EU-Staaten gegen jĂ€hrliche TĂŒv-Untersuchung fĂŒr Ă€ltere Autos
04.12.2025 - 14:26:49Damit stellen sie sich gegen einen Vorschlag der EU-Kommission, der die Verkehrssicherheit in Europa erhöhen sollte.
UnterstĂŒtzung fĂŒr die Position bekommen die EU-Staaten vom ADAC und aus Reihen der EVP im Europaparlament. Der Kommissionsvorschlag hĂ€tte fĂŒr viele vor allem höhere Kosten bedeutet, so der CDU-Abgeordnete Jens Gieseke. "Ein Gewinn an mehr Verkehrssicherheit aber ist fraglich." Sobald das Europaparlament einen Standpunkt zu dem Vorhaben festgelegt hat, können die finalen Verhandlungen ĂŒber die neuen Regeln beginnen.
EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas sagte im FrĂŒhjahr: "Die EU ist fest entschlossen, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2030 um 50 Prozent zu senken." Der Vorschlag der Kommission ziele auf unsichere Fahrzeuge ab, die zu UnfĂ€llen, TodesfĂ€llen und Verletzungen beitrĂŒgen, so die Behörde. Ăltere Fahrzeuge seien pannenanfĂ€lliger, zudem hĂ€tten Studien gezeigt, dass sie hĂ€ufiger in UnfĂ€lle verwickelt seien und einen höheren Anteil an Fahrzeugen mit hohem SchadstoffausstoĂ hĂ€tten.
In Deutschland Hauptuntersuchung grundsÀtzlich alle zwei Jahre
In Deutschland mĂŒssen Fahrzeuge in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, unabhĂ€ngig davon, wie alt ein Fahrzeug ist. FĂŒr Neuwagen steht die erste Inspektion nach 36 Monaten an. Wer die Frist fĂŒr den Termin verpasst und sich nicht rechtzeitig eine neue TĂŒv-Plakette abholt, muss im Fall einer Fahrzeugkontrolle mit einem BuĂgeld rechnen. In vielen EU-Staaten mĂŒssen Ă€ltere Autos bereits jĂ€hrlich zur Inspektion.
2024 gab es in Deutschland insgesamt 22 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) von Pkw. Zehn Jahre oder Ă€lter waren dabei 10,7 Millionen Autos. MĂŒssten Ă€ltere Autos nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jĂ€hrlich zur HU, wĂ€re also mit einer Dimension um 10 Millionen zusĂ€tzlicher Pkw-Hauptuntersuchungen pro Jahr zu rechnen.
Bei den Autos ab einem Alter von zehn Jahren oder mehr stellten die PrĂŒfer allerdings deutlich hĂ€ufiger MĂ€ngel fest, konkret bei 51,7 Prozent der vorgefĂŒhrten Fahrzeuge. Bei den Autos unter zehn Jahren war dies nur bei 19 Prozent der Fall. GefĂ€hrliche MĂ€ngel oder die Verkehrsunsicherheit stellten die PrĂŒfer bei den Ă€lteren Fahrzeugen in 1,2 Prozent der FĂ€lle fest, bei den Autos unter 10 Jahren in 0,17 Prozent der FĂ€lle.

