EZB will Kapitalregeln fĂŒr Banken vereinfachen
11.12.2025 - 15:13:57Die Zahl der Anforderungen soll verringert werden, zudem regt die EZB die EinfĂŒhrung eines weitaus einfacheren Aufsichtssystems fĂŒr kleinere Banken an. Vor allem kleine Institute in Deutschland, darunter viele Sparkassen und Volksbanken, beklagen immer wieder die FĂŒlle an Vorschriften.
"Der EZB-Rat schlĂ€gt vor, die EU-Bankenvorschriften deutlich stĂ€rker an der VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit auszurichten", teilte die Notenbank in Frankfurt mit. "Bewerkstelligen lieĂe sich dies durch Ausweitung des Anwendungsbereichs der bestehenden Regelungen fĂŒr kleine Banken und deren umsichtige und einheitliche Vereinfachung."
Einfacher und schlanker
Eine weitere Empfehlung der vom EZB-Rat eingesetzten "Taskforce": Verschiedene Kapitalpuffer zusammenzulegen, die GeldhĂ€user gegen Krisen vorhalten mĂŒssen. Zudem sollen die regelmĂ€Ăigen EU-weiten Stresstests, in denen Aufseher Krisenfestigkeit von Banken anhand verschiedener Szenarien unter die Lupe nehmen, nach Willen der EZB schlanker angelegt werden - sowohl von der Methodik als auch vom Anwendungsbereich.
EU-Kommission muss entscheiden
Die EZB legt ihre VorschlĂ€ge nun der EuropĂ€ischen Kommission vor, die beabsichtigt, 2026 einen Bericht zur Gesamtsituation des Bankensystems im Binnenmarkt herauszugeben. Um Europas WettbewerbsfĂ€higkeit zu stĂ€rken, versucht BrĂŒssel derzeit viele Vorschriften zu entschlacken.
Die komplexen Kapitalregeln fĂŒr Banken in Europa wurden nach der globalen Finanzkrise ab 2008 eingefĂŒhrt. Sie sind ebenso eine Lehre aus dem damaligen Zusammenbruch von GeldhĂ€usern wie die gemeinsame EZB-Bankenaufsicht: Seit November 2014 beaufsichtigt die Zentralbank die gröĂten Banken im Euroraum direkt.
Furcht vor Nachteilen gegenĂŒber der US-Konkurrenz
Hintergrund der BemĂŒhungen um einfachere Regeln fĂŒr Banken in Europa sind auch Bestrebungen der US-Regierung von Donald Trump, die Deregulierung der Finanzbranche voranzutreiben, etwa mit weniger strengen Kapitalregeln. Institute in Europa fĂŒrchten daher Nachteile gegenĂŒber der US-Konkurrenz, die seit Jahren profitabler ist.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte jĂŒngst die Bankenregulierung in Europa als zu rigoros bezeichnet und der Finanzbranche ein Entgegenkommen in Aussicht gestellt.
"Vereinfachung bedeutet nicht Deregulierung"
Die Bundesbank begrĂŒĂte die Ergebnisse der Taskforce. "Unsere Vorschriften zur Regulierung der Banken sind alles in allem auch bisher nicht zu scharf", sagte PrĂ€sident Joachim Nagel. "Aber sie sind mitunter kleinteilig, kompliziert und manchmal widersprĂŒchlich." Deregulierung auf Kosten der FinanzstabilitĂ€t lehne man in groĂer Einigkeit ab.
Bundesbank-Vorstand Michael Theurer betonte: "Vereinfachung bedeutet nicht Deregulierung." Vereinfachung könne aber in Regulierung, Aufsicht und Meldewesen Entlastungen bringen, "zum Beispiel durch weniger administrativen Aufwand und mehr Transparenz".

