Aktien Europa: Erneut Verluste - Meyer Burger brechen ein
17.01.2024 - 12:12:58MĂ€Ăige Vorgaben der Wall Street und enttĂ€uschende chinesische Konjunkturdaten belasteten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank am Mittag um 0,98 Prozent auf 4403,04 Punkte. Auch an den groĂen LĂ€nderbörsen ging es stĂ€rker nach unten. Der französischen Cac 40 FR0003500008 verlor 1,11 Prozent auf 7315,66 Punkte, wĂ€hrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 1,52 Prozent auf 7443,46 Punkte nachgab.
Die Unsicherheit, wann die erhofften Zinssenkungen diesseits und jenseits des Atlantiks erfolgen werden, lasse Marktteilnehmer Aktien wie auch Anleihen derzeit verkaufen, betonte Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Dazu trugen jĂŒngste Aussagen bei. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) könnte zwar in einigen Monaten eine erste Zinssenkung vornehmen, hatte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde der Nachrichtenagentur Bloomberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt. Zugleich dĂ€mpfte sie aber etwas die Erwartungen mit Verweis auf die KonjunkturabhĂ€ngigkeit der Geldpolitik. Sie nannte auch ein gewisses MaĂ an Unsicherheit und einige FrĂŒhindikatoren, die noch nicht das gewĂŒnschte Niveau erreicht hĂ€tten.
Die unklaren Aussichten belasteten zins- und konjunktursensible Aktien. Am stĂ€rksten gaben die Immobilienwerte nach, gefolgt von den Rohstofftiteln. Hier drĂŒckten auch die enttĂ€uschenden Daten zum chinesischen Wirtschaftswachstum. "Es gibt fĂŒr die Weltwirtschaft keinen asiatischen Wachstumsschub, wie es in der Vergangenheit hĂ€ufiger der Fall war", merkte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank zu den Zahlen an. Das bekamen auch die Luxuswerte zu spĂŒren, da das China-GeschĂ€ft fĂŒr diese eine groĂe Bedeutung hat. LVMH FR0000121014 sanken um 1,9 Prozent, Kering FR0000121485 um 2,7 Prozent.
Etwas moderatere AbschlÀge verzeichneten defensive Sektoren wie Telekommunikation und Pharma. Die italienische Regierung hatte den milliardenschweren Verkauf des Festnetzes vom Telekomkonzern Tim (ehemals Telecom Italia IT0003497168) an den US-Finanzinvestor KKR US48251W1045 abgenickt. Die Regierung unter Premierministerin Georgia Meloni verzichtete darauf, ihr Veto zu nutzen. Tim legten gegen den Markt zu.
Unter den Schweizer Standardwerten standen Geberit CH0030170408 unter Druck. Das Unternehmen hatte 2023 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr. Gebremst wurde der SanitÀrtechnikkonzern von der schwachen Baukonjunktur, aber auch vom starken Franken. Dass sich das Blatt im laufenden Jahr rasch wendet, scheint eher unwahrscheinlich. Geberit fielen um 4,3 Prozent.
Noch ganz anders erwischte es einen Schweizer Nebenwert. Aktien von Meyer Burger CH0027700852 brachen um ĂŒber 37 Prozent ein. Das Unternehmen hatte bei der Fertigung in Deutschland die Notbremse gezogen und braucht frisches Kapital. Analysten sprachen von einem "Höchstrisiko-Investment".

