Fahrradindustrie bleibt trotz Steigerungen vorsichtig
24.06.2025 - 10:37:01Trotz einer Absatzsteigerung um 11 Prozent auf 885.000 Fahrzeuge in den ersten drei Monaten warnt der Industrieverband ZIV zum Auftakt der Fachmesse Eurobike vor allzu groĂer Euphorie. Das Wachstum könne noch nicht als Normalisierung des Marktes gewertet werden.
So ist die Winterzeit nicht gerade die Hauptsaison fĂŒr die Zweiradbranche, das Auftaktquartal daher nicht sehr aussagekrĂ€ftig. Zudem seien die VerkĂ€ufe in den Monaten April und Mai nach vorlĂ€ufiger EinschĂ€tzung wieder etwas schwĂ€cher geworden, so dass der Verband aktuell von einer Absatzsteigerung um 5 Prozent im gesamten FrĂŒhjahr ausgeht. Erneut wurden in Deutschland mehr E-Bikes verkauft als RĂ€der mit herkömmlichem Antrieb.
Talsohle durchschritten
Die inlĂ€ndische Produktion betrug von Januar bis MĂ€rz 760.000 RĂ€der und damit 13,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darin enthalten sind 520.000 E-Bikes und 240.000 RĂ€der ohne Motor. Auch die Importe und Exporte zogen an. Doch auch hier mahnt ZIV-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Burkhard Stork vor verfrĂŒhtem Jubel. Er sagt: "Aber die Prognose zu einem leichten Plus gegen Vorjahr bleibt auch hier bestehen. Wir sind durch die Talsohle durch."
Die Branche hatte nach dem Boom wĂ€hrend der Corona-Zeit zuletzt deutliche Absatzverluste erlitten. Die Zahl der verkauften Bikes sackte von rund 5 Millionen im Jahr 2022 auf 3,85 Millionen im vergangenen Jahr. Die Folge waren hohe LagerbestĂ€nde, teilweise Dumpingpreise und eine zwischenzeitlich zurĂŒckgefahrene Produktion.
Der Verband ZIV rechnet fĂŒr das laufende Jahr noch mit einer angespannten Lage fĂŒr die Hersteller- und Handelsunternehmen. "Ab 2026 sehen wir Licht am Ende des Tunnels und damit deutliche Anzeichen fĂŒr ein Ende der schwierigen Phase", so GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stork.

