Europa Schluss: Kaum verÀndert - Warten auf US-Inflationsdaten
10.01.2024 - 18:19:14Damit setzte sich das Abwarten vor den am Donnerstag erwarteten Inflationszahlen aus den USA fort, denn schon in den vergangenen Tagen fanden die Börsen mit Auf und Abs keine eindeutige Richtung mehr.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging mit plus 0,04 Prozent bei 4468,98 Punkten aus dem Handel. Der französische Cac 40 FR0003500008 dagegen gab um 0,01 Prozent auf 7426,08 Punkte nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor 0,42 Prozent auf 7651,76 Punkte nachgab.
Die Inflationsdaten aus den USA könnten aus Sicht des Kapitalmarktstrategen JĂŒrgen Molnar vom Broker Robomarkets darĂŒber entscheiden, ob sich die Jahresendrally fortsetzt oder der Markt an den misslungenen Jahresstart anknĂŒpft. Es stehe allerdings fest, dass sich die fundamentalen Rahmenbedingungen in den vergangenen Wochen nicht wirklich verbessert hĂ€tten. Auch seien die andauernden geopolitischen Konflikte in der Welt kein NĂ€hrboden fĂŒr stabile Aktienkurse.
Einer der gröĂten Gewinner waren die zuletzt schwĂ€chelnden Immobilienwerte, die nun wieder zulegten. GĂŒnstige Signale gab es von der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB). Der deutliche RĂŒckgang der Inflation aus dem Jahr 2023 wird sich in der Eurozone nach EinschĂ€tzung der Notenbank in diesem Jahr abgeschwĂ€cht fortsetzen. Die weitere konjunkturelle Entwicklung sieht EZB-VizeprĂ€sident Luis de Guindos eher pessimistisch. Beides spricht nicht fĂŒr eine allzu strikte geldpolitische Gangart, was zinsabhĂ€ngigen Sektoren entgegenkommt. "Es ist noch zu frĂŒh, um ĂŒber Zinssenkungen zu diskutieren", schrieb allerdings das EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst X.
Nicht so gut entwickelten sich die Chemiewerte. Hier gab es schlechte Nachrichten von Sika CH0000587979, die der Aktie ein Minus von 3,8 Prozent bescherten. Der schweizerische Bauchemiespezialist wies fĂŒr 2023 dank einer Ăbernahme zwar ein ansehnliches Umsatzwachstum aus. Analysten hatten sich allerdings mehr erhofft. Kritisch betrachtet wurden die enttĂ€uschende Absatzentwicklung in Nord- und SĂŒdamerika und das verhaltene Abschneiden des Global-Business-GeschĂ€fts.
Die Aktien von Alcon CH0432492467 legten in ZĂŒrich um 3,4 Prozent zu. Der Augenheilkonzern hatte am Vorabend positive Studienresultate veröffentlicht. Den in den Vortagen gefragten Pharmawerten half dies aber wenig. Sie lagen wegen leichter Abgaben der Branchenschwergewichte im Minus.
Am schlechtesten schnitten in der Branchenwertung die Rohstoff- und Reisewerte mit AbschlĂ€gen von jeweils gut einem Prozent ab. TrĂŒb sah es auch im Bausektor aus. Eine zuversichtliche Studie der Bank of Amerika verhalf CRH IE0001827041 zwar zu einem leichten Gewinn. Die SchwĂ€che von Werten wie Saint-Gobain FR0000125007 lieĂ den Sektor insgesamt aber abrutschen.
In London sackten die Papiere von Sainsbury GB00B019KW72 um 6,3 Prozent ab. Die Supermarktkette hatte im WeihnachtsgeschĂ€ft eine starke Umsatzentwicklung bei Lebensmitteln verzeichnet. Dies wurde aber von RĂŒckgĂ€ngen in den Nicht-Lebensmittel-Bereichen ĂŒberlagert. Titel der BĂ€ckereikette Greggs GB00B63QSB39 entwickelten sich besser: Nach starken Jahresendzahlen zogen sie um gut fĂŒnf Prozent an.

