EU-LĂ€nder, Importstopp

EU-LĂ€nder stimmen fĂŒr Importstopp von russischem Gas

20.10.2025 - 14:31:18

Die EU-LĂ€nder haben sich mehrheitlich fĂŒr einen vollstĂ€ndigen Stopp russischer Gaseinfuhren ausgesprochen.

SpĂ€testens ab 2028 soll nach dem Willen der LĂ€nder kein Gas aus Russland mehr importiert werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihre Amtskollegen stimmten bei einem Treffen in Luxemburg fĂŒr eine entsprechende Verordnung.

Zu einem vollstĂ€ndigen Einfuhrverbot von Moskaus FlĂŒssigerdgas könnte es allerdings schon vorher kommen: Die EU-Kommission will im Rahmen neuer Sanktionen gegen Moskau den Import schon ab Anfang 2027 verbieten. Das 19. Sanktionspaket wird derzeit in BrĂŒssel verhandelt. Es sieht unter anderem auch weitere Strafmaßnahmen im Finanzsektor sowie im Handelsbereich vor.

Keine Sorge vor höheren Preisen

Laut Reiche wird der Einfuhrstopp nicht zu höhere Preisen fĂŒr Verbraucher fĂŒhren. Auf den LNG-MĂ€rkten stehe sehr viel mehr Gas zur VerfĂŒgung. "Und wo viel Volumen ist an Gas, werden auch die Preise nicht so in die Höhe schnellen", sagte die CDU-Politikerin am Rande der Zusammenkunft. "Und insofern schauen wir mit einiger Gelassenheit, aber nicht mit Sorglosigkeit in die Zukunft."

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte die EU bereits weitgehende Einfuhrverbote fĂŒr russische EnergietrĂ€ger wie Kohle und Öl erlassen. Gas-Sanktionen gibt es wegen AbhĂ€ngigkeiten bislang aber nicht. Im ersten Halbjahr 2025 importierte die EU nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat noch FlĂŒssigerdgas aus Russland im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr machten Moskaus Gaslieferungen noch rund ein FĂŒnftel aller Einfuhren aus. Mittlerweile kommt mehr als die HĂ€lfte davon als FlĂŒssigerdgas an.

Damit die Verordnung in Kraft treten kann, mĂŒssen die EU-LĂ€nder noch mit dem EU-Parlament verhandeln. Die Verordnung soll losgelöst von dem in den Sanktionen geplanten Importverbot beschlossen werden. So gelte der Importstopp etwa auch weiterhin, sollten Sanktionen wieder aufgehoben werden.

@ dpa.de