Aktien Europa: Anleger werden vorsichtiger
29.08.2025 - 12:06:04"Die Marktteilnehmer lassen es vor dem langen Wochenende in den USA ruhig angehen", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. "ZusÀtzlich belastend wirkt das heutige Monatsende an den AktienmÀrkten - viele institutionelle Investoren neigen dazu Gewinne mitzunehmen und etwas Risiko aus den Gesamtportfolien zu reduzieren."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor gegen Mittag 0,44 Prozent auf 5.372,96 Punkte. AuĂerhalb der Eurozone notierte der Schweizer SMI CH0009980894 0,18 Prozent tiefer mit 12.197,58 Punkten. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gab um 0,25 Prozent auf 9.194,09 ZĂ€hler nach.
Auch andere Faktoren trugen zu der verhaltenen Tendenz bei. "In Europa droht auch deshalb eine Fortsetzung der lethargischen Stimmung, da mit Frankreich erneut ein wichtiger Player wackelt", betonte Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets mit Blick auf die Regierungskrise in dem Land. "Die Renditen 30-jĂ€hriger französischer Staatsanleihen klettern mit 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 2011." Anleger an Europas Börsen, die den Anschein erweckten, nur auf GrĂŒnde fĂŒr weitere VerkĂ€ufe zu warten, könnten die politischen Turbulenzen in Frankreich als eine willkommene Gelegenheit ansehen.
SchwÀchster Sektor waren die Bankenwerte. Sie setzten ihren kurzfristigen AbwÀrtstrend fort und reagierten damit auch auf die politischen UnwÀgbarkeiten im Nachbarland. "Der Markt scheint das finanzpolitische Risiko, das von Frankreich ausgeht, unterschÀtzt zu haben", merkte John Taylor, Leiter Anleihen bei Alliance Bernstein, dazu an.
Zu den Verlierern gehörten zudem die Aktien der Spirituosenhersteller. Pernod Ricard FR0000120693 bĂŒĂten 1,2 Prozent auf 99,20 Euro ein, nachdem sie am Vortag nach der Veröffentlichung von GeschĂ€ftszahlen in der Spitze bis auf 107,45 Euro nach oben geschnellt waren. Die Analysten der UBS verwiesen darauf, dass die Branche der Spirituosenanbieter in den kommenden zwölf Monaten weiterhin Herausforderungen ausgesetzt sei. Zudem sei mit einem eher schwachen ersten Quartal im neu begonnenen GeschĂ€ftsjahr von Pernod zu rechnen. Auch Remy Cointreau konnten trotz eines erhöhten Ausblicks anfĂ€ngliche Gewinne nicht halten und sanken um 1,5 Prozent.

