Intersport-Chef: Expansionsstrategie geht auf
30.07.2024 - 06:06:25"Wir haben im aktuellen GeschÀftsjahr bereits 14 Neueröffnungen - und werden wahrscheinlich auf insgesamt 18 kommen", sagte von Preen der Deutschen Presse-Agentur in Heilbronn. Das GeschÀftsjahr von Intersport dauert wie bei vielen Handelsunternehmen jeweils von Anfang Oktober bis Ende September.
Mindestens 100 neue GeschÀfte bis 2030
Es gebe Unternehmerinnen und Unternehmer, die ganz neu angefangen hĂ€tten, sagte der Intersport-Chef. Aber auch gröĂere HĂ€ndler des Verbunds hĂ€tten neue Standorte eröffnet. Intersport will bis zum Jahr 2030 mindestens 100 neue GeschĂ€fte in Deutschland aufbauen.
Um das selbstgesteckte Expansionsziel zu erreichen, hat Intersport im vergangenen Herbst auch ein ExistenzgrĂŒndungsprogramm aufgesetzt. "Entrepreneure zu finden, die auch SpaĂ daran haben, als Unternehmer aktiv zu sein, mit all den Herausforderungen, die es gibt - das ist herausfordernder, als ich es mir vorgestellt habe", sagte von Preen. Das treffe vor allem auf das Thema Work-Life-Balance zu.
Intersport ist nach eigenen Angaben Deutschlands gröĂte SporthĂ€ndlergruppe. Ihr gehörten im GeschĂ€ftsjahr 2022/23 bundesweit rund 700 HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndler mit gut 1.400 GeschĂ€ften an. Ăber 400 davon firmieren auch unter dem Namen Intersport. Bis 2030 will der Verbund seinen Umsatz von zuletzt rund 3,5 Milliarden Euro auf ungefĂ€hr sechs Milliarden Euro steigern - und damit auf einen erwarteten Marktanteil von gut 30 Prozent.
Weitere Investitionen in Zentrale und Digitalisierung
Neben Neueröffnungen wurden im laufenden GeschĂ€ftsjahr 20 GeschĂ€fte vollstĂ€ndig umgebaut, acht LĂ€den wurden zudem vergröĂert. FĂŒr Modernisierung, Umbau und neue Standorte hĂ€tten die HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndler bislang mehr als 15 Millionen Euro ausgegeben. Kommendes GeschĂ€ftsjahr seien dafĂŒr bis zu 10 Millionen Euro eingeplant.
Auch in die Zentrale in Heilbronn soll investiert werden. Im laufenden und kommenden GeschĂ€ftsjahr sind unter anderem die Erweiterung des Logistikzentrums und eine neue Photovoltaik-Anlage geplant. Das lĂ€sst sich der Verbund bis zu 20 Millionen Euro kosten. 15 Millionen Euro sollen in die Digitalisierung flieĂen, etwa in eine neue E-Commerce-Plattform.
Gegenwind im laufenden GeschÀftsjahr
Zur Bilanz im aktuellen GeschĂ€ftsjahr zeigte sich von Preen zurĂŒckhaltend: "Die Wintersaison war quasi nicht existent. Wir hatten wĂ€hrend der FuĂball-Europameisterschaft zwar eine sehr gute Entwicklung. Aber generell gab es Gegenwind im Markt", sagte er. Die Budgets der Menschen seien inflationsbedingt niedriger. Viele gingen zudem lieber in den Urlaub, als in StĂ€dten einzukaufen. AuĂerdem haben die Insolvenzen von Tennis-Point und SportScheck den Verbund belastet. Deren Kompensation sei gelungen, sagte von Preen.
"Wir haben bisher eine marktgemÀà verhaltene Entwicklung verzeichnet, und unser Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt verhalten. Wir sind einfach stark abhÀngig von externen Entwicklungen und den allgemeinen Markt- und Rahmenbedingungen", sagte der Manager. Man sei bereits im vergangenen Jahr gegen den Markttrend gewachsen. "Ob wir uns langfristig davon entkoppeln können, weià ich nicht."
Die langfristigen Ziele sieht von Preen durch das schwĂ€chere Jahr nicht in Gefahr: "Wir sind in den letzten zwei Jahren deutlich stĂ€rker gewachsen, als wir das geplant hatten. Und auch fĂŒr das kommende Jahr planen wir wieder Wachstum. Im Mittel wird das aufgehen."

