Aktien Europa: ZurĂŒckhaltung vor Zinsentscheid - Nokia und ABB unter Druck
18.07.2024 - 12:14:16Die Zinsentscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank am Nachmittag sorgte fĂŒr ZurĂŒckhaltung. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg um 0,3 Prozent auf 4.906,05 Punkte.
Der Pariser Leitindex Cac 40 FR0003500008 kletterte um 0,58 Prozent auf 7.614,37 Punkte, wÀhrend der britische FTSE 100 GB0001383545 0,78 Prozent auf 8.251,14 Punkte gewann.
"Die Marktteilnehmer lassen es etwas ruhiger angehen", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. Es werde zwar nicht mit einer Zinsanpassung gerechnet, dennoch werden die Worte der EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde aus seiner Sicht genau verfolgt. Dabei ist das Potenzial fĂŒr positive Ăberraschungen begrenzt. "Die TĂŒr fĂŒr einen Schritt im September dĂŒrfte geöffnet bleiben", so die Volkswirte der Helaba. Inzwischen sei eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte voll in die Kurse eingearbeitet.
Technologiewerte lagen nach StabilisierungsansĂ€tzen im frĂŒhen Handel erneut im Minus. "Die NervositĂ€t hat sich gerade bei den Börsianern mit Blick auf die Mega-Caps vergröĂert", so Lipkow. Die stark gestiegene Aktie von ASML NL0010273215 verlor knapp ein Prozent. Der niederlĂ€ndische AusrĂŒster von Chip-Herstellern hatte am Vortag mit den Prognosen fĂŒr das gerade begonnene dritte Quartal enttĂ€uscht.
Auf wenig Begeisterung stieĂen auch neue Zahlen von Nokia FI0009000681. Der NetzwerkausrĂŒster war wegen des geplanten Verkaufs seines SeekabelgeschĂ€fts im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand in den drei Monaten bis Ende Juni wegen der Abschreibungen auf die Sparte ein Verlust von 142 Millionen Euro nach einem Gewinn von 289 Millionen ein Jahr zuvor. Im KerngeschĂ€ft kĂ€mpft das Unternehmen zudem weiter mit einer schwachen Nachfrage und hohen Kosten. Nokia sanken um fĂŒnf Prozent.
Ăhnlich hoch waren die Abgaben bei ABB CH0012221716. Der ĂŒberraschend schwache Quartalsbericht belastete zudem andere Werte aus dem IndustriegĂŒtersektor. So bĂŒĂten Schneider Electric FR0000121972 1,7 Prozent ein.
Selbst gute Zahlen waren den Marktteilnehmern offenbar nicht gut genug. Obwohl Novartis CH0012005267 einen soliden Quartalsbericht vorgelegt und den Gewinnausblick abermals erhöht hatte, verlor das Pharma-Schwergewicht 1,2 Prozent. HÀndler sprachen von Gewinnmitnahmen angesichts der grundsÀtzlich guten Zahlen.

