EU-Parlament stimmt fĂŒr Austritt aus umstrittenem Energieabkommen
24.04.2024 - 15:12:41Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in StraĂburg mit deutlicher Mehrheit fĂŒr einen gemeinsamen RĂŒckzug aus dem sogenannten Energiecharta-Vertrag.
Das 1998 in Kraft getretene Abkommen war geschaffen worden, um Investitionen in Gas-, Ăl-, und Kohleprojekte zu schĂŒtzen und steht bei Umweltorganisationen schon lĂ€nger in der Kritik. Es erlaubt Investoren etwa Klagen gegen Staaten vor Schiedsgerichten. Dahinter steckt die Absicht, Unternehmen beim Investieren Sicherheit zuzusichern.
Die Bundesregierung hatte den Austritt Deutschlands aus dem Vertrag bereits Ende 2022 beschlossen. Auch andere EU-LĂ€nder wie Frankreich, die Niederlande und Spanien hatten den RĂŒckzug angekĂŒndigt, Italien war bereits 2016 ausgetreten. Die Ausstiegsfrist betrĂ€gt 20 Jahre.
Grundlage der Entscheidung nun war ein Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission. Die BrĂŒsseler Behörde hatte einen Austritt schon im vergangenen Jahr vorgeschlagen. Die EU-LĂ€nder hatten sich Anfang MĂ€rz nach einigen Diskussionen auf den gemeinsamen Austritt verstĂ€ndigt. Die nun erfolgte Zustimmung der Parlamentarier ist fĂŒr den Ausstieg erforderlich. Die EU-LĂ€nder mĂŒssen ihn noch final bestĂ€tigen.
Die deutsche GrĂŒnen-Abgeordnete Anna Cavazzini nannte die Abstimmung einen groĂen Schritt in die richtige Richtung. Die EU steige aus dem klimafeindlichen Energiecharta-Vertrag aus. "Endlich steht der fossile Dinosaurier-Vertrag einem konsequenten Klimaschutz nicht mehr im Weg, denn wir mĂŒssen keine Konzernklagen auf MilliardenentschĂ€digung vor privaten Schiedsgerichten mehr fĂŒrchten."

