Europa Schluss: EuroStoxx 50 fÀllt erneut - Techwerte unter Druck
04.09.2024 - 18:34:23Vor allem Technologiewerte wurden wieder abgestoĂen. Anleger sind vorsichtig vor wichtigen Arbeitsmarktdaten aus den USA und der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed - auch weil der September oftmals ein eher schwacher Börsenmonat ist.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 1,31 Prozent auf 4848,18 ZĂ€hler, konnte sich dabei aber in der NĂ€he seines 50-Tage-Durchschnitts stabilisieren. Diese Linie ist bei charttechnisch orientierten Anlegern ein beliebter kurz- bis mittelfristiger Indikator.
AuĂerhalb der Eurozone folgte der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 dem Trend um 0,35 Prozent nach unten auf 8.269,60 Punkte. Der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 fiel um 1,39 Prozent auf 12.176,17 ZĂ€hler.
Laut dem Marktbeobachter JĂŒrgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets geht die "Angst vor der zweiten Welle um", denn Anfang August gab es schon einmal einen Ă€hnlichen Kursrutsch, auf den damals aber eine enorme Gewinnstrecke gefolgt war. Diejenigen, die daran glauben, dass die BĂ€ume in Sachen KĂŒnstliche Intelligenz (KI) in den Himmel wachsen, hinterfragten dies langsam - auch in BefĂŒrchtung einer stĂ€rkeren Regulierung.
Der gesamteuropÀische Sektorindex Stoxx Europe 600 Technology EU0009658921 setzte seine Talfahrt daher fort mit einem Abschlag von 3,2 Prozent. Sinnbild der Situation sind die Nvidia-Aktien US67066G1040, die am Vorabend in New York mit einem Kursrutsch um fast zehn Prozent 280 Milliarden US-Dollar an Börsenwert vernichteten.
Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank verwies auf die hohe Gewichtung des Tech-Sektors, die das Gesamtbild an den AktienmĂ€rkten mittlerweile von wenigen Werten abhĂ€ngig mache. Nach den markanten Gewinnen der letzten Wochen sei ein "Durchatmen der AktienmĂ€rkte" nicht ĂŒberraschend. Er geht davon aus, dass sie ihren AufwĂ€rtstrend im Fahrwasser erwarteter Zinssenkungen fortsetzen können.
ASML NL0010273215 als eines der gröĂten europĂ€ischen Börsenunternehmen ist mit umgerechnet 326 Milliarden US-Dollar nicht viel mehr wert als das, was Nvidia am Dienstag an einem Tag einbĂŒĂte. Nachdem die Bank UBS ihre Kaufempfehlung aufgegeben hatte, fielen die Titel des Halbleiterindustrie-AusrĂŒsters am EuroStoxx-Ende um fast sechs Prozent. Analyst Francois-Xavier Bouvignies traut dem Unternehmen nicht mehr so hohe Ergebnissteigerungen zu, wie in jĂŒngster Zeit gewohnt.
Auch die LuxusgĂŒterwerte Kering FR0000121485, LVMH FR0000121014 und Richemont CH0210483332 hatten mit Verlusten zwischen mehr als zwei und fast sechs Prozent einen schweren Stand. Hier wurde als Belastung zum einen auf erneut enttĂ€uschende Konjunkturdaten aus China verwiesen - einem fĂŒr LuxusgĂŒter besonders wichtigen Markt.
Zum anderen hatte die US-Bank Morgan Stanley die Kursziele fĂŒr die Aktien von LVMH und Richemont gesenkt. Zu dem Schweizer Unternehmen schrieb Analyst Edouard Aubin, dass die schwache chinesische Nachfrage und die StĂ€rke des Schweizer Franken ihn vorsichtiger werden lassen, was die Resultate fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr bis MĂ€rz 2025 angehe.
Telekommunikations- EU0009658947 und Immobilienwerte CH0043274395 aber entwickelten sich robust. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux traut vor allem deutschen Immobilienaktien wieder eine ĂŒberdurchschnittliche Kursentwicklung zu, denn deren Bewertung sei im historischen Vergleich weiter attraktiv. Die Experten erwĂ€hnten dabei den begonnenen Zinssenkungszyklus der EuropĂ€ischen Zentralbank als Treiber.

