5 Prozent. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier rund sieben Prozent eingebĂŒĂŸt. Die Konkurrentin Easyjet GB00B7KR2P84 hat dagegen seither um zwei Prozent zugelegt. Ganz bitter sieht es fĂŒr AktionĂ€re der Deutschen Lufthansa DE0008232125 aus: Seit Anfang 2024 haben die Papiere um gut ein FĂŒnftel an Wert verloren.

Wie Ryanair weiter in Dublin mitteilte, dĂŒrfte die Fluggesellschaft in den zwölf Monaten bis Ende MĂ€rz 2026 nur noch rund 210 Millionen Passagiere und damit fĂŒnf Millionen weniger als bislang erwartet befördern. Nach Angaben der Iren verzögern sich bereits die Auslieferungen von neun Maschinen um drei Monate - diese waren fĂŒr das laufende Quartal eingeplant.

Goodbody-Analyst Dudley Shanley deutete die Prognosesenkung als Unternehmensentscheidung, das Risiko von zu viel Personal im kommenden Sommer vermeiden zu wollen. Das neue Passagierziel fĂŒr das kommende GeschĂ€ftsjahr dĂŒrfte den Konsens nach unten verschieben, schrieb Jeffries-Analystin Jaina Mistry in einer ersten Reaktion. Sie monierte zudem, dass Ryanair sich bei den Gewinnaussichten fĂŒr das laufende Jahr bedeckt halte - dies sei als "Unsicherheit auf dem Markt" zu deuten.

FĂŒr das noch bis Ende MĂ€rz 2025 laufende GeschĂ€ftsjahr bleibt Konzernchef Michael O'Leary aber beim Ziel von 198 bis 200 Millionen FluggĂ€sten. Im vergangenen Jahr waren es noch 184 Millionen. Bis 2033/34 soll die Zahl der Passagiere auf 300 Millionen steigen.

Unterdessen zeigte sich der Manager mit Blick auf die Preisentwicklung im laufenden Quartal vorsichtig. Zwar sei die Nachfrage "stark" und der PreisrĂŒckgang scheine sich abzuschwĂ€chen. Insgesamt dĂŒrften die Preise fĂŒr FlĂŒge bis Silvester aber leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

In den drei Monaten bis Ende September kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Ryanair allerdings wegen deutlich gestiegener Personalkosten und FlughafengebĂŒhren mit 1,4 Milliarden Euro rund sechs Prozent weniger. Mit den Quartalsergebnissen habe die Airline sich in etwa wie erwartet entwickelt, schrieben mehrere Analysten in ersten Reaktionen.

Ryanair setzt bei seiner Flugzeugflotte ganz auf den US-Hersteller Boeing und hier vollstĂ€ndig auf die Baureihe 737. Dies bringt Vorteile beim Flottenmanagement, sorgt aber jetzt fĂŒr Schwierigkeiten, da der Airbus NL0000235190-Konkurrent schon lĂ€nger mit technischen Problemen und seit einiger Zeit mit einem breit angelegten Streik kĂ€mpft.

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