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Europa Schluss: Lage im Iran-Konflikt bremst EuroStoxx weiter

23.04.2026 - 18:26:29 | dpa.de

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag überwiegend etwas nachgegeben.

Die anhaltend hohen Ölpreise und die unklare Lage im Iran-Konflikt behielten die Oberhand in den Köpfen der Anleger, die derzeit den US-Börsen den Vorzug geben.

Der EuroStoxx EU0009658145 war in Europa unter den Verlierern. Im Verlauf erreichte der Eurozonen-Leitindex den tiefsten Stand seit zwei Wochen, konnte seine Verluste zum Ende hin aber reduzieren. Er ging 0,19 Prozent tiefer bei 5.894,73 Punkten aus dem Handel. Außerhalb des Euroraums gab der britische FTSE 100 GB0001383545 auch um 0,19 Prozent auf 10.457,01 Punkte nach. In Zürich jedoch sah es besser aus: Der SMI CH0009980894 zog dort gestützt auf Kursgewinne einiger Schwergewichte um 1,38 Prozent auf 13.248,06 Punkte an.

Viele Anleger bleiben wegen des Ausbleibens von neuen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verunsichert. US-Präsident Donald Trump hat zuletzt den Druck auf den Gegner erhöht und gibt ihm Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Ein Warnsignal für potenzielle Auswirkungen lieferte der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone, der im April unter die Wachstumsschwelle von 50 gesunken war.

Bei den Einzelwerten brachten Quartalszahlen in einigen Fällen jedoch die Kurse in Schwung. Zu den Gewinnern gehörten dabei vor allem die Nahrungs- und Getränkewerte, wobei Nestle CH0038863350 als SMI CH0009980894-Schwergewicht mit einem Kurssprung um 5,9 Prozent Akzente setzte. Der Nahrungsmittel-Hersteller hatte mit seinen Wachstumszahlen zum ersten Quartal die Erwartungen klar übertroffen.

Dicht auf den Fersen war der Telekomsektor, der von einem Nokia-Kurssprung FI0009000681 um 6,4 Prozent profitierte. Die Titel des Branchenausrüsters reagierten damit auf ein starkes erstes Quartal. Janardan Menon von Jefferies verwies auf die Bruttomarge, die deutlich besser als erwartet ausgefallen sei. Im Sektor kamen außerdem die Resultate von Orange FR0000133308 gut an, die Titel legten um 3,3 Prozent zu.

Die Spitze im EuroStoxx gehörte aber L'Oreal FR0000120321 mit einem Kurssprung um neun Prozent. Der französische Kosmetikkonzern war im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Der Barclays-Analyst Warren Ackerman kommentierte, am Kosmetikmarkt gebe es keine Anzeichen einer Verlangsamung. L'Oreal sei ein klarer Gewinner im Bereich der Basiskonsumgüter.

Stärke zeigten außerdem noch Aktien aus dem Chipsektor, die neben US-Rückwind von Texas Instruments US8825081040 auch von starken Resultaten des französischen Herstellers STMicroelectronics NL0000226223 profitierten. Eine berichtete Erholung der Nachfrage hievte den Kurs in Paris mit mehr als 14 Prozent ins Plus.

Dem gegenüber standen im Technologiesektor aber nachgebende Software-Aktien. In der Branche flammten die KI-Sorgen nach aktuellen Resultaten, die aus den USA von ServiceNow gekommen waren, wieder auf. Von SAP DE0007164600 wird am Abend der Quartalsbericht erwartet. Vor diesem waren die Titel der Walldorfer im EuroStoxx das Schlusslicht.

Etwas gemäßigter ging es im Pharmasektor bei Sanofi FR0000120578 mit plus 1,2 Prozent zu. Der Pharmakonzern war zum Jahresstart dank seines Kassenschlagers Dupixent, neuer Medikamente und Übernahmen überraschend kräftig gewachsen. Besser entwickelten sich in der Schweiz die Roche CH0012032048-Titel, die nach Resultaten um 3,8 Prozent zulegten. Auch ABB CH0012221716 waren in Zürich mit einer fortgesetzten Rally eine Stütze.

Enttäuscht fiel dagegen die Reaktion bei EssilorLuxottica FR0000121667 aus. Die Titel des Brillen- und Luxusgüterkonzerns sanken nach Umsatzzahlen zum ersten Quartal um 4,8 Prozent. Der jüngste Ausverkauf, den Chiara Battistini von JPMorgan mit Sorgen vor neuem Wettbewerb begründete, ging damit in die nächste Runde.

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