Produktion/Absatz, EU

EU-Extrazölle auf Elektroautos aus China in Kraft

30.10.2024 - 06:14:34

Die EU-Zusatzzölle auf aus China importierte Elektroautos sind seit Mitternacht in Kraft.

Die von der EuropĂ€ischen Kommission beschlossene Verordnung wurde am Dienstagabend im Amtsblatt der EU veröffentlicht und am folgenden Tag gĂŒltig. Die zusĂ€tzlichen Abgaben sollen fĂŒnf Jahre lang gelten. Aus Deutschland kommt starke Kritik an der Neuregelung.

Vor dem Beschluss der EU-Kommission hatte Anfang des Monats eine ausreichend große Mehrheit der EU-Staaten fĂŒr die Strafzölle gestimmt. Deutschland votierte gegen die Maßnahme, aus Sorge vor einem neuen großen Handelskonflikt und möglichen Vergeltungsmaßnahmen gegen deutsche Hersteller.

Aus Sicht der EuropÀischen Kommission sind die Ausgleichszölle notwendig, um langfristig die Zukunft der Autoindustrie in der EU zu sichern. Sie kam bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass chinesische Hersteller von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europÀischen Markt verschaffen.

Demnach können chinesische Elektroautos normalerweise rund 20 Prozent gĂŒnstiger angeboten werden als in der EU hergestellte Modelle. Bereits im Juli hatte die EU-Kommission deswegen vorlĂ€ufige Ausgleichszölle eingefĂŒhrt.

FĂŒr E-Autos des Herstellers BYD gilt nun kĂŒnftig eine Extra-Abgabe in Höhe von 17,0 Prozent, wie aus der Verordnung hervorgeht. FĂŒr Elektrofahrzeuge des Produzenten Geely sind demnach 18,8 Prozent fĂ€llig. Der Höchstsatz betrĂ€gt 35,3 Prozent. Die Zölle kommen auf einen bereits bestehenden Zollsatz von zehn Prozent hinzu.

Verhandlungen ĂŒber eine mögliche einvernehmliche Lösung des Handelsstreits blieben bis zuletzt erfolglos. Als eine Option wird gesehen, dass E-Auto-HĂ€ndler Preisverpflichtungen eingehen und damit die Zölle abwenden können. Auf technischer Ebene liefen die Verhandlungen auch nach der Entscheidung fĂŒr die Ausgleichsabgaben weiter, hieß es aus der Kommission.

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