Aktienfokus, Deutschland

AKTIE IM FOKUS: Telekom auf Tief seit Ende 2023 - 'Schönheitsfehler' in Bilanz

23.02.2024 - 11:50:48

Die Deutsche Telekom DE0005557508 hat am Freitag die Investoren an der Börse mit ihren GeschĂ€ftszahlen nicht ĂŒberzeugt.

Die Aktie fiel als einer der grĂ¶ĂŸten Verlierer im Dax zeitweise fast drei Prozent und sank damit auf ein Tief seit Ende 2023. Berenberg-Experte Usman Ghazi sprach von "einigen Schönheitsfehlern" im Schlussquartal des Bonner Telekommunikationskonzerns. Mehrere Analysten monierten vor allem, dass das Betriebsergebnis abseits der BeitrĂ€ge der US-Tochter zum Jahresende etwas schwĂ€cher als gedacht ausgefallen sei.

Aufs Gesamtjahr gesehen hatte die Telekom trotz eines UmsatzrĂŒckgangs aber einen Gewinnsprung hingelegt, weil sie ihre Mehrheitsbeteiligung am FunkturmgeschĂ€ft verkauft hatte.

Noch im Januar war die Aktie bei 23,40 Euro auf den höchsten Stand seit 2001 geklettert. Nach einem anschließenden Zwischentief Mitte Februar war es zuletzt wieder aufwĂ€rts gegangen, doch diese Phase könnte nun mit den aktuellen Kursverlusten kurz vor dem Wochenende vorerst enden. Mit dem RĂŒcksetzer kĂ€mpft der Kurs erstmals seit Oktober wieder mit der 100-Tage-Linie, die Börsenexperten als ein Indikator fĂŒr den mittel- bis lĂ€ngerfristigen Trend gilt. Am Freitagmittag notierte die Aktie noch zweieinhalb Prozent im Minus bei 21,79 Euro.

Berenberg-Experte Ghazi listete unterdessen als kleineren Knackpunkt die etwas schwĂ€cher als erwartet ausgefallenen Service-UmsĂ€tze im DeutschlandgeschĂ€ft auf. Auch mit dem freien Barmittelfluss der Gruppe zeigte sich der Branchenexperte nicht zufrieden. Den Ausschlag fĂŒr die leichte verfehlte Erwartung beim Betriebsergebnis abseits der USA haben laut Ghazi die etwas gesunkenen ImmobilienertrĂ€ge der Konzernzentrale gegeben. Emmet Kelly von der US-Bank Morgan Stanley ergĂ€nzte als Grund, auch die Kosten der Zentrale seien leicht geklettert.

Alles in allem zeigten sich die Analysten aber recht zufrieden und bestĂ€tigten ihre positiven Einstufungen fĂŒr die Aktie. So auch Georgios Ierodiaconou von der Citigroup, der die Finanzziele als beruhigend beurteilte, zumal das Unternehmen die Erwartungen normalerweise ĂŒbertreffe. Telekom-Chef Tim Höttges will in diesem Jahr den operativen Gewinn und den freien Mittelzufluss deutlich steigern.

UBS-Analyst Polo Tang hĂ€lt vor diesem Hintergrund die Telekom-Papiere fĂŒr gĂŒnstig. Erwartbare positive Entwicklungen wie die Verdoppelung des freien Mittelzuflusses bis Ende 2024 infolge der Sprint-Fusion seien noch nicht eingepreist.

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