SeehĂ€fen fordern mehr Bundesgelder fĂŒr Infrastruktur
19.01.2026 - 14:34:03Die LĂ€nder hĂ€tten es in den vergangenen Jahren nicht besonders gut geschafft, den Investitionsstau bei der Hafeninfrastruktur anzugehen, sagte der PrĂ€sident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Sebastian JĂŒrgens. Der Fokus liege dort eher auf den Kommunen - fĂŒr die HĂ€fen mĂŒsse daher auch der Bund seinen Teil aus dem Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur leisten.
Generell ist die Finanzierung der HĂ€fen LĂ€ndersache. Nach aktueller Gesetzeslage steuert der Bund derzeit nur 38 Millionen Euro im Jahr bei - aus Sicht des ZDS sollte die Förderung auf 500 Millionen Euro jĂ€hrlich steigen. Bei bundesweiten Belangen wie Industrie, Energie und MilitĂ€r sei das rechtlich möglich, heiĂt es in einem Gutachten des wissenschaftlichen Diensts des Bundestages von 2024, auf das sich der ZDS beruft. "Es verwundert ein wenig, dass dieses Argument immer wieder vorgetragen wird, dass der Bund ja nicht könnte", sagte JĂŒrgens. "Man hat ein Gutachten, dass es geht."
Bremerhaven bekommt Milliardensumme fĂŒr MilitĂ€rinfrastruktur
Dass der Bund auch ohne groĂe Diskussionen investieren könne, beweise das Beispiel Bremerhaven: Rund 1,35 Milliarden Euro sollen dort in militĂ€risch nutzbare Infrastruktur an den HĂ€fen flieĂen. Das zeige, dass die Verantwortung "eben sehr klar auf gesamtstaatlicher Ebene liegt", sagte ZDS-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Florian Keisinger. Die anderen HĂ€fen in Nord- und Ostsee gehen bislang allerdings leer aus. In diese mĂŒsse ebenfalls investiert werden, um resiliente Strukturen fĂŒr die Bundeswehr zu schaffen, forderte er.
Auch auf EU-Ebene ist eine Hafenstrategie in Arbeit, aus der sich die SeehĂ€fen ebenfalls finanzielle Mittel erhoffen. Final veröffentlicht ist diese noch nicht - sobald diese feststehe, mĂŒsse Deutschland aber aktiv vorangehen und sich um Gelder bemĂŒhen, forderte JĂŒrgens. Dass die Bundesregierung "an der Seitenlinie" stehe und die LĂ€nder in der Pflicht sehe, dĂŒrfe "nicht Sinn der Sache sein". Denn auch andere LĂ€nder seien bestens vorbereitet, sich um Förderung zu bemĂŒhen, sagte der ZDS-PrĂ€sident: "In Holland, Belgien und Polen wird gar nicht groĂ diskutiert. Da sind HĂ€fen nationale Sachen."

