EU-Ratschef, GesprÀche

EU-Ratschef will GesprÀche mit Russland vorbereiten

17.03.2026 - 06:41:27 | dpa.de

Die EuropÀische Union sollte sich aus Sicht von RatsprÀsident António Costa trotz des laufenden Ukraine-Kriegs auf mögliche GesprÀche mit Russland vorbereiten.

Es könnte eines Tages nötig sein, die BemĂŒhungen von US-PrĂ€sident Donald Trump um einen Frieden in der Ukraine zu ĂŒbernehmen, sagte Costa in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr). Denkbar wĂ€re dies nach seinen Worten etwa, wenn Trump mit seinen Anstrengungen scheitern oder aber beschließen sollte, sie nicht mehr fortzusetzen.

Costa mahnte zugleich an, bei Kontakten mit Russland keine AlleingĂ€nge zu unternehmen. Derzeit sollten Trumps BemĂŒhungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine nicht gestört werden, sagte der frĂŒhere portugiesische Regierungschef. "Vorerst besteht unser Hauptbeitrag dazu darin, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen und die Ukraine weiterhin mit allen Mitteln zu unterstĂŒtzen."

Die gestiegenen Preise fĂŒr Öl, Gas und Sprit Ă€ndern laut Costa nichts an der Strategie der EU. "Wir wollen uns von der russischen Energieversorgung unabhĂ€ngig machen und nicht mit Russland ĂŒber den Energiepreis verhandeln", betonte er im Interview des enr-Netzwerks, zu dem auch die Deutsche Presse-Agentur gehört.

Costa kritisiert Orban und Selenskyj

Zu der aktuellen ungarischen Blockade milliardenschwerer EU-Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine sagte Costa, die Haltung der Regierung in Budapest sei vollkommen inakzeptabel. Zugleich kritisierte er den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj wegen dessen Drohungen gegen Ungarn. "NatĂŒrlich können wir es nicht akzeptieren, wenn jemand - selbst in einem emotionalen Moment - einen Regierungschef eines Mitgliedstaats der EuropĂ€ischen Union in unangemessener Weise anspricht", sagte der EU-RatsprĂ€sident.

Im Streit ĂŒber die von Ungarn blockierten Finanzhilfen hatte Selenskyj dem ungarischen MinisterprĂ€sidenten Viktor Orban offen gedroht. "Wir hoffen, dass eine Person in der EuropĂ€ischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen KĂ€mpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden", sagte Selenskyj. Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als EinschĂŒchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.

Orban will die Blockade erst beenden, wenn der Konflikt um unterbrochene russische Öllieferungen ĂŒber die Druschba-Pipeline beigelegt ist. Seine Regierung wirft der Ukraine vor, eine Wiederaufnahme des Betriebs der Pipeline zu verhindern. Diese fĂŒhrt von Russland ĂŒber Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei.

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