Deutsche Börse legt erneut krÀftig zu - Prognose erhöht
24.07.2024 - 19:41:04In den drei Monaten bis Ende Juni legten Erlöse und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr erneut zweistellig zu. Zudem erhöhte der Konzern die Prognose. Im zweiten Quartal seien die Erlöse dank unter anderem eines hohen Absicherungsbedarfs der Investoren und höherer Zinsen um 19 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Euro geklettert, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Mittwochabend in Eschborn.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog um 16 Prozent 848 Millionen Euro. Erlöse und Gewinn im zweiten Quartal lagen im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Konzern rechnet jetzt beim Nettoerlös und operativen Gewinn im laufenden Jahr jeweils mit etwas mehr als bislang. FĂŒr Analysten ist dies keine Ăberraschung. Die neuen Unternehmensziele liegen immer noch leicht unter der durchschnittlichen Erwartung der Experten.
FĂŒr 2024 rechnet Noch-Konzernchef Theodor Weimer bei den Nettoerlösen mit einem Anstieg auf mehr als 5,7 Euro und einen Anstieg des operativen Gewinns auf mehr als 3,3 Milliarden Euro in Ansicht gestellt. Beim Erlös wĂ€re das ein Anstieg um mindestens zwölf Prozent und beim operativen Ergebnis ein Plus von rund 14 Prozent. Die Deutsche Börse soll auch mittelfristig weiter stark zulegen. Bis einschlieĂlich 2026 strebt der Vorstand Jahr fĂŒr Jahr ein zweistelliges Plus beim Umsatz- und Ergebnis an.
Das Unternehmen hatte Anfang MĂ€rz die Nachfolge Weimers geregelt. Zum 1. Oktober wird Stephan Leithner Co-Chef der Deutschen Börse. Zum Jahreswechsel soll der 57-JĂ€hrige dann fĂŒr mindestens fĂŒnf Jahre die alleinige FĂŒhrung des Frankfurter Marktbetreibers ĂŒbernehmen. Der frĂŒhere Deutsche-Bank-Manager Leithner, der seit 2018 Mitglied des Deutsche-Börse-Vorstands ist, wurde zudem Anfang MĂ€rz zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden befördert.
Weimer hat in seiner jetzt mehr als sechsjĂ€hrigen Amtszeit vor allem das GeschĂ€ft mit Daten und Softwarelösungen unter anderem mit Ăbernahmen ausgebaut. GröĂter Coup war der im Herbst 2023 abgeschlossene Rekordzukauf des dĂ€nischen Softwareanbieters Simcorp fĂŒr 3,9 Milliarden Euro. Der frĂŒhere HVB-Manager hat damit bei dem Börsenbetreiber die AbhĂ€ngigkeit von den Schwankungen an den FinanzmĂ€rkten weiter reduziert. Von dem Erlösanstieg von 19 Prozent im zweiten Quartal waren elf Prozentpunkte auf Simcorp zurĂŒckzufĂŒhren.
"Auch im zweiten Quartal konnten wir unser Wachstum ĂŒber alle Segmente hinweg weiter vorantreiben", sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. "Neben der Konsolidierung von Simcorp lieferten insbesondere unsere strukturellen Wachstumsinitiativen - etwa durch Marktanteilsgewinne und neu gewonnene Kunden - einen wichtigen Beitrag zum organischen Nettoerlöswachstum."
Zudem sei das Zinsumfeld im ersten Halbjahr entgegen den Erwartungen zum Jahresanfang auf einem konstant hohen Niveau geblieben. Dies treibt bei der Deutschen Börse die Erlöse im GeschÀft mit der Verwahrung von Wertpapieren nach oben. Am Finanzmarkt wurde das Ergebnis zunÀchst positiv aufgenommen. Der Kurs der Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate zunÀchst um 2,3 Prozent auf 192,45 Euro zu. Damit nÀhert sich das Deutsche-Börse-Papier nach einer kurzen SchwÀchephase wieder dem Ende Juni erreichten Rekordhoch von 194,85 Euro.
Der kĂŒnftige Chef Leithner tritt am Kapitalmarkt in groĂe FuĂstapfen. Seit dem Amtsantritt Weimers hat sich der Kurs der Aktie fast verdoppelt. Die Deutsche Börse kommt damit derzeit auf einen Börsenwert von fast 36 Milliarden Euro und ist damit wertvoller als die Deutsche Bank DE0005140008 mit knapp 29 Milliarden Euro oder die Commerzbank DE000CBK1001, die derzeit auf rund 17 Milliarden Euro kommt.

