Fachgesellschaft: Alkohol auch in MaĂen nicht gesund
16.08.2024 - 06:15:20Sie Ă€ndert damit eine frĂŒhere EinschĂ€tzung. Auch in MaĂen sei Alkohol nicht gesund - es gebe keine potenziell gesundheitsfördernde und sichere Alkoholmenge fĂŒr einen unbedenklichen Konsum, schreibt die Fachgesellschaft in ihrem neuen Positionspapier. "Alkohol ist eine psychoaktive Droge", die als Ursache von mehr als 200 negativen gesundheitlichen Folgen wie Krankheiten und UnfĂ€llen identifiziert worden sei. Das Papier ersetzt den bisherigen Referenzwert fĂŒr den empfohlenen Alkoholkonsum.
Wer trotzdem Alkohol trinken wolle, sollte vor allem groĂe Mengen vermeiden, rĂ€t die Fachgesellschaft. Das gelte insbesondere fĂŒr junge Menschen. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Frauen, die stillen, sollten gar keinen Alkohol trinken.
Zu diesem Ergebnis war auch eine Analyse verschiedener Studien zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gesundheit gekommen. Der Grund dafĂŒr, dass Studien Gesundheitsvorteile bei mĂ€Ăigem Alkoholkonsum ermittelt hĂ€tten, liegt in Verzerrungen wegen MĂ€ngeln im Studiendesign, wie Forscher der kanadischen UniversitĂ€t Victoria herausfanden. Sie hatten 107 Langzeituntersuchungen zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und MortalitĂ€t ausgewertet.
Krankheitslast durch Alkohol insbesondere in Europa erheblich
Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gesundheit ist laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung komplex. Bei einigen wenigen chronischen Krankheiten seien risikosenkende Assoziationen mit dem Alkoholkonsum beobachtet worden. Insgesamt sei die durch Alkohol verursachte Krankheits- und Sterbelast weltweit und insbesondere in Europa erheblich. Der durchschnittliche Alkoholkonsum sei 2019 in Deutschland mehr als doppelt so hoch gewesen wie im weltweiten Durchschnitt.
Auch Umfeld beeintrÀchtigt
Alkoholkonsum werde unter anderem mit Entwicklungsstörungen bei ungeborenen Kindern, UnfÀllen, Verletzungen, Gewalt und "psychosozialen BeeintrÀchtigungen von Menschen, die Alkohol trinken, sowie ihrem sozialen Umfeld" in Verbindung gebracht, schreibt die Gesellschaft. Zu den kurzfristigen Folgen gehörten BeeintrÀchtigungen der Koordination, der Aufmerksamkeit und der Reaktionszeit.
Auswirkungen auf Gesellschaft
Langfristig birgt Alkohol demnach nicht nur eine Suchtgefahr. Alkohol bedingt nach Ansicht der Experten auch Krankheiten mit: Krebs (vor allem Brust- und Dickdarmkrebs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen- und Darm-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie den Abbau der kognitiven Leistungen, Alzheimer und andere Demenzerkrankungen.

