Die Ferrari-Aktie legt nach starken Quartalszahlen zu
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 08:08 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Ferrari N.V. (ISIN NL0011585146) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen erneut die Stärke seines Luxusgeschäfts unterstrichen, während die Ferrari-Aktie an der Heimatbörse in Mailand nahe ihren jüngsten Höchstständen gehandelt wird. Laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2023 erzielte Ferrari einen Umsatz von rund 5,97 Milliarden Euro, was einem Plus von etwa 17 Prozent gegenüber 5,12 Milliarden Euro im Jahr 2022 entspricht, und unterstreicht das dynamische Wachstum im oberen Preissegment der Autoindustrie. Für Anleger ist zudem wichtig, dass der Sportwagenhersteller einen Nettogewinn von etwa 1,26 Milliarden Euro ausweist, deutlich über dem Vorjahreswert von rund 0,94 Milliarden Euro und getragen von einer hohen operativen Marge.
Quartalszahlen und Margenstärke
Im ersten Quartal 2024 steigerte Ferrari den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal erneut deutlich und bestätigte damit den Wachstumskurs im Luxusautomobilmarkt. Demnach lag der Quartalsumsatz bei rund 1,50 Milliarden Euro gegenüber etwa 1,47 Milliarden Euro im ersten Quartal 2023, womit das Unternehmen trotz eines bereits hohen Ausgangsniveaus weiter expandierte und die Nachfrage nach exklusiven Modellen ausbauen konnte. Parallel dazu verbesserte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) im Zeitraum 2023 gegenüber 2022 merklich: Ferrari erreichte ein bereinigtes EPS von rund 6,43 Euro im Geschäftsjahr 2023 gegenüber etwa 4,96 Euro im Jahr 2022, was die Profitabilität pro Anteilsschein signifikant erhöhte.
Die operative Ertragskraft spiegelt sich auch in den Margen wider. Nach Unternehmensangaben lag die bereinigte EBIT-Marge im Geschäftsjahr 2023 im Bereich von deutlich über 26 Prozent und damit klar über vielen klassischen Volumenherstellern der Autoindustrie. Dieser hohe Wert ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass Ferrari seine Stückzahlen kontrolliert und den Fokus auf hochpreisige, individuell konfigurierbare Fahrzeuge legt. Während zahlreiche Hersteller bei steigenden Kosten um ihre Margen kämpfen, zeigt Ferrari hier eine bemerkenswerte Stabilität, was für langfristig orientierte Anleger ein wichtiger Faktor sein dürfte.
Marktbewertung und Kurskontext
Am italienischen Handelsplatz Borsa Italiana wird die Ferrari-Aktie im Segment der Blue Chips gehandelt, wobei der Titel auch über US-Notierungen und andere Märkte breiter investierbar ist. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag per Ende 2023 bei rund 50 Milliarden Euro, was Ferrari klar im Kreis der globalen Schwergewichte der Automobil- und Luxusgüterbranche einordnet. Dieser hohe Börsenwert reflektiert nicht nur die aktuelle Ertragslage, sondern auch die Erwartung, dass Ferrari seinen exklusiven Status und die Preissetzungsmacht längerfristig behaupten kann.
Ein Blick auf die Kursentwicklung verdeutlicht die Nachfrage nach der Ferrari-Aktie. Der Kurs notierte im Verlauf des Jahres 2023 teils nahe einem Bereich von rund 300 Euro und damit deutlich über den Niveaus, die noch vor wenigen Jahren üblich waren. Verglichen mit dem Jahr 2020, als die Notierung zeitweise um 150 Euro gehandelt wurde, hat sich der Wert des Papiers damit in wenigen Jahren annähernd verdoppelt. Diese Kursentwicklung verläuft weitgehend im Einklang mit dem steigenden Gewinn je Aktie und der wachsenden Marktkapitalisierung und gibt einen Eindruck davon, wie stark das Geschäftsmodell von Ferrari an den Kapitalmärkten honoriert wird.
Ferrari-Zahlen und Luxusposition im Detail
Wer die Ferrari-Aktie analysiert, sollte neben den Wachstumsraten vor allem die Margen und die Entwicklung des Gewinns je Aktie im Auge behalten. Die offiziellen Investor-Relations-Unterlagen liefern hierzu vertiefende Tabellen und Prognosen.
Luxusstrategie und Modellmix
Die Produktstrategie von Ferrari bleibt ein wesentlicher Treiber für die Finanzkennzahlen. Im Jahr 2023 lieferte der Hersteller laut eigenen Angaben rund 13.663 Fahrzeuge aus, ein leichter Anstieg gegenüber den etwa 13.221 ausgelieferten Einheiten im Jahr 2022. Dieser Zuwachs ist bewusst moderat, denn Ferrari begrenzt seine Produktionszahlen, um die Exklusivität der Marke zu wahren und die Nachfrage über Angebot zu halten. Der Modellmix besteht aus klassischen V8- und V12-Sportwagen, GT-Modellen und zunehmend auch Hybridfahrzeugen, die neue Kundensegmente erschließen.
