Bahn-Regionalverkehrschefin will Sitzplatzangebot im Sommer erhöhen
30.04.2024 - 05:59:55 | dpa.de"Wir werden mehr SitzplĂ€tze zur VerfĂŒgung stellen", sagte die zustĂ€ndige Bahn-VorstĂ€ndin Evelyn Palla der Deutschen Presse-Agentur. "Wie das genau aussieht, ist derzeit in Abstimmung mit den AufgabentrĂ€gern."
Im vergangenen Jahr waren vor allem an Wochenenden auf einigen Strecken viele ZĂŒge völlig ĂŒberlastet, auch als Folge des damals eingefĂŒhrten Deutschland-Abos fĂŒr den öffentlichen Personennahverkehr (ĂPNV). In Berlin etwa fuhren Regionalbahnen in Richtung Ostsee in einigen FĂ€llen an Bahnhöfen mit wartenden FahrgĂ€sten vorbei, weil sie bereits zu voll waren.
"Gerade bei den Ausflugsdestinationen sehen wir auf Strecken wie Berlin in Richtung Ostsee, Hamburg-Sylt oder MĂŒnchen-Garmisch-Patenkirchen an den Wochenenden einen starken Anstieg", sagte DB-Regio-Chefin Palla. Kurzfristig nachsteuern könnten die Unternehmen in der Regel nur schwer, weil die AufgabentrĂ€ger - die LĂ€nder und ihre VerkehrsverbĂŒnde - den Regionalverkehr bestellten. "Mit ihnen sind wir im GesprĂ€ch darĂŒber, wie wir diesen Sommer vorgehen wollen", sagte die Managerin.
GrundsĂ€tzlich sei der Regionalverkehr aber nicht ĂŒberlastet. "Wir haben eine durchschnittliche Auslastung von 25 bis 30 Prozent", betonte die Bahn-Managerin. Das sei halb so viel wie im Fernverkehr. "Punktuell kann es aber passieren, dass wir an bestimmten Wochentagen, auf bestimmten Linien und Strecken an unsere Grenzen stoĂen." Dass sich dort die Situation mit der anstehenden FuĂball-Europameisterschaft in Deutschland noch verschĂ€rfen könnte, glaubt Palla allerdings nicht. Die FuĂballfans nutzten in der Regel andere Verbindungen als WochenendausflĂŒgler, betonte sie.
Die Nachfrage im Regionalverkehr wird seit dem vergangenen Jahr vor allem durch das Deutschlandticket angekurbelt. Seit Mai 2023 ermöglicht das Abo bundesweite Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs fĂŒr 49 Euro pro Monat. Im Schnitt besitzen das Ticket Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge pro Monat 11,2 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Ziel des VDV ist es, diese Zahl mittelfristig auf 15 Millionen Euro zu erhöhen.
Einen Hebel dafĂŒr sieht Bahn-VorstĂ€ndin Palla vor allem bei den sogenannten Jobtickets. Wenn Arbeitgeber ihren BeschĂ€ftigten das Deutschlandticket mit einem 25-Prozent-Rabatt anbieten, gibt der Bund weitere fĂŒnf Prozent dazu. Anstatt 49 Euro mĂŒssen die BeschĂ€ftigten auf diese Weise nur 34,30 Euro pro Monat zahlen. Viele Unternehmen bieten sogar weiter gehende Rabatte. Laut VDV handelt es sich bei rund 17 Prozent aller Deutschlandtickets um Jobtickets.
Aus Sicht von Palla kann dieser Anteil noch deutlich steigen. SchlieĂlich werde das Ticket in groĂem Umfang von Pendlerinnen und Pendlern genutzt. Jede zweite Fahrt mit dem Deutschland-Abo sei ein Arbeits- oder Schulweg. "Das ist ein Riesenpotenzial, wenn noch mehr Firmen ihren Mitarbeitenden das Deutschlandticket als Jobticket anbieten", sagte die VorstĂ€ndin. "Doch auch dafĂŒr ist eine langfristige politische Finanzierung des Tickets und damit Planungssicherung fĂŒr den Arbeitgeber erforderlich."
Zudem dĂŒrfe die Politik nicht beim Ticket stehen bleiben, sondern mĂŒsse auch in den Ausbau des Angebots investieren. "Am Ende des Tages ist das der Hebel, um Menschen davon zu ĂŒberzeugen, den ĂPNV zu nutzen", betonte Palla.
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