KI-Training mit Nutzerdaten: Beschwerden gegen Meta eingelegt
06.06.2024 - 07:11:56Der Verein hat Beschwerden in elf europÀischen LÀndern eingereicht und fordert die Behörden auf, ein Dringlichkeitsverfahren einzuleiten, um diese Nutzung sofort zu stoppen.
Meta schreibt in diesen Tagen massenhaft die Nutzer von Facebook, Instagram und Threads an, um sie ĂŒber die Anpassung seiner DatenschutzerklĂ€rung zu informieren. "Wir aktualisieren unsere Datenschutzrichtlinie, da wir KI bei Meta ausweiten", heiĂt es in der E-Mail. In dem Text werden die Anwenderinnen und Anwender auch auf ein Widerspruchsrecht hingewiesen.
Nach EinschĂ€tzung der Datenschutzaktivisten von Noyb verstöĂt Meta gegen die EuropĂ€ische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), selbst wenn persönliche Chat-Nachrichten von der KI-Nutzung ausgeklammert werden. Statt nur eine Widerspruchsmöglichkeit einzurĂ€umen, hĂ€tte Meta nach geltendem Recht vor einer KI-Nutzung nach einer aktiven Zustimmung der Nutzer fragen mĂŒssen, erklĂ€rte die von Datenschutzaktivist Max Schrems in Leben gerufene Gruppierung. Daher habe man Beschwerden in Ăsterreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Polen und Spanien eingereicht.
Im Wettlauf um die leistungsstĂ€rksten KI-Systeme gegen Konkurrenten wie OpenAI, Google US02079K1079 und Microsoft US5949181045 entwickelt der Konzern an einer eigenen "Meta AI", die Texte und Bilder erzeugen können soll. Um dem System eigene Sprachkenntnisse beizubringen, wird die Software mit vielen Texten von menschlichen Nutzern trainiert. Im konkreten Fall handelt es sich um EintrĂ€ge auf Facebook, Instagram. Ăhnlich funktioniert das mit Fotos und anderen Bildern.
Bei Meta ist von "BeitrĂ€gen, Fotos und deren Bildunterschriften sowie Nachrichten, die du an eine KI sendest" die Rede. Die deutsche Verbraucherzentrale interpretiert das so, dass auch ein Beitrag, den man bei Facebook nur fĂŒr Freunde oder bestimmte Menschen sichtbar gepostet hat, fĂŒr das KI-Training benutzt werden kann. Nur private Nachrichten an Freunde, etwa im Messenger, sollen nicht verwendet werden.
Noyb bemĂ€ngelt, es bleibe unklar, zu welchem Zweck die KI-Technologie verwendet werden soll. Das widerspreche klar den Anforderungen der DSGVO. "Metas Datenschutzrichtlinie wĂŒrde theoretisch jeden beliebigen Verwendungszweck erlauben. All das ist Ă€uĂert besorgniserregend, weil es um die persönlichen Daten von etwa 4 Milliarden Menschen geht." Meta vertritt die Auffassung, dass sein Vorgehen nicht gegen die DSGVO verstöĂt. In der Mail an die Nutzer heiĂt es: "Um dir diese Nutzungserlebnisse anbieten zu können, berufen wir uns zukĂŒnftig auf die Rechtsgrundlage des berechtigten Interesses, wenn wir deine Informationen verwenden, um KI bei Meta weiterzuentwickeln und zu verbessern."
Der Wiener Jurist Schrems hatte dem Facebook-Konzern Meta bereits in zwei Klagen das FĂŒrchten gelehrt - und dabei zweimal vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof Datenabkommen zwischen den USA und Europa gekippt.

