Frankfurt-News, Wochenausblick

Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: Erhebliche Auswirkungen auf KapitalmÀrkte

10.03.2025 - 10:34:37

Die geplanten milliardenschweren Ausgaben fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur treiben deutsche Aktien nach oben.

Auch die zweite und dritte Reihe profitiert. US-Aktien leiden hingegen unter der Zollpolitik von US-PrÀsident Trump.

10. MĂ€rz 2025. Die Begeisterung hĂ€lt an am deutschen Aktienmarkt. Nach dem schwachen Freitag geht es zu Beginn der neuen Woche wieder nach oben. "Der deutsche Leitindex profitiert von den geplanten Finanzpaketen fĂŒr RĂŒstung und Infrastruktur in Deutschland und auch von der hohen Ausgabenbereitschaft auf EU-Ebene", stellt Ralf Umlauf von der Helaba fest. Sie machten Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung vor allem in der deutschen Industrie.

Das sieht auch die DZ Bank so. Sollten nun gleich zwei "Sondertöpfe" RealitĂ€t werden, hĂ€tten Aktien wohl erhebliches weiteres Anstiegspotenzial - auch abseits der RĂŒstungsindustrie, meint Michael Holstein. "Alles in allem dĂŒrften sich durch die anstehenden Entscheidungen in der europĂ€ischen Sicherheitspolitik sowie die BeschlĂŒsse der kommenden Bundesregierung also ganz erhebliche Auswirkungen auf Konjunktur und KapitalmĂ€rkte ergeben."

Nach dem RĂŒcksetzer auf 23.009 Punkte zu Handelsschluss am Freitag steht der DAX am Montagmorgen wieder bei 23.197 ZĂ€hlern - und damit nicht mehr weit vom am Donnerstag erreichten Allzeithoch von knapp 23.476 Punkten entfernt. Der Stoxx Europe 600 nimmt ebenfalls wieder Kurs auf den jĂŒngsten Rekord. Klarer Profiteur der geplanten Ausgabenpakete ist auch der MDAX. Die US-Börsen schwĂ€cheln hingegen weiter. Der Nasdaq 100 ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit Anfang November gefallen.

Alles schon eingepreist?

Laut Philipp Schweneke von der DWS hat der DAX auch von einer Anlegerabwanderung aus dem US-Markt profitiert. Auch er verweist auf die NervositĂ€t, was die US-Bewertungen und die wirtschaftlichen Aussichten unter Trump angeht. In der Zwischenzeit habe die EZB die europĂ€ischen MĂ€rkte durch Zinssenkungen gestĂŒtzt, wodurch Aktien im relativen Vergleich zu traditionellen Sparprodukten attraktiver geworden seinen. "Außerdem sollte sich im Laufe der Zeit die Zinslast der Unternehmen verringern", ergĂ€nzt er.

Zudem habe der Wahlsieg von CDU/CSU deutschen Aktien Auftrieb gegeben, insbesondere den binnenmarktorientierten Unternehmen im MDAX. Nun werde auf eine wirtschaftsfreundliche Regierung mit der Aussicht auf eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben und mehr Investitionen in die Infrastruktur gehofft. "Wir glauben jedoch, dass ein Großteil dieser Hoffnung bereits in deutschen Aktien eingepreist sein könnte", bemerkt Schweneke.

"Zoll-Jo-Jo" Trumps verunsichert

Robert Halver von der Baader Bank spricht von einem "Zoll-Jo-Jo" Trumps, das fĂŒr Verunsicherung bei US-Unternehmen sorge. Planen sei da schwer, ebenso investieren. Ohnehin wĂŒrden US-Unternehmen Zollkosten auf Verbraucher umschlagen, was bereits zu steigenden Inflationserwartungen gefĂŒhrt habe. Gemeinsam mit Angst vor Arbeitsplatzverlust im öffentlichen Sektor wirke sich das bremsend auf die Konsumlaune aus. "TatsĂ€chlich droht das Gewinnwachstum der US-Unternehmen als fundamentale Triebfeder fĂŒr amerikanische Aktien Schaden zu nehmen."

Diese Woche veröffentlichen wieder viele Unternehmen ihre Zahlen fĂŒr das vierte Quartal 2024, unter anderem Volkswagen, Puma, Rheinmetall, BMW und Daimler Truck.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 10. MĂ€rz

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Januar.

Mittwoch, 12. MĂ€rz

13.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Februar. In den USA war der Inflationsdruck wohl auch im Februar hoch, meint die Commerzbank. Zwar beruhige sich der Preisauftrieb bei den Dienstleistungen, doch fielen die Warenpreise nun nicht mehr.

Freitag, 14. MĂ€rz

USA:Eventueller Government Shutdown. In den USA droht der nĂ€chste "Government Shutdown", wie die Deutsche Bank feststellt. Bei dessen Eintreten mĂŒssten Behörden der Bundesregierung ihre Arbeit grĂ¶ĂŸtenteils einstellen. Um diese Situation zu vermeiden, mĂŒsse ein Kompromiss im US-Kongress gefunden werden. "Je nĂ€her die Deadline rĂŒckt, desto nervöser könnten die MĂ€rkte reagieren."

15.00 Uhr. USA: Konsumklima Uni Michigan MĂ€rz. Die zweite Veröffentlichung des Konsumklimas fĂŒr den Monat Februar sorgte fĂŒr Aufsehen, wie die DekaBank bemerkt. Denn nicht nur der Stimmungswert sei ungewöhnlich deutlich nach unten revidiert worden. Auch die langfristigen Inflationserwartungen seien weiter angestiegen. Angesichts der derzeitigen Zollthematik wĂŒrden die MĂ€rz-Daten wohl ein Ă€hnliches Bild zeichnen: Verschlechterung der Stimmung und weiterer Anstieg der Inflationserwartungen.

Von Anna-Maria Borse, 10. MÀrz 2025, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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