Finanzminister: Kapitalmarkt-Tempomacher sollen keine Konkurrenz sein
16.02.2026 - 16:50:49 | dpa.de"Wir wollen die Tempomacher sein", sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nach dem zweiten Treffen im 6er-Format am Rande der Eurogruppe in BrĂŒssel.
Mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Italien, Polen, Spanien und den Niederlanden wolle er zu schnellen Entscheidungen kommen, die dann in die Eurogruppe und den Rat der Finanzminister der EU getragen werden sollen. Es gehe nicht darum, Nebenstrukturen aufzubauen, sagte Klingbeil. GrundsÀtzlich ist die EU auf gemeinsame Entscheidungen aller Mitgliedsstaaten ausgerichtet.
EU soll sicherer Hafen fĂŒr Kapitalanlagen werden
"Wir wollen am Ende Lösungen fĂŒr ganz Europa, und daran arbeiten wir sechs jetzt, immer mit dem Ziel, Europas SouverĂ€nitĂ€t zu stĂ€rken, Europa gerade in diesen turbulenten Zeiten stark zu machen und daran zu arbeiten, dass wir auch international eine stĂ€rkere Rolle spielen", sagte Klingbeil vor Journalisten.
Als allererstes gehe es um die Kapitalmarktunion beziehungsweise die Spar- und Investitionsunion. Man wolle "ein sicherer Hafen" fĂŒr Kapitalanlagen aus der ganzen Welt sein. Es gehe unter anderem um eine Reform der privaten Altersversorgung und eine StĂ€rkung der finanziellen Bildung.
Seit Jahren wird daran gearbeitet, bĂŒrokratische HĂŒrden zwischen den EU-Staaten abzubauen und die KapitalmĂ€rkte zu verbinden, um bessere Finanzierungsbedingungen fĂŒr europĂ€ische Unternehmen zu schaffen. Bislang ohne gröĂeren Erfolg. Derzeit hat jeder EU-Mitgliedsstaat seinen eigenen Kapitalmarkt mit eigenen Regeln - etwa fĂŒr die Rechtsstruktur von Unternehmen, eigenen Steuervorschriften und eigenen Institutionen wie Börsen und Banken.
Auch von der Leyen kann sich Vorangehen vorstellen
EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hatte vergangene Woche im Europaparlament mit Blick auf das Vorhaben gesagt, notfalls könnten auch kleinere LĂ€ndergruppen das Zusammenwachsen der EU-KapitalmĂ€rkte vorantreiben. Damit dĂŒrfte sie den VorstoĂ von Klingbeil und seinen Ressortkollegen unterstĂŒtzen.
Die neue Gruppe der E6 habe verabredet, nun regelmĂ€Ăig zusammenzukommen, sagte Klingbeil.
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