Frankfurt-News, RĂŒckenwind

Börse Frankfurt-News: Nur moderater RĂŒckenwind von Gewinnsaison (Wochenausblick)

15.01.2024 - 12:28:03

Die Geldpolitik gibt weiter den Takt vor, nun berichten aber auch immer mehr Unternehmen ĂŒber das vierte Quartal.

Allzu große Hoffnungen seien fehl am Platz, heißt es.

15. Januar 2024. Die Frage, wann die Zinsen wieder gesenkt werden, beherrscht die MÀrkte weiter. Die am Freitag veröffentlichten US-Erzeugerpreise vom Dezember waren weniger als erwartet gestiegen, was einen nachlassenden Inflationsdruck signalisiert - und die Möglichkeit bald fallender Zinsen. Die einen Tag zuvor veröffentlichte US-Verbraucherpreisinflation vom Dezember hatte hingegen genau das Gegenteil angezeigt: Sie war stÀrker als erwartet gestiegen.

Unter dem Strich treten die MĂ€rkte seit Jahresanfang auf der Stelle: Der DAX steht am Montagmorgen bei 16.667 Punkten nach 16.705 ZĂ€hlern zum Handelsschluss am Freitag und 16.750 Punkten zum Jahresausklang. In den USA hatte der Dow Jones am Freitag zwar ein neues Allzeithoch markiert, verlor dann aber. S&P 500 und Nasdaq 100 legten am Freitag zu, notieren aber noch unter den RekordstĂ€nden.Der Sieg der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei in Taiwan blieb ohne grĂ¶ĂŸere Reaktionen an den MĂ€rkten. Die Helaba verweist auch auf steigende geopolitische Risiken im Zusammenhang mit Jemen, nachdem die US-gefĂŒhrte Allianz Stellungen der Huthi im Jemen beschossen hat. "Noch aber ist der Einfluss dessen auf die ?-lnotierungen als begrenzt zu bezeichnen."

"Ausblicke werden vorsichtig ausfallen"Unterdessen nimmt die am Freitag in den USA gestartete Berichtssaison Fahrt auf. Diese Woche legen Banken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs ihre BĂŒcher offen. "Vor dem Hintergrund der zuletzt robusten US-Konjunktur halten wir es fĂŒr wahrscheinlich, dass die S&P 500-Unternehmen die Gewinnprognosen von 3 Prozent ĂŒbertreffen werden", meint Thorsten Weinelt von der @Commerzbank. Allerdings hĂ€tten die AktienmĂ€rkte bereits vorab deutlich zugelegt. Zudem sei ein Großteil der Investoren mittlerweile in Aktien ĂŒbergewichtet. Nicht zuletzt dĂŒrften viele Unternehmen zwar solide Zahlen fĂŒr das vierte Quartal prĂ€sentieren, der Ausblick auf 2024 werde aber wohl oft vorsichtig ausfallen. "Per Saldo sollten die AktienmĂ€rkte daher nur moderaten RĂŒckenwind von einer soliden Gewinnsaison bekommen."

Steigende Gewinne, moderate KurszuwĂ€chseAuch die DekaBank blickt auf die Berichtssaison: "Die deutschen Unternehmensgewinne dĂŒrften trotz schwieriger Ă€ußerer Rahmenbedingungen gegenĂŒber dem Vorjahresquartal angestiegen sein", erklĂ€rt Chefvolkswirt Ulrich Kater. Gesamtwirtschaftlich betrachtet sei zwar mit keinen baldigen Wachstumsimpulsen zu rechnen, es geben aber erste Anzeichen dafĂŒr, dass das Stimmungstief der deutschen Unternehmen durchschritten sei. "Damit ist eine solide Basis fĂŒr GewinnzuwĂ€chse im laufenden Jahr gelegt, was eine hohe DividendenkontinuitĂ€t ermöglicht und mit einer perspektivisch wieder lockerer werdenden Geldpolitik auch fĂŒr moderate KurszuwĂ€chse spricht." Die Bank sieht den DAX in sechs Monaten bei 17.000 Punkten und in zwölf bei 18.000 ZĂ€hlern.Charttechnik: leichte Verbesserung, Risiken bleibenLaut Christian Henke von IG lĂ€sst die AufwĂ€rtsdynamik an den internationalen AktienmĂ€rkten im Augenblick zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Auch der DAX komme nicht voran, die SeitwĂ€rtsphase dauere an. "Diese besteht beim DAX aus dem Allzeithoch bei 17.003 und dem ehemaligen Rekordstand bei 16.532 Punkten", erlĂ€utert der Charttechniker. Das Momentum falle und notiere unter der Nulllinie. "Somit liegt ein kurzfristiger AbwĂ€rtstrend vor."Die Helaba sieht eine leichte Verbesserung im technischen Bild, die Risiken blieben aber bestehen. "Der MACD steht weiterhin auf Verkauf, und der ADX gibt nach, wĂ€hrend der DMI sein Kaufsignal halten kann", stellt Ulrich Wortberg fest. Haltemarken zeigten sich bei 16.541 Punkten und folgend bei 16.448 ZĂ€hlern, ein erster Widerstand bei 16.839 Punkten, dem Hoch der letzten Woche.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der WocheMontag, 15. JanuarUSA: Martin Luther King-Tag. Die Börsen bleiben geschlossen.10.00 Uhr. Deutschland: BIP 2023.

Mittwoch, 17. Januar3.00 Uhr. China: BIP 2023. Trotz anhaltender Immobilienkrise und KonsumzurĂŒckhaltung der privaten Haushalte dĂŒrfte das chinesische BIP im vierten Quartal erneut nahe am 5-Prozent-Wachstumsziel gelegen haben, meint die DekaBank. Wichtigste StĂŒtze sei das verarbeitende Gewerbe, das wiederum vor allem von der Nachfrage nach "grĂŒnen Technologien" wie E-Autos, Batterien und Solaranlagen profitiere.14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz Dezember. Die US-EinzelhandelsumsĂ€tze dĂŒrften der Commerzbank zufolge moderat gestiegen sein, gestĂŒtzt durch solide Autoabsatzzahlen.

Freitag, 19. Januar16.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen Uni Michigan Januar. Das Stimmungsbarometer könnte leicht von 69,7 auf 69 Punkte gesunken sein, meint die Deutsche Bank. Die MĂ€rkte wĂŒrden wohl vor allem auf die im Dezember gefallenen Inflationserwartungen der Verbraucher achten.

Von: Anna-Maria Borse, 15. Januar 2024, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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