Trotz Paketboom: Luftfracht in Deutschland hinkt hinterher
26.05.2025 - 12:53:08GrĂŒnde seien mangelnde FlexibilitĂ€t, hohe Kosten und fehlende Digitalisierung der Behörden, klagen BDL-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Joachim Lang und Fraport DE0005773303-Vorstand Pierre Dominique PrĂŒmm. Statt der globalen Steigerungsrate bei der Luftfracht von rund 11,3 Prozent habe es im vergangenen Jahr in Deutschland nur 1,8 Prozent mehr Ladevolumen gegeben. In den Folgejahren falle die Luftfracht hierzulande nach bisherigen EinschĂ€tzungen weiter zurĂŒck.
Unter anderem sei der Zoll nicht ausreichend auf die stetig steigende Zahl kleiner E-Commerce-PĂ€ckchen aus China vorbereitet, kritisiert Lang. Er sei ĂŒberzeugt, dass auch andere VersandhĂ€ndler die Logistikmethoden chinesischer Unternehmen wie Temu und Shein kopieren werden. "Das ist kein One-Hit-Wonder." Die schnelle Digitalisierung der Behörden sei daher existenziell und andere LĂ€nder nach seiner EinschĂ€tzung schneller bei der Beschaffung entsprechender Software.
Nur Zeit und Geld zÀhlen
Sehr viel stĂ€rker als im Passagierbereich zĂ€hlten bei der Fracht nur die ökonomischen Kriterien Zeit und Geld, erklĂ€rt PrĂŒmm. Schon kleine Ănderungen brĂ€chten groĂe Verschiebungen bei den Warenströmen. In den vergangenen Jahren hĂ€tten die deutschen FlughĂ€fen massiv GeschĂ€ft an westeuropĂ€ische FlughĂ€fen wie Luxemburg, BrĂŒssel und LĂŒttich verloren. Deutsche Luftfracht werde zudem zunehmend ĂŒber Drehkreuze im Mittleren Osten verschickt. Bereits im vergangenen Jahr habe Frankfurt seinen Spitzenplatz als gröĂter europĂ€ischer Umschlagplatz fĂŒr Luftfracht an Istanbul verloren.
Der BDL fordert wie im Passagierverkehr deutlich geringere Standortkosten - beispielsweise bei der Flugsicherung, deren GebĂŒhren sich seit 2019 verdoppelt hĂ€tten. Auch mĂŒsse die EinfĂŒhrung von Bio-Kerosin ĂŒber verbindliche Beimischungsquoten wettbewerbsneutral gestaltet werden. Luftsicherheitsstandards sowie europaweite Zollvorschriften mĂŒssten einheitlich und vereinfacht umgesetzt werden. Mit entsprechenden Details wolle man auf die Bundesministerien zugehen, kĂŒndigen Lang und PrĂŒmm an.
Der Verband spricht sich auch gegen weitere BeschrĂ€nkungen der bestehenden Betriebszeiten an den FlughĂ€fen aus. Neben Frankfurt sind Leipzig-Halle und Köln-Bonn bedeutende UmschlagplĂ€tze fĂŒr Luftfracht.

