Börsen/Aktien, Spanien

Aktien Europa: ZurĂŒckhaltung vor EBZ-Zinssignalen

11.04.2024 - 12:13:51 | dpa.de

Die europÀischen Börsen haben am Donnerstag leicht geschwÀchelt.

MĂ€ĂŸige US-Vorgaben und rĂŒcklĂ€ufige US-Futures belasteten, wĂ€hrend die anstehende Sitzung der EuropĂ€ischen Notenbank zum Abwarten einlud.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank am Mittag um 0,43 Prozent auf 4979,71 Punkte. Der französische Cac 40 FR0003500008 trat unterdessen auf der Stelle, wÀhrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,1 Prozent auf 7953,64 Punkte nachgab.

Mit den US-Verbraucherpreisen am Vortag hatten Zinssenkungshoffnungen einen erneuten DĂ€mpfer erhalten. "Die Inflation in den USA erweist sich als hartnĂ€ckiger als gedacht und das schon einmal befĂŒrchtete Angst-Mantra des Marktes eines Szenarios ?höher fĂŒr lĂ€nger? kehrt in die Köpfe der Investoren zurĂŒck", betonte Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Allerdings sei die Lage im Euroraum nicht ganz mit der in den USA zu vergleichen. Daher seien Zinshoffnungen hier weiter angebracht. "Anders in der Eurozone, wo der Motor so gar nicht rund lÀuft und gleichzeitig die Inflation fast am Zwei-Prozent-Ziel angekommen ist und deshalb die EZB gar nicht anders kann, als die Zinsen zu senken", so Molnar. "Wir erwarten, dass die Zinsen um 25 Basispunkte im Juni gesenkt und weitere Lockerungen bis Jahresende folgen werden", merkten die Volkswirte der Landesbank Helaba dazu an.

StĂ€rkster Sektor waren die Ölwerte. Sie profitierten einmal mehr vom robusten Ölpreis. Seit Wochenbeginn bewegen sich die Rohölpreise knapp unterhalb ihrer HöchststĂ€nde seit Oktober, die sie in der vergangenen Woche markiert hatten. Seit Jahresbeginn hat sich europĂ€isches Erdöl um etwa 13 Dollar oder 17 Prozent verteuert.

Ansonsten hielten sich defensive Sektoren wie Versorger und Nahrungsmittelwerte im Plus. Ausnahme waren die Telekomtitel. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts Deutsche Telekom DE0005557508. Auch um den Dividendenabschlag bereinigt tendierte der Wert schwach. Die Analysten der UBS merkten in einer Studie an, dass der Bund in diesem und im nÀchsten Jahr jeweils 4 Milliarden Euro aus Privatisierungen und AnlageverkÀufen erlösen wolle, um einen Ausbau der Deutschen Bahn zu finanzieren. Von einem Paket DHL-Aktien im Volumen von 2,2 Milliarden Euro habe sich der Bund bereits getrennt. Das wiederum könne bedeuten, dass der Bund im weiteren Jahresverlauf ein 1,8 Milliarden Euro schweres Paket Aktien der Deutschen Telekom an den Markt bringen werde.

Unter den Chemiewerten konnten Givaudan CH0010645932 anfĂ€ngliche Gewinne nicht halten. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hatte im ersten Quartal organisch massiv zugelegt und die Erwartungen deutlich ĂŒbertroffen. Die Aktie ist allerdings seit Oktober von rund 2800 auf ĂŒber 4100 Franken in der Spitze gestiegen und daher korrekturanfĂ€llig. Givaudan fielen um 1,1 Prozent.

Im schwĂ€chelnden Bankensektor ragten Societe Generale FR0000130809 mit zwei Prozent Plus dagegen positiv hervor. Die französische Bank hatte angekĂŒndigt, sich von einer Tochtergesellschaft im Wert von 1,1 Milliarden Euro trennen zu wollen.

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