Ein Beispiel für die Rolle von Einzelmodellen im Umsatzmix ist der Ferrari SF90 Stradale, ein Plug-in-Hybrid-Supersportwagen, der im oberen Preisbereich deutlich über 400.000 Euro positioniert ist. Fahrzeuge dieser Kategorie tragen erheblich zur hohen Marge je ausgeliefertem Auto bei, da sie neben dem reinen Verkaufspreis umfangreiche Personalisierungsoptionen bieten. Darüber hinaus stärkt Ferrari die Einnahmen aus begleitenden Dienstleistungen wie Finanzierungs- und Wartungspaketen sowie aus dem Geschäft mit limitierten Sondermodellen und Serien, die in der Sammlerszene regelmäßig auf großes Interesse stoßen.
Ausblick: Guidance und Nachfrage im Luxussegment
Für das laufende Geschäftsjahr hat Ferrari nach den jüngsten veröffentlichten Planungen eine weitere Steigerung zentraler Finanzkennzahlen in Aussicht gestellt. Die Prognose sieht einen Umsatz von rund 6,2 bis 6,4 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2024 vor, was gegenüber den 5,97 Milliarden Euro im Jahr 2023 einen weiteren Zuwachs bedeutet. Zudem strebt das Unternehmen an, den bereinigten Nettogewinn über dem Niveau von 2023 zu halten oder leicht zu steigern, wobei die EBIT-Marge auf einem hohen Niveau bleiben soll. Solche Guidance-Spannen geben institutionellen und privaten Anlegern Orientierung, wie Ferrari seine mittelfristigen Ziele einschätzt.
Die Nachfrage nach exklusiven Sportwagen und GT-Modellen bleibt im globalen Luxussegment robust, insbesondere in Märkten wie Nordamerika, Europa und Teilen Asiens. Ferrari profitiert davon, dass ein großer Teil der Kundschaft über hohe verfügbare Einkommen verfügt und weniger sensitiv auf kurzfristige Zinsbewegungen oder Konjunkturschwankungen reagiert. Dennoch beobachtet der Markt, ob Ferrari seine Preisstrategie und Produktionsplanung flexibel genug anpassen kann, um sowohl Wachstum als auch Exklusivität zu sichern. Eine zentrale Kennzahl ist dabei der Auftragseingang, der sich laut den letzten verfügbaren Angaben weiterhin auf einem Niveau befindet, das die Kapazitäten für mehrere Quartale auslastet.
Produktbeispiel: Ferrari SF90 Stradale
Ein prominentes Beispiel für Ferraris technologische und wirtschaftliche Ausrichtung ist der Ferrari SF90 Stradale, ein Plug-in-Hybrid-Supersportwagen, der die Brücke zwischen traditionellem Verbrennungsmotor und elektrifizierter Zukunft schlägt. Das Fahrzeug kombiniert einen V8-Biturbo mit mehreren Elektromotoren und bietet eine Systemleistung von deutlich über 900 PS, womit es zu den leistungsstärksten Straßenmodellen in der Geschichte des Unternehmens zählt. Mit einem Preisbereich von über 400.000 Euro trägt der SF90 Stradale spürbar zur hohen durchschnittlichen Erlös- und Margenstruktur von Ferrari bei, insbesondere wenn man die Vielzahl an Personalisierungsoptionen und Sonderausstattungen bedenkt.
Kurs und Bewertung der Ferrari-Aktie
Die Ferrari-Aktie wird primär an der Borsa Italiana in Euro gehandelt, zusätzlich existieren Notierungen an US-Börsen in Form von Aktien oder Zertifikaten. Der Kurs lag Ende 2023 nahe 300 Euro je Anteilsschein, während die Marktkapitalisierung bei etwa 50 Milliarden Euro notierte. In Verbindung mit dem bereinigten EPS von rund 6,43 Euro im Jahr 2023 ergibt sich damit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, das deutlich über klassischen Volumenherstellern liegt und Ferraris Einordnung als Luxuswert widerspiegelt. Für Anleger ist diese Bewertungsprämie ein Hinweis darauf, dass der Markt dem Unternehmen langfristig stabile hohe Margen und eine starke Marke zutraut.
Ferrari N.V. im Überblick
- Unternehmen: Ferrari N.V.
- ISIN: NL0011585146
- Ticker: RACE
- Handelsplatz: Borsa Italiana (Primärlisting)
- Kurs (Stand 31.12.2023, 17:30 Uhr): 300,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 50,0 Milliarden Euro (Stand 31.12.2023)
- Sektor / Branche: Automobilindustrie, Luxusgüter
- Indexzugehörigkeit: FTSE MIB
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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