SeehĂ€fen bekommen schwachen AuĂenhandel zu spĂŒren
11.03.2024 - 14:27:00Deren GĂŒterumschlag ging 2023 um 4,1 Prozent auf 267,8 Millionen Tonnen zurĂŒck, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das ist eine Folge des rĂŒcklĂ€ufigen deutschen AuĂenhandels, der im vorigen Jahr bei Warenexporten ein Minus von 2,0 Prozent und bei Warenimporten sogar von 10,1 Prozent verzeichnete. Das Minus traf in unterschiedlichem AusmaĂ alle wichtigen SeehĂ€fen. Eine Ausnahme bildet der gröĂte Ostseehafen Rostock, der den Statistikern zufolge besonders von einem stark gestiegenen Umschlag mit Erdöl profitierte.
FĂŒr den Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ist die Entwicklung auch ein Beleg dafĂŒr, dass die Infrastruktur der HĂ€fen dringend ausgebaut werden muss. Hafenwirtschaft und KĂŒstenlĂ€nder fordern dafĂŒr seit langem mindestens eine Verzehnfachung der BundeszuschĂŒsse an die LĂ€nder, die bislang knapp 40 Millionen Euro aus Berlin bekommen.
"Damit in den nĂ€chsten Jahren wieder Wachstumszahlen im GĂŒterumschlag der deutschen SeehĂ€fen verzeichnet werden können, braucht es massive Investitionen in die SeehĂ€fen und deren Anbindungen an die WirtschaftsrĂ€ume in ganz Deutschland und die europĂ€ischen Nachbarstaaten", sagte ZDS-PrĂ€sidentin Angela Titzrath laut einer Mitteilung. Die Nachbarstaaten stellten ihre HĂ€fen entsprechend auf, aber in Deutschland fehle es "bisher anscheinend am politischen Willen, die notwendigen MaĂnahmen anzugehen und mit ausreichend finanziellen Mitteln und guter Ordnungspolitik zu hinterlegen", kritisierte Titzrath. "Wir hoffen, dass die Nationale Hafenstrategie, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll, den Weg weisen wird."
Die beiden wichtigsten PartnerlĂ€nder im Seehandel insgesamt waren 2023 die USA mit einem GĂŒterumschlag von 27,9 Millionen Tonnen und Norwegen (25,1 Millionen Tonnen). "Schweden löste 2022 die Russische Föderation als bis dahin wichtigstes Partnerland ab und lag 2023 mit 23,0 Millionen Tonnen GĂŒterumschlag auf Rang 3, gefolgt von China mit 20,1 Millionen Tonnen auf Rang 4", hieĂ es. "Zu den Verschiebungen in der Rangfolge der wichtigsten PartnerlĂ€nder haben die verstĂ€rkten Lieferungen fossiler EnergietrĂ€ger durch die USA infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beigetragen." In den deutschen SeehĂ€fen gingen im Jahr 2023 insgesamt 38,0 Millionen Tonnen Kohle, Erdöl und Erdgas aus dem Ausland ein, 5,3 Prozent mehr als 2022, wobei der Empfang von Kohle deutlich zurĂŒckging.
Der Containerumschlag der deutschen SeehĂ€fen lag den Angaben zufolge 2023 mit 12,7 Millionen 20-FuĂ-Standardcontainern (TEU) um 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. "Dies war der zweite RĂŒckgang des Containerumschlags in Folge. Das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 von 15,0 Millionen TEU wurde damit noch nicht wieder erreicht."

