EuropĂ€ische Regionen warnen BrĂŒssel vor Zentralisierung
10.06.2026 - 17:39:59 | dpa.deIn einem Schreiben an KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen machen sie deutlich, dass die bewĂ€hrte europĂ€ische KohĂ€sionspolitik im Förderzeitraum von 2028 bis 2034 nicht infrage gestellt werden dĂŒrfe. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Hintergrund der BefĂŒrchtungen sind Ăberlegungen zur stĂ€rkeren Zentralisierung von Entscheidungen auf nationaler Ebene. Dadurch drohen aus Sicht der BundeslĂ€nder massive finanzielle Einschnitte in den EU-Regionen und zugleich ein starker Verlust an Gestaltungsmöglichkeiten.
Regionen wollen eigenverantwortlich ĂŒber Entwicklung entscheiden
"Europa steht im internationalen Wettbewerb unter enormem Druck. Es ist entscheidend, dass wir unsere Wirtschaft stĂ€rken, Innovationen vorantreiben und unsere Sicherheit gewĂ€hrleisten", erklĂ€rte der sĂ€chsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU). DafĂŒr mĂŒssten die HandlungsspielrĂ€ume der Regionen gestĂ€rkt statt geschwĂ€cht werden. Nach gegenwĂ€rtigen Planungen droht fĂŒr Sachsen aber eine Halbierung der EU-Fördermittel.
Forderung nach verbindlicher Beteiligung
Die Unterzeichner des Schreibens befĂŒrchten, dass eine Verlagerung von Entscheidungs- und Steuerungskompetenzen auf die nationale Ebene die Grundprinzipien der SubsidiaritĂ€t und der Partnerschaft untergraben wĂŒrde. Sie fordern deshalb insbesondere eine verbindliche Beteiligung der Regionen an den kĂŒnftigen nationalen und regionalen PartnerschaftsplĂ€nen, eine angemessene finanzielle Ausstattung der regionalen Ebene und die Entscheidungshoheit ĂŒber die Verwendung regional zugewiesener Mittel. Zugleich drĂ€ngen sie auf die Beibehaltung von Bedingungen zur Kofinanzierung und realistischer Fristen fĂŒr die Umsetzung von Förderprogrammen.
