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Bahn erwartet mehr ICE-Fahrgäste über Ostern

18.04.2025 - 15:46:40 | dpa.de

Die Deutsche Bahn rechnet zu Ostern mit mehr Fahrgästen in den Fernzügen.

"Letztes Jahr sind über die Ostertage rund 1,9 Millionen Menschen in unseren ICEs und ICs gereist, dieses Jahr erwarten wir noch mal fünf bis zehn Prozent mehr", sagte Konzernchef Richard Lutz dem Nachrichtenportal "t-online". Dabei sei die Zeit vor und nach Ostern immer eine Herausforderung für den Bahnbetrieb, diesmal wegen vieler Baustellen aber eine besondere.

"Zwar sind weniger Geschäftsreisende und Güterzüge unterwegs, allerdings fahren auch weniger Züge, weil wir die Feiertage nutzen, um auf zahlreichen Baustellen im ganzen Netz vorwärtszukommen", erläuterte Lutz. Die Bahn tue alles dafür, dass die Reisenden an ihr Ziel kommen. "Aber alle wissen: Wegen der vielen Baustellen und der nach wie vor hohen Störanfälligkeit der Anlagen ist das System extrem auf Kante genäht."

Bitte um Verständnis bei Umleitungen

Wenn im Kernnetz etwas Ungeplantes passiere, habe das häufig extreme Auswirkungen auf den gesamten Verkehr. "Deshalb bitte ich unsere Reisenden um Verständnis und um Geduld, wenn es auf den Umleitungsstrecken länger dauert oder es zu Verspätungen kommt", sagte der Bahnchef. Er empfahl, sich über die App DB Navigator mit aktuellen Informationen zu versorgen.

Die erste große Reisewelle erwartete der bundeseigene Konzern bis Karfreitag. Der Rückreiseverkehr folgt dann Ostermontag. Die meisten Fahrgäste im Fernverkehr dürften zwischen Metropolen wie Berlin und Hamburg, Berlin und München oder Frankfurt/Main und Köln unterwegs sein. Im Regionalverkehr sind Ausflugsziele wie Nord- und Ostsee und Strecken in die Berge stark gefragt.

Traditionell nutzt die Bahn Ferienzeiten für Bauarbeiten im Gleisnetz. So werden Fernzüge zwischen Berlin und München über Würzburg umgeleitet und brauchen rund 1,5 Stunden länger. In Berlin müssen sich Fahrgäste am Osterwochenende auf Einschränkungen am Hauptbahnhof und geänderte Fahrpläne einstellen. Von Freitagabend bis Dienstagmorgen ist die Tiefebene des Hauptbahnhofs komplett gesperrt, Fernzüge halten dann größtenteils im oberirdischen Teil.

Sondervermögen gibt Planungssicherheit

Insgesamt setzt die Bahn bei der Sanierung des strapazierten Gleisnetzes auf eine Wende durch das geplante große Investitionsprogramm der künftigen Koalition. "In der Vergangenheit waren die Kapazitäten in den Baufirmen tatsächlich ein Problem", sagte Lutz. Viele hätten vorerst kein Personal aufgebaut oder in neue Maschinen investiert. "Mit dem Sondervermögen für die Infrastruktur gibt es jetzt langfristige Planungs- und Finanzierungssicherheit, sodass die zusätzlichen Kapazitäten auch aufgebaut werden können."

Union und SPD planen in einer neuen Bundesregierung ein schuldenfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden Jahren. Konkret soll daraus laut Koalitionsvertrag auch die angelaufene Sanierung hochbelasteter Schienenkorridore finanziert werden.

Finanzbedarf bis zu 150 Milliarden Euro

Lutz bekräftigte, dass sich der zusätzliche Finanzierungsbedarf für das Bahnsystem auf bis zu 150 Milliarden Euro belaufe. "Mindestens 80 Milliarden Euro davon benötigen wir für das bestehende Netz, von der Generalsanierung der Hochleistungskorridore über die Reparatur großer Eisenbahnbrücken bis zum Ausbau von Bahnhöfen und der Ertüchtigung moderner digitaler Stellwerke als Ersatz für Anlagen, die zum Teil noch aus der Kaiserzeit stammen." Die übrigen Mittel sollten Ausbauten wie Vergrößerungen von Bahnhöfen decken.

Bahnchef "nicht in Angststarre"

Union und SPD streben außerdem "eine Neuaufstellung von Aufsichtsrat und Vorstand" beim Bahn-Mutterkonzern und der Gleisnetzgesellschaft InfraGO an, wie es im Koalitionsvertrag heißt.

Lutz sagte dazu gefragt nach seiner eigenen Zukunft: "Zu einem Job wie dem meinen gehört es, dass man sich nicht von den richtigen und wichtigen Dingen ablenken lässt." Seine Aufgabe sei, die Infrastruktur zu sanieren und zu modernisieren, den Betrieb zu stabilisieren, die Pünktlichkeit zu verbessern und für Wirtschaftlichkeit zu sorgen. "In Angststarre verfalle ich jedenfalls nicht."

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