Aktien Europa: Weiter nach oben - Hoffen auf US-Notenbank
05.12.2025 - 12:17:45Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann am Mittag 0,49 Prozent auf 5.745,10 Punkte. AuĂerhalb des Euroraums gewann der britische FTSE 100 GB0001383545 0,19 Prozent auf 9.729,80 Punkte, wĂ€hrend der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,24 Prozent auf 12.924,07 Punkte kletterte.
Die Hoffnungen richten sich auf eine Zinssenkung in den USA. "WĂ€hrend die Inflation unter Kontrolle scheint, nehmen die Risiken auf dem Arbeitsmarkt zu", stellte Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarktes fest. "SĂ€mtliche Umfragen deuten auf ein schwaches Lohnwachstum und steigende Erwerbslosigkeit hin - eine Kombination, die eine weitere Lockerung der Geldpolitik geradezu erfordert."
Auch ĂŒber den Termin in der nĂ€chsten Woche hinaus gibt es Hoffnung. "2026 wird es nicht nur bei einer Zinssenkung bleiben", ist Franz Zobl, Geldpolitik-Experte bei Raiffeisen Research, ĂŒberzeugt. Die neuen Prognosen, die im Zuge der nĂ€chsten Zinssitzung veröffentlicht werden, könnten mehrere Zinssenkungen widerspiegeln.
Die VerĂ€nderungen der Einzelsektoren waren ĂŒberschaubar. Am stĂ€rksten gaben die Ălwerte nach. Hier standen Eni IT0003132476 mit zwei Prozent Abschlag unter Druck. JPMorgan hatte das Kursziel von 17 auf 15,50 Euro gesenkt und die Aktien gleich doppelt von "Overweight" auf "Underweight" abgestuft. Die Titel wiesen inzwischen eine leichte BewertungsprĂ€mie gegenĂŒber Europas Ălbranche auf, schrieb Analyst Matthew Lofting. Auch bei Totalenergies FR0000120271 senkte Lofting den Daumen und stufte die Aktien von "Overweight" auf "Neutral" ab. Hier ging es um ein Prozent nach unten.
Zu den schwĂ€cheren Sektoren gehörten zudem die Versicherer. GroĂer Verlierer waren die Aktien von Swiss Re CH0126881561, die um 5,7 Prozent absackten und auch andere RĂŒckversicherer belasteten. Der Konzern hatte das Gewinnziel fĂŒr das kommende Jahr nur leicht nach oben geschraubt. Analysten und Anleger hatten auf eine deutlichere Erhöhung gehofft. Das Gewinnziel liege in etwa acht Prozent unter seinen SchĂ€tzungen und fĂŒnf Prozent unter jenen des Marktes, schrieb Vontobel-Analyst Matteo Lindauer.
Auf der Gewinnerseite ragten dagegen Alstom FR0010220475 heraus. Die Aktie stieg um 4,7 Prozent, nachdem sie im laufenden Jahr bislang wenig vorangekommen war. Die Analysten der Citigroup hatten eine Kaufempfehlung abgegeben.
Autowerte schlossen an die Vortagesgewinne an. "Die spannende Frage lautet nun: Ist dies die lang erhoffte Trendwende hin zu einer Aufholjagd 2026?", hieà es in einem Kommentar des Brokers Index Radar. Allerdings spiegele die niedrige Bewertung des Autosektors die langjÀhrige Skepsis des Marktes wider. Die starke AbhÀngigkeit von China und die zunehmende Margenbelastung durch neue Wettbewerber blieben strukturelle Risiken.

