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Deutsche Pfandbriefbank legt wieder zu - Dividende und AktienrĂŒckkauf

27.02.2025 - 09:43:04

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) DE0008019001 fasst rund ein Jahr nach einer Vertrauenskrise wieder etwas mehr Mut.

Trotz deutlich gesunkener ErtrĂ€ge verdiente der Gewerbeimmobilien-Finanzierer 2024 vor Steuern 104 Millionen Euro und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr, wie er am Donnerstag in Garching bei MĂŒnchen mitteilte. FĂŒr 2025 erwartet Vorstandschef Kay Wolf eine weitere deutliche Steigerung. Von einer wirklichen Erholung der ImmobilienmĂ€rkte kann aus seiner Sicht jedoch noch keine Rede sein.

FĂŒr die gebeutelten AktionĂ€re der Bank hat der Manager indes zwei Trostpflaster bereit: So sollen sie fĂŒr 2024 nach einer Nullrunde wieder eine Dividende von 15 Cent je Aktie erhalten. Zudem will die Pfandbriefbank erstmals eigene Aktien zurĂŒckkaufen und will dafĂŒr 15 Millionen Euro ausgeben.

An der Börse kamen die Neuigkeiten zunĂ€chst gut an: Die Aktie der Pfandbriefbank gewann kurz nach Handelsstart gut ein Prozent auf 6,1 Euro und gehörte damit zu den stĂ€rkeren Titeln im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386. Im Jahr 2023 war ihr Kurs wegen der Furcht vor hohen KreditausfĂ€llen in den USA immer weiter gefallen. Anfang 2024 stĂŒrzte er bis auf weniger als 3,70 Euro ab. Inzwischen hat er sich wieder ein gutes StĂŒck erholt. Von Werten um die 12 Euro wie vor drei Jahren ist er aber immer noch weit entfernt.

Dass das GeschĂ€ft der Bank 2024 besser lief als im Vorjahr, lag auch an einer geringeren Risikovorsorge fĂŒr drohende KreditausfĂ€lle. Der Vorstand legte zu diesem Zweck 170 Millionen Euro zurĂŒck und damit deutlich weniger als die 212 Millionen aus dem Vorjahr. Damals hatte die Bank Abschreibungen auf einige Darlehen in den USA vornehmen mĂŒssen, nachdem die Werte der finanzierten Gewerbeimmobilien am Markt stark gesunken waren.

Bankchef Wolf sieht zwar Anzeichen einer Verbesserung, doch die Weltlage sei weiterhin von großen Unsicherheiten geprĂ€gt. "Es herrscht nach wie vor Krieg in Europa. Die Inflation hĂ€lt sich in Teilen hartnĂ€ckig und die Zinsen sinken langsamer als zunĂ€chst erwartet", sagte er. "So kommt die Erholung an den ImmobilienmĂ€rkten nur zögerlich voran". Die MĂ€rkte fĂŒr Gewerbeimmobilien hĂ€tten sich zuletzt stabiler gezeigt, allerdings noch auf niedrigem Niveau.

FĂŒr 2025 erwartet er keine großen Steigerungen der Transaktionsvolumina, geht aber von weiter sinkenden Belastungen durch drohende und tatsĂ€chliche KreditausfĂ€lle aus.

Der frĂŒhere Deutsche-Bank-Manager Wolf hatte die FĂŒhrung der Bank vor rund einem Jahr fast auf dem Höhepunkt ihrer Krise ĂŒbernommen. Im Herbst strich er dann die Wachstums- und Renditeziele seines VorgĂ€ngers Andreas Arndt zusammen. Er will die Risiken der Bank zurĂŒckfahren und ihre AbhĂ€ngigkeit von ZinsertrĂ€gen verringern.

Im abgelaufenen Jahr zeigte sich seine vorsichtigere Strategie bereits in den GeschĂ€ftszahlen. So schloss die Bank deutlich weniger KreditvertrĂ€ge ab als 2023: Das NeugeschĂ€ftsvolumen ging von 7,2 auf 5,1 Milliarden Euro zurĂŒck. Die operativen ErtrĂ€ge schrumpfen um rund zehn Prozent auf 544 Millionen Euro. Obwohl der Gewinn vor Steuern stieg, ging der Überschuss um eine Million auf 90 Millionen Euro zurĂŒck.

FĂŒr das neue Jahr erwartet Bankchef Wolf einen weiteren deutlichen Anstieg des Vorsteuergewinns. Das NeugeschĂ€ft soll auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro anziehen, nachdem es im vergangenen Jahr auf 5,1 Milliarden eingebrochen war.

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