EU-Behörde lehnt Empfehlung von Alzheimer-Medikament ab
26.07.2024 - 13:58:37Das Risiko schwerer Nebenwirkungen des Antikörpers sei höher zu bewerten als die erwartete positive Wirkung, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Dabei verwies die Behörde insbesondere auf mögliche Wassereinlagerungen und Blutungen im Gehirn von Menschen, die mit dem PrÀparat behandelt werden.
Lecanemab - Handelsname Leqembi - steht in den USA schon seit Anfang 2023 zur VerfĂŒgung, zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im FrĂŒhstadium. Die Therapie bessert zwar nicht die Symptome, kann den Krankheitsverlauf aber in diesem Stadium etwas abbremsen. Infrage kĂ€me der Antikörper somit nur fĂŒr einen sehr begrenzten Kreis von Alzheimer-Patienten, nach EinschĂ€tzung von Experten fĂŒr weniger als zehn Prozent. In Deutschland sind SchĂ€tzungen zufolge etwa eine Million Menschen von der Krankheit betroffen.
Zu den Nebenwirkungen zĂ€hlen Mikroblutungen und Ădeme im Gehirn. Daher muss eine Therapie regelmĂ€Ăig mit Untersuchungen per Kernspin (MRT) kontrolliert werden. Der zustĂ€ndige Ausschuss der EMA entschied nach Mitteilung der Behörde, "dass der beobachtete Effekt des PrĂ€parats beim Abbremsen des kognitiven Verfalls das Risiko von ernsthaften Nebenwirkungen (...) nicht aufwiegt".
Die Empfehlung der Behörde ist notwendig fĂŒr die Zulassung von Medikamenten in der EU. Das Unternehmen Eisai JP3160400002, das den Antrag auf Zulassung fĂŒr die EU gestellt hatte, darf nach Angaben der Behörde innerhalb von 15 Tagen eine erneute PrĂŒfung beantragen/ab/DP/ngu

