Lieferkettengesetz, EU-Kommission

Lieferkettengesetz: EU-Kommission laut Ombudsfrau einseitig

27.11.2025 - 13:35:58 | dpa.de

Die EuropĂ€ische Ombudsfrau Teresa Anjinho wirft der EU-Kommission unter Leitung von Ursula von der Leyen MissstĂ€nde bei der Änderung mehrerer Gesetze vor.

Konkret geht es um die von der Kommission als Vereinfachung bezeichnete AbschwĂ€chung des Lieferkettengesetzes sowie um VorschlĂ€ge zur Änderung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik und einer besseren Abwehr irregulĂ€rer Migration.

Die BĂŒrgerbeauftragte stellte "verschiedene VerfahrensmĂ€ngel bei der Ausarbeitung der streitigen LegislativvorschlĂ€ge durch die Kommission fest, die zusammengenommen einen Missstand in der VerwaltungstĂ€tigkeit darstellen".

NĂ€he zur Industrie

Unter anderem habe die Kommission es versĂ€umt, beim Lieferkettengesetz und den Agrar-VorschlĂ€gen alle relevanten Parteien anzuhören. Mit Blick auf das Lieferkettengesetz heißt es, dass laut den ĂŒbermittelten Dokumenten "die meisten eingeladenen InteressentrĂ€ger Vertreter der Industrie waren." Die EU-Kommission hat laut Ombudsfrau zudem nicht ausreichend begrĂŒndet, warum die Vorhaben dringend sind und man von ĂŒblichen Verfahren abweicht.

Das europĂ€ische Lieferkettengesetz wurde eigentlich bereits vergangenes Jahr beschlossen. Ziel ist, Menschenrechte weltweit zu stĂ€rken. Große Unternehmen sollen zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- oder Zwangsarbeit profitieren. Nach Kritik von Unternehmen sollen Teile der Richtlinie vereinfacht werden, noch bevor sie angewendet wird.

